Auktionshaus Reinhild Tschöpe
Historische Wertpapiere und Finanzdokumente
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49. Auktion Historischer Wertpapiere und Finanzdokumente
am 4. Mai 2002


zur Versteigerung gelangten zahlreiche historische Wertpapiere und Finanzdokumente feinster Provenienz,
teils seit vielen Jahren als Einzelstücke bekannt; aus verschiedenene Branchen, national und international, u.a.

(für große Abbildungen bitte auf die Bilder klicken)

Die 49. Auktion war sehr erfolgreich.
Vielen Dank für Ihre Beteiligung.




COMPAGNIE DES INDES

Dixieme d' Action über einen Anteil # 85 vom 2. Januar 1755, ausgegeben am 3. Juli 1754.
Farbe: schwarz, beige; Druck auf Bütten, Wellensicherheitsschnitt am linken Rand Coupons anhängend;
Druck auf Bütten; Originalunterschriften der Direktion;

Compagnie des Indes Einer der größten Skandale der Wirtschafts- und Finanzgeschichte: John Law und der Mississippi - Schwindel.
Mit der Compagnie des Indes wollte Law Gold aus Amerika holen und damit die Staatsschulden in Frankreich ausgleichen. Nichts davon gelang ihm.
Die Aktie der Compagnie des Indes aus dem Jahre 1755 erinnert an den schottischen Schwindler, dem die wunderbare Geldvermehrung, wie vielen nach ihm, auch nur durch immer neue Ausgabe von Banknoten gelang - bis die Blase platzte.
Aufgrund der Staatsschulden in Höhe von 2 Milliarden 412 Millionen Livres - eine Hinterlassenschaft Ludwigs des XIV. - war Frankreich gezwungen, den Bankrott zu erklären.
In dieser Situation erinnerte man sich des Barons John Law of Lauriston, wie er sich selbst nannte, und der mit revolutionären Finanzprojekten aufgefallen war. Er bekam die Genehmigung zur Errichtung einer Privatnotenbank. Die Banque Générale wurde 1716 eröffnet.
John Law erfand den Kredit, die Banknote und das Inhaberpapier, aber auch die Devisengesetzgebung.
Die Compagnie des Indes Occidentales gründete er, als 1717 der reiche Finanzier Crozat freiwillig auf alle seine Rechte in der Kolonie Lousiana, einem weiten Gebiet im Flußbecken des Mississippi, verzichtete. 1719 folgte die Vereinigung mit der ostindischen und der chinesischen Kompanie zur "Compagnie des Indes", die damit die größte französische Handelsgesellschaft des 18. Jahrhunderts war. Die garantierten hohen Dividendenzahlungen von 12% und später 40% finanzierte Law durch die Ausgabe neuer Banknoten, die er selbst in seinem inzwischen zur "königlichen Bank" erhobenen Bankhaus druckte.
Die Inflationsmaschine kam auf Touren, da die Aktionäre, angelockt von den hohen Dividendenerwartungen die Aktie der Compagnie des Indes in die Höhe trieben. Der hohe Bedarf an Banknoten ließ die Notenpresse munter weiterlaufen. Daher war bereits 1720 das Vertrauen in die Banknoten geschwunden, die in Banknoten ausgezahlten Dividenden verloren gegen das Metall 60%. Infolge musste die Banque Generale den Bankrott erklären, der Kurs der Compagnie des Indes stürzte ins bodenlose. John Law ergriff die Flucht und entging nur mit Mühe der Lynchjustiz. EF - VF, am oberen Couponbogen Fehlstücke und Bräunung im Papier, der Anteil und drei Couponbögen EF- VF.

Rarität!!! Bisher frühester, bekannter Aktien-Anteil der Compagnie des Indes, der je auf einer Auktion angeboten wurde.
Dieser Dixieme-Interest-Anteil wurde Anfang der 1980er Jahre erworben und stammt aus aus einer Privatsammlung.

Schätzpreis Euro 7.500,00 - 10.000,00, Zuschlag Euro 11.000,-



STEINKOHLENBAU-VEREIN ZU ROCHLITZ

Aktie über Taler 20 # 527 ; Rochlitz, im März 1855; Farbe: beige, oliv, schwarz; Maße: 35 X 42 cm..
Rarität, zweites, bekanntes Exemplar, fachmännisch restauriert, keine Fehlstücke, daher EF-VF

STEINKOHLENBAU-VEREIN ZU ROCHLITZ Ein weiteres Stück wurde erstmals 1994 versteigert und ist abgebildet im Buch von Hans Braun: Historische Aktien Europa, Band I. Die bestens recherchierte Firmengeschichte zitieren wir wie folgt:"
Das einzige, was im Rahmen umfangreicher Recherchen über Entstehung und Entwicklung dieser Gesellschaft zu Tage gefördert werden konnte, ist eine Anzeige im "Vereinigten Wochenblatt für Rochlitz und Umgebung" vom 7. Juli 1855. In dieser wird zur ersten Generalversammlung des Steinkohlenbauvereins im Gasthaus "Zum Saechsischen Hofe" Rochlitz am 9. Juli 1855 "früh 9 Uhr des gedachten Tages" eingeladen. Auch die Aufforderung an die Aktionäre, "sich gehörig durch Vorzeigung Ihrer Interimsscheine auszuweisen", wurde mit deutscher Gründlichkeit erwähnt. Weitere Unterlagen oder Informationen waren in den zuständigen Stadt- und Kreisarchiven nicht verfügbar.
Ansonsten wissen Chronisten vergangener Tage, wie zum Beispiel der Heimatforscher Dr. W. Clemens Pfau, zur Bergbaustadt Rochlitz folgendes zu berichten:
"Im 16. Jahrhundert wurde Rochlitz zu den Bergbaustätten gerechnet. Besonders in Seelitz am Vogelsang wurde Bergbau betrieben." Die zur Mitte des 16. Jahrhunderts mehr oder weniger eingestellte Bergbautätigkeit lebte um 1668 wieder auf, gelangte jedoch nie zur Blüte. Der 1855 gegründete Steinkohlenbau-Verein arbeitete hauptsächlich in Noßwitz. Hierzu schrieb der Chronist: "Der Verein kam über die Anfänge nicht hinaus und war bald wieder von der Bildfläche verschwunden. Seine schönste Leistung bestand in der Herausgabe von recht hübsch entworfenen und ausgeführten, aber sonst wertlosen Interimsscheinen."
Das Wertpapier, als großformatige Lithographie ausgeführt, zeigt eine detailgetreue Ansicht der Stadt Rochlitz mit der Steinbrücke über die Mulde, die spätgotische Kunigundenkirche (1476 vollendet), die Petrikirche (1499) und das ehemalige Schloß aus dem 15. Jahrhundert sowie den Rochlitzer Berg (340m) nahe der Porphyrbrücke. Die Kobolde im unteren Bildteil (hier sinnbildlich als gute Hausgeister dargestellt) verrichten die gefährlichste Arbeit, was durch die Schlagwetterexplosion unterstrichen wird. Die fossilen Pflanzen deuten auf den Entstehungsprozeß der Kohle hin.
Bereits ein Jahr nach der Gründung musste die Liquidation der Gesellschaft eingeleitet werden, welches auf erfolglose Bohrversuche oder Kapitalmangel schließen lässt.
Die äußerst harmonisch, kunst- und liebevoll gestaltete Interimsaktie des "Steinkohlenbau-Vereins zu Rochlitz" zählt zu den schönsten deutschen frühindustriellen Wertpapieren, die bis heute bekannt geworden sind."
Quelle: Historische Aktien Europa, Band I, Hans Braun, Verlag Hermann Schmidt Mainz

Rarität!! Schätzpreis: EUR 7.500 - 10.000,00, Zuschlag Euro 8.000,-



GEWERKSCHAFT "DEUTSCHE NICKEL-GESELLSCHAFT"

Erzbergwerke, Gruben- und Hüttenbetrieb bei St. Blasien im Badischen Wald
Kux # 0827, Köln am Rhein, 28. Juni 1900, Farbe: beige, hellgrün, schwarz; Maße: 52 x 32.

GEWERKSCHAFT "DEUTSCHE NICKEL-GESELLSCHAFT"Die in 1.000 Kuxe eingeteilte Gewerkschaft erhielt die Bestätigung am 16. Juni 1900 durch die großherzogliche Obere Bergbaubehörde Karlsruhe.
Die Ausbeutung der Felder wurde von der 1934 gegründeten Deutsche Nickel-Bergwerk Aktiengesellschaft Wittenschwand Bad. Schwarzwald übernommen und erstreckte sich auf das "Nickelerz-Bergwerks Compagnie Feld" in den Gemarktungen Horbach, Innerurberg, Ruchenschwand und Wittenschand mit einem Flächeninhalt von 199.9980 ha. Und 2. auf das Bergwerk "Schwarzwälder Nickelkompagnie" in den Gemarktungen Todtmoos-Weg, Vordertodtmoos, Todtmoos-Schwarzenbach der ärarischen Waldgemarktung Superioriatswald mit einem Flächeninhalt von 199.9984 ha.
Der Aktiengesellschaft Deutsche Nickel-Bergwerk Wittenschwand wurde die Konzession durch den badischen Finanz- und Wirtschaftsminister erteilt.
Äußerst selten!

Schätzpreis: EUR 1.500,00-2.500,00; Zuschlag Euro 2.450,-

 

 


GEWERKSCHAFT STEINKOHLEN-BERGWERK DEUTSCHER KAISER
Kuxschein; Blankette; Hamborn; ohne Datum; Farbe: beige, braun, rot, weiß, schwarz; Blattgold;Maße: 39,1 X 27;

GEWERKSCHAFT STEINKOHLEN-BERGWERK DEUTSCHER KAISERDie Gewerkschaft Deutscher Kaiser war 1871 aus der Umwandlung der Gewerkschaft Hamborn hervorgegangen, die ihrerseits nach Konsolidierung der von Daniel Morian gemuteten und in den Jahren 1859-1861 verliehenen Einzelfelder "Hamborn I bis VIII" im Jahre 1867 gegründet wurde. Die Gewerkschaft Deutscher Kaiser hatte noch im Jahre 1871 mit dem Abteufen von Schacht I nordwestlich der Eisenbahnstation Neumühl begonnen; Förderbeginn 1876.
1885, als August Thyssen die Kuxe aufzukaufen begann, betrug die Förderung ca. 183.000 t. 1888 übernahm August Thyssen den Vorsitz des Grubenvorstandes der Gewerkschaft Deutscher Kaiser. Im folgenden Jahr wurden die Felder "Deutscher Kaiser", "Rheinland", "Walsum I-IV" und "Neu-Düppel" - die kurz vorher der Gewerkschaft Deutscher Kaiser verliehen worden waren, unter dem Namen "Deutscher Kaiser" konsolidiert. Anfang 1919 kam es zu einer Neuorganisation der Thyssen Unternehmungen.

In diesem Zusammenhang änderte die Gewerkschaft Deutscher Kaiser ihren Namen in Gewerkschaft August Thyssen Hütte. Die Thyssen Gruppe brachte 1926 u.a. auch diese Gewerkschaft in die Vereinigte Stahlwerke ein. 1926 starb August Thyssen. Er erlebte nicht mehr das Wirksamwerden der Vereinigten Stahlwerke AG, die er mit geholfen hatte zu bilden und in der ein Großteil seines Lebenswerkes aufgegangen war.
Fachmännisch restauriert, daher EF

Rarit├Ąt aus Privatbesitz, bisher sind lediglich drei Exemplare bekannt.

Ausruf: EUR 7.800,- ; Zuschlag Euro 7.800,-



GEWERKSCHAFT DES STEINKOHLEN-BERGWERKS KÖNIG LUDWIG

Kuxschein # 1 über 14 Kuxe der 1.000 teiligen Gewerkschaft, eingetragen auf den Gewerken Julius Waldthausen in Essen; Zeche König Ludwig, 28. Oktober 1872; Farbe: rotbraun, hellblau, rose, rot, silber; Maße: 39 X 27.Originalunterschrift: W. Hagedorn als Grubenvorstand!

GEWERKSCHAFT DES STEINKOHLEN-BERGWERKS KÖNIG LUDWIGDie Felder Henriettenglück -III sind 1856/57 verliehen worden, 1867 erfolgte die Konsolidierung zur Vereinigten Henriettenglück, 1872 wurde die Zeche in König Ludwig umbenannt. Mit dem Abteufen des Schachtes 1 ist ebenfalls 1872 begonnen worden. Nach mehrfacher Unterbrechung der Abteufarbeiten wegen der schwierig zu bewältigenden Wasserzuflüsse konnte die Förderung erst ab 1885 aufgenommen werden. 1889 begannen dann die Abteufarbeiten für Schacht 2, der 1892 in Förderung kam, infolge wurde Schacht drei niedergebracht, der seit 1912 auch als Förderschacht benutzt wurde. 1900 erfolgte der erste Spatenstich für die Doppelschachtanlage 4/5, die bereits 1902 in Betrieb kam, im gleichen Jahr ist dann auch Schacht 6 (Wetterschacht) abgeteuft wurden, der 1903 anlief. Bis 1913 wurden von 5380 Beschäftigten 1,4 Mio. Tonnen Kohle gefördert. Mit Schacht 7 und 8 stieß man 1929 bei 438 m auf ein Steinkohlengebirge. 1930 wurden die Schächte 4/5 mit 7/8 als Anlage zusammengelegt, die Förderung von Schacht 7/8 mußte 1934 eingestellt werden. 1940 ereignete sich auf den Anlagen 4/5 eine schwere Schlagwetterexplosion, bei der 17 Bergleute ihr Leben ließen. Die Förderung der Zeche betrug 1960 rund 1,7 Mio. Tonnen. 1965 erfolgte die Stillegung der Zeche. EF-VF, Schnittentwertung, Druck und Lithographie: Baedeker, Essen
Rarität, aus Privatbesitz stammend, es sind 3 Exemplare bekannt mit den Nummern 1, 2 und 3.

Ausruf: EUR 5.200,-

 



ESSEN - ARENSBERGER BERGBAU - GESELLSCHAFT

Interimsquittung für die Actie # 183; voll eingezahlt mit Tlr. 200; Essen, 29. April 1856; Farbe: beige, schwarz; Maße: 27,5 X 22,5. EF-VF
Gründerstück! Originalunterschriften des Vorstandes, Brüning, Bockamp u. Wagner, eingetragen auf Herrn Franz Dorst in Düsseldorf.

ESSEN - ARENSBERGER BERGBAU - GESELLSCHAFTMitte der 50er Jahre begann man mit der Errichtung der Schachtanlage Nordstern , die seinerzeit als erste nördlich der Emscher abgeteuft wurde, womit der Bergbau seinen Einzug in das Realgebiet des Herzogs von Arenberg hielt. Dazu wurde die Bohrges. Carnapp gebildet. die kurz darauf Bohrges. Neu Horst genannt wurde. Sie betrieb auch die Verleihung der Felder. Da die Geldmittel der Ges. nicht reichten, gründete man die AG Essen - Arenberger Bergbau - Gesellschaft. Diese sollte endgültig ins Leben gerufen werden, sobald der Schacht das Steinkohlengebirge erreicht hatte und die Felder verliehen waren. Das Abteufen eines Förderschachtes begann im Jahre 1858; bis 1960 hatte man das Deckgebirge durchgeteuft. Somit waren die Voraussetzungen erfüllt und die neue Aktiengesellschaft am wurde am 12. Januar 1860 gegründet.
Anfang 1860 war jedoch der Schacht wegen großer Wasserzuflüsse ersoffen und lag 5 Jahre still. 1865 nahm Friedrich Grillo die Geschicke der Ges. in die Hand. Er wandelte 1865 die AG in eine 128 teilige Gewerkschaft um, die lt. Berggesetz später auf 1.000 Kuxe erweitert wurde. Die Gewerken machten sich wieder an die Erschließung des Feldes; zur Refinanzierung verkauften sie 1869 die Schachtanlage an die Charbonnages du Nord. Die Ges. Essen - Arenberg behielt einige Felder ihres früheren Besitzes für sich und blieb bestehen. 1873 ging die Societe anonyme Charbonnages du Nord in Konkurs. Grillo bildete mit der Ges. Essen - Arenberg und einigen Aktionären der franz. Ges. am 7. April 1873 eine neue Aktiengesellschaft Steinkohlenbergwerk Nordstern. Diese nahm nach Überwindung der Wirtschaftskrise der 80er Jahre einen großen Aufschwung, übernahm infolge weitere Schachtanlagen und Felder. Am 27. Februar 1907 erfolgte dann die Angliederung an den Phönix.

Rarität!

Ausruf: EUR 2.800,- ; Zuschlag Euro 2.800,-


SOCIETE ANONYME POUR L'EXPLOITATION DES ETABLISSEMENTS
DE JOHN COCKERILL A' SERAING & A' LIEGE


Aktie über Frcs. 1000; # 11418; Liege, 18. April 1846; Farbe: grau, beige, rote Überstempelungen, Gründeremission.
Originalunterschrift Konrad Gustav Pastor (1796 - 1890)
bedeutender Industrieller und langjähriger Leiter der Cockerill - Werke in Seraing bei Lüttich.

SOCIETE ANONYME POUR L'EXPLOITATION DES ETABLISSEMENTS  De John Cockerill a Seraing  et a Liege Unterschrift Konrad Gustav Pastor

Zu den bedeutendsten Unternehmerfamilien aus dem deutsch-belgisch-niederländischen Grenzraum zählt auch die der Pastor. Konrad Gustav Pastor, geboren in Burtscheid bei Aachen, erhielt er in Deutschland seine erste technische Ausbildung, und wurde 1813 Mitarbeiter von John Cockerill, der ebenso wie sein Bruder Charles James Cockerill im selben Jahr eine Cousine von Konrad Gustav Pastor geheiratet hat. Zunächst in Verviers, später in Seraing tätig, war der "Belgische Pastor" dort von 1829 bis 1865 Generaldirektor der Cockerill'schen Werke und von 1842 bis 1869 Präsident des Verwaltungsrates.
Seine Söhne Georg Octave und vor allem Gustav Leon Pastor (1832 - 1922), beides Hütteningenieure, haben in der Frühgeschichte der Rheinischen Stahlwerke, deren erstes Werk ab 1871 in Meidrich entstand, eine wesentliche Rolle gespielt.
Die Societe Anonyme John Cockerill a' Seraing & a' Liege wurde 1817 errichtet und 1842 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt mit einem Grundkapital von Frcs. 12,5 Mio., begeben in 12.500 Aktien zu je Frcs. 1000. Gegenstand des Unternehmens: Bergbau u. Mischkonzern mit Eisen- und Stahlwerk,, Maschinenbau und Schiffswerft.
John Cockerill, geb. am 3. August 1790 zu Haslington in Lancashire und gest. am 19. Juni 1840 in Warschau) kam mit seiner Familie über Schweden und Hamburg nach Verviers, wo sein Vater Spinnmaschinen für die Textilindustrie baute. Die Familie zog dann nach Lüttich und Sohn John übernahm 1813 mit seinem Bruder James die Leitung der Maschinenfabrik. 1815 begann John Cockerill mit dem Bau von Dampfmaschinen und Druckwasserpressen in Belgien, wo er mit seinem Bruder in Seraing eine große Fabrik einrichtete. Charles James verkaufte seinen Anteil an den König von Holland, der die Entwicklung der Eisen- und Maschinenindustrie in Belgien förderte. Ab 1833 war John Cockerill alleiniger Besitzer von Seraing. Er legte auf dem Fabrikgelände Steinkohlenschächte an und setzte 1820 die ersten Puddelöfen in Belgien und 1821 eine Koksofen in Betrieb. In schneller Reihenfolge entstanden ein Eisenwerk, Erzgruben, Kohlenwerke, Dampfkesselfabrik und Walzwerk. Weitere Kohlenbergwerke und Erzgruben wurden dazu erworben. So entwickelte sich das Unternehmen rasch zu einem der führenden in der europäischen Eisenindustrie. Cockerill war Mitbegründer der Belgischen Bank, stellte 1835 als erster in Europa Lokomotiven her und gründete in weiteren Ländern (Frankreich, Polen, Deutschland, Spanien etc.) weitere Unternehmen der Branche.
Die schwere Finanzkrise von 1839, die über das junge Königreich Belgien hereinbrach, erschütterte auch die Cockerill'schen Unternehmungen.
Konrad Gustav Pastor gelang es mit geschickter Hand, das Unternehmen aus der Krise zu führen. Nach dem Tod seines Schwagers (Cockerill starb während einer Reise in Warschau), der seit 1834 alleiniger Besitzer war, ging das Unternehmen in Liquidation. Durch Abstoßung des gesamten Besitzes bis auf Seraing und Lüttich, gelang es Pastor, den Kern des Unternehmens zu retten und auf der Grundlage der Serainger Anlagen die "Societe Anonyme des Etablissements John Cockerill" zu bilden, deren Aufstieg zu einem Unternehmen mit Weltruf vor allem seiner rastlosen und von großen Gesichtspunkten getragenen Tätigkeit war.
Das Aktienkapital wurde erstmals 1872 erhöht auf 15,0 Mio. Frcs. Die Gesellschaft baute ihre erfolgreiche Stellung weiter aus und erweiterte den Betrieb auf Kohlebergwerke und Erzgruben, u.a. in Luxemburg und Elsaß-Lothringen und Spanien, und eine Schiffswerft. Im Ersten Weltkrieg wurden die Werke in Seraing beschädigt und nach Kriegsende mit einem Kapitalaufwand von 225 Mio. Frcs., teils aus Reparationsgeldern vom belg. Staat zur Verfügung gestellt, wieder aufs modernste aufgebaut. Im Zuge der tiefen Krise der belgischen Stahlindustrie nach dem Zweiten Weltkrieg vereinigte Cockerill sich 1955 zunächst mit Qugree-Marihaye und Ferblatil zur S.A. Cockerill-Ougree und 1966 mit La Providence, 1970 mit N.V. Metallurgique d'Esperance-Langdoz und letztlich mit La Sambre zum Großkonzern Cockerill-Sambre

Rarität! VF

Ausruf: EUR 2.000,-, Zuschlag Euro 2.000,-


GEWERKSCHAFT RUDOLFSTHAL FÜR BERGBAU UND HÜTTENBETRIEB IN WIEN

Kuxschein über ein Zehntel Anteil, Musterstück! Wien, 13. September 1879; Farbe: beige, hellbraun, grau; Maße: 31 X 41 cm; Doppelblatt, EF, Lochentwertung, Druck: Art. Anst. R. v. Waldheim, Wien.

GEWERKSCHAFT RUDOLFSTHAL FÜR BERGBAU UND HÜTTENBETRIEB IN WIEN Die Gewerkschaft wurde bereits 1854 von Carl Barth gegründet. Zweck war die Exploitation und Ausbeute von Brauneisen. Beschäftigt wurden zeitweise bis zu 90 Arbeiter, allerdings war die Ausbeute nicht sehr ergiebig. Auf Betreiben eines Wiener Industriellen-Konsortiums wurden die Eisenerzvorkommen von Voitsau, Kottes, Dankholz und Koppenhof 1871 erneut auf ihre Ergiebigkeit und Wirtschaftlichkeit geprüft. Die Ergebnisse ließen einen neuerlichen Abbau nicht ratsam erscheinen. 1909 wurde die Gewerkschaft gelöscht.
Äußerst selten, weltweit sind vier Exemplare bekannt, der hier angebotenen Kux stammt aus der Sammlung Eberle.

Ausruf: EUR 4.000,-


WUNSDORFER PORTLAND-CEMENTWERKE, AKTIEN-GESELLSCHAFT


Vorzugs-Aktie über Mark 1.000 # 1320; Wunsdorf, 26. Mai 1900; Farbe: grau, schwarz, beige, rot; Maße: 35 X 46 cm.- Gründerstück!

WUNSDORFER PORTLAND-CEMENTWERKE, AKTIEN-GESELLSCHAFT

Die Gründung erfolgte mit Wirkung vom 1.1.1900, hervorgegangen aus der Fa. "Schmidt, Brosang & Co." in Luthe. Zweck der Gesellschaft war die Übernahme und der Fortbetrieb der am Bahnhof in Luthe gelegenen Portland-Cement-Fabrik. Es wurden 1.500 Aktien zu je Mark 1.000 begeben. Die "Norddeutsche Portland-Cementfabrik" erlangte 1929 eine maßgebliche Beteiligung an der Wunsdorfer Portland-Cementwerke. 1950 erfolgte dann auch die formelle Einbeziehung der schon früher erworbenen Unternehmung durch die Nordcement. Der Aktienentwurf im Jugendstil ist in der Druckplatte mit der Signatur A.S. versehen, sinnigerweise wurden die beiden Damen, die das Firmensiegel in der unteren Randbordüre halten, mit einem Pferdefuß dargestellt. Knickfalten, EF-VF, kleine Stockflecken an den Rändern, Wasserzeichen P.M. Fabriano.
Rarität! Zuletzt lt GET 1991 angeboten.

Ausruf: EUR 4.500,-



ALLGEMEINE DEUTSCHE CREDIT-ANSTALT
Aktie über M 1.200; # 116606; Leipzig, 1. Juli 1897; Farbe: hellblau, hellbraun, hellgrau, rot; Trockensiegel;
Maße: 24,5 X 34; Druck: Giesecke & Devrient Leipzig-Berlin.

ALLGEMEINE DEUTSCHE CREDIT-ANSTALTAls nach dem napoleonischen Krieg in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Deutschland die Industrialisierung einsetzte, konnten die Bankhäuser den sprunghaft ansteigenden Kapitalbedarf für den Bau von Eisenbahnen, die Gründungen neuer Unternehmen - insbesondere im Bereich der Eisen-, Metall- und Textilindustrie - sowie den nach Errichtung des Zollvereins in Angriff genommenen Ausbau eines großzügigen Verkehrsnetzes nicht mehr decken. Erst die Neuordnung des Kreditwesens zu Beginn der 1860er Jahre mit der Errichtung von Aktienbanken nach dem Vorbild des Soc.
Credit Mobilier ermöglichte in engem Zusammenwirken mit Industrie, Handel und Gewerbe den Aufstieg Deutschlands zu einer der großen Industrienationen. Neben dem rheinisch-westfälischen Gebiet war Mitteldeutschland die Region, die sich der Industrialisierung am stärksten öffnete.
Zu diesem Zeitpunkt gab es lediglich die "Leipziger Bank", die ,1838 gegründet, hauptsächlich als Notenbank arbeitete. Die Idee zur Gründung der ADCA kam von Dr. Otto Hübner, welcher bereits maßgeblich bei der Gründung der "Österreichischen Creditanstalt" (1853) in Wien beteiligt war. Es gelang ihm, für seine Pläne verschiedene Mitglieder der "Gewandhausgesellschaft" zu gewinnen. Dem im Januar 1856 gebildeten Gründungskomitee gehörten neben Dr. Hübner Persönlichkeiten wie Gustav Harkort, Albert Defour-Feronce, Karl Hirzel-Lampe, Louis Sellier und Wilhelm Seyffert an, Männer, die im Zusammenhang mit der Gründung der Leipziger Bank, dem Bau der "Leipzig-Dresdener Eisenbahn" und ihrer Tätigkeit bei der deutschen Suez-Gesellschaft weit über die Grenzen Sachsens hinaus als Wegbereiter des wirtschaftlichen Aufstiegs Deutschlands bekannt wurden. Da die Tätigkeit der Bank sich nicht nur auf Sachsen beschränken sollte, beteiligten sich neben den genannten Leipziger Bürgern auch namhafte Kaufleute aus Hamburg, Berlin, Dresden und Breslau. Hervorzuheben ist hierbei die Mitarbeit des Kammerrates Carl von Kaskel, einem der Inhaber des alteingesessenen Bankhauses Michael Kaskel, aus dem nach Umwandlung in eine AG 1872 die Dresdner Bank entstand.
Die ADCA erhielt die Konzession im Mai 1856. Das Grundkapital betrug Tlr. 10,0 Mio. und wurde in Etappen bis zum März 1859 voll eingezahlt. Obwohl bedingt durch die große Wirtschaftskrise 1857-1859 das Grundkapital durch Rückkauf auf Tlr. 5,0 herabgesetzt wurde, gehörte das Kreditinstitut bereits 1870 zu den größten Banken Deutschlands. Bei Aufnahme der Tätigkeit der Bank stand das Gründungs- und Beteiligungsgeschäft im Vordergrund. Die ADCA gehörte zum Beispiel zu den Gründern der "Credit- und Versicherungsbank Lübeck (später Lübecker Handelsbank), der "Gothaer Privatbank Gotha" und der "Schweizerischen Creditanstalt Zürich". Bis 1945 unterhielt das Institut außer der Hauptniederlassung in Leipzig 130 Niederlassungen, davon 109 in Mitteldeutschland, 20 im damaligen Sudetenland und eine in Berlin. 1932 wurde u.a. unter Ausschluss der Liquidation im Wege der Fusion das gesamte Vermögen der "Anhalt-Dessauischen Landesbank in Dessau" übernommen. 1964 wurde der Hauptsitz von Leipzig nach Berlin verlegt, 1969 dann nach Frankfurt und Berlin als Zweigniederlassung geführt. 1973 erfolgte die Verschmelzung mit der "Norddeutschen Kreditbank AG", Bremen. Anfang der 1990er Jahre wurde die ADCA von der Rabobank-Gruppe übernommen. 1897 wurden laut Beschluss der G.V. vom 29. Juni 1897 7.000 Aktien zu je M 1.200 begeben, angeboten den alten Aktionären zu 170%. Der Besitz von je M 6.000 alter Aktien berechtigte zum Bezug einer neuen Aktie zu je M 1.200, dividendenberechtigt ab 1. Januar 1898.
Rarität, bisher sind lediglich zwei Exemplare dieser Emission bekannt, nicht im GET gelistet. Knickfalten, VF

Ausruf: EUR 1.250,- Zuschlag Euro 1.250,-


STIFTUNGSANTEIL DES NEUEN GEWANDHAUSES IN LEIPZIG

Stiftungs-Anteil # 0226; eingetragen auf Herrn Rechtsanwalt Dr. Max Engels; Leipzig, 1. Juli 1884 Farbe: blau, beige, rotbraun; Maße: 19,8 X 29. - Originalunterschriften, u.a. vom Vorsitzenden des Direktoriums Paul Bernhard Limburger.

STIFTUNGSANTEIL DES NEUEN GEWANDHAUSES IN LEIPZIGDiese Anteile wurde für den Bau des Neuen Gewandhauses begeben und lauteten jeweils auf Mark 500. Während der Bauzeit wurden sie mit 4 % verzinst. Nach Fertigstellung erhielt der Anteilbesitzer zu den dort stattfindenden Konzerten freien Zutritt und die Verzinsung ermäßigte sich auf 2%. Im Mittelalter war das Gewandhaus Lager- und Verkaufshalle der mit dem Tuchhandel beschäftigten Zünfte. Im Leipziger Gewandhaus fanden seit 1781 Konzerte mit eigenem Orchester statt. Dirigenten im neuerbauten Gewandhaus waren ab 1885 u.a. Mendelssohn-Bartholdy, A. Nikisch, B. Walter, W. Furtwängler. Ein regelmäßiger Gast der Konzerte war auch Clara Schumann.
Ab 1970 dirigierte Kurt Masur das Orchester, der durch seinen Einfluss wesentlich zum friedlichen Verlauf der deutschen Wende beitrug und 1990 dem Ruf nach New York folgte, um dort als Nachfolger von Zubin Metha Chef der New Yorker Philharmoniker zu werden.
Innenseitiger Übertragungsvermerk vom 25. April 1925, dieser Eintrag wurde von der Concert-Direktion, namentlich Brockhaus, unterzeichnet.

EF- VF Äußerst selten!

Ausruf: EUR 1.400,-


DEUTSCHE BANK ZU BERLIN

Aktie über Mark 1.200 # 209956 Serie X; Berlin, im Januar 1906 ; Farbe: helloliv, braun, weiß, schwarz, rot, grau; Maße: 22 X 29. Trockensiegel, EF - Faksimileunterschriften: Aufsichtsrat Ed. vom Rath, Direktion: Gen. Konsul Rudolf von Koch,

Deutsche Bank zu BerlinDas Institut, heute eine der weltgrößten Banken, wurde auf Initiative einer Bankiersgruppe ( Victor von Magnus, Geheimer Kommerzienrat Zwicker, G. Müller, G. Kutterer und Adolf vom Rath) unter Führung von Adelbert Dellbrück errichtet und erhielt 1870 durch König Wilhelm I die Concession. Am 9. April 1870 in einem kleinen, gemieteten Lokal in der Französischen Straße wurden die Schalter geöffnet. Zweck: Betrieb von Bankgeschäften aller Art, insbesondere die Förderung und Erleichterung der Handelsbeziehungen zwischen Deutschland, den übrigen europäischen Ländern und überseeischen Märkten. Das Grundkapital war auf 20 Millionen Taler festgelegt, wovon zunächst 5 Mio. zur Ausgabe kamen. Zur öffentlichen Zeichnung wurden zunächst zwei Mio. Taler aufgelegt, die sofort stark überzeichnet wurden. In die Direktion wurden Georg von Siemens und W.A. Platenius berufen.
Die Entwicklung der Bank in den Folgejahren ist vor allem der Verdienst Georg von Siemens, unter dessen Führung 1871 die Bremer Filiale eröffnet wurde, gefolgt von dem Ausbau der Organisation mit Filialen in Hamburg, Shanghai und Yokohama 1872. In diesem Jahr wurde das Aktienkapital von 5 Mio. auf 15 Mio.Taler erhöht. Nach Beteiligungen an der Pariser Bank Weisweiler & Goldschmidt und der New Yorker KgaA Knoblauch und Liechtenstein folgte in London die Errichtung der Deutsche Bank (Berlin) London Agency Ltd. 1873. Somit war ein entscheidender Schritt für die Entwicklung des überseeischen Geschäftes getan. 1874 erwarb die Deutsche Bank Berlin eine Beteiligung und übernahm infolge die Leitung der Deutsch-Belgischen La Plata-Bank, die in Argentinien und Uruguay arbeitete. 1875 wurden die Filialen Shanghai und Yokohama liquidiert.Im gleichen Jahr wurde das Aktienkapital von Taler auf 45 Mio. Mark Deutscher Reichswährung umgestellt. 1876 eröffnete die erste Depositenkasse in der Burgstraße, Berlin. 1881 wurde das Aktienkapital erhöht auf jetzt 60 Mio,. Mark.
1883 reiste Georg von Siemens zur feierlichen Eröffnung der unter Villard fertiggestellten Northern Pacific Railroad, an deren gewaltigem Kapitalbedarf das Bankhaus Jay Cooke und Co. scheiterte .
1885 wurde die Deutsch-Belgischen La Platabank geschlossen und 1886 die Deutsche Übersee-Bank mit einem Kapital von M 10,0 Mio. gegründet, im gleichen Jahr auch die Filiale in Frankfurt eröffnet. 1887 folgte die Eröffnung der Filiale in Buenos Aires.
1888 wurde das Aktienkapital auf 75,0 Mio. Mark erhöht, die Deutsche Bank erhielt im gleichen Jahr die Konzession zum Bau der Anatolischen Eisenbahn. 1889 folgte dann die Gründung der "Anatolischen Eisenbahn-Gesellschaft, 1890 Übernahme der Betriebsgesellschaft für Orientalische Eisenbahnen in der europäischen Türkei, 1892 Eröffnung der Filiale München, 1893 tritt die Deutsche Uebersee-Bank in Liquidation, und die Deutsche Ueberseeische Bank wird mit einem AK von 20 Mio. Mark gegründet. 1894 wurde in den USA eine Schutzvereinigung zur Reorganisation der Northern Pacific unter Mitwirkung Georg von Siemens und J.P. Morgan gegründet. 1895 folgte eine weitere Kapitalerhöhung um 25 auf M 100,0 Mio. 1896 war die Sanierung der Northern Pacific beendet, der Ausbau der Anatolischen Eisenbahn bis Konia beendet. 1897 wurde das Aktienkapital weiter erhöht um 50 auf M 150,0 Mio., 1898 gründete die Deutsche Bank die Deutsch-Ueberseeische Elektricitätsgesellschaft (siehe Branche Elektrizitätsgesellschaften), und erhielt 1899 die Vorkonzession zum Bau der Bagdadbahn. Das Berliner Bankgebäude umfasste mittlerweile einen von der Behren-, Mauer-, Französischen und Kanonierstraße umgebenen Häuserblock. Bei allen Aufzählungen bis zum Jahrhundertwechsel unter Leitung Georg von Siemens sei das Engagement in der Kabelindustrie ( United States Direct Cable Company), der Elektrizitätsindustrie (Siemens, AEG, Siemens & Halske, Rathenaus Deutsche Edison-Gesellschaft etc. ) nicht zu vergessen. 1901 verstarb Georg von Siemens, was als Abschluss einer imponierenden Epoche der Deutschen Bank im Geschäftsbericht 1901 vermerkt wird:"
Die a. o. Hauptversammlung vom 27.11.1905 beschloss zur Stärkung der Betriebsmittel eine Kapitalerhöhung um M 20,0 Mio., begeben in 16.664 Aktien zu je M 1.200 , den Aktionären angeboten vom 10.-16.1. 1906 zu 200%.
Laut Generalversammlungsbeschluss vom 29. Oktober 1929 übernahm die Ges. die seit Juni 1851 als gleichnamige Kreditgesellschaft bestehende "Diskonto-Gesellschaft K.G.a.A." im Wege der Fusion. Gleichzeitig wurde die Fortführung der bisherigen Fa. als "Deutsche Bank und Diskonto-Gesellschaft" fortgeführt. Laut Hauptversammlung vom 6. Oktober 1937 erfolgte die Wiederherstellung des alten Firmennamens durch Streichung der Worte "und Diskonto-Gesellschaft". Nach Auflösung der Hauptniederlassung Berlin wurde 1956 unter Verschmelzung der Nachfolgeinstitute der Firmensitz nach Frankfurt verlegt. 1990 erfolgte dann die Verschmelzung mit der 100 % igen Tochter Deutsche Bank Berlin AG, 1999 die Übernahme von Bankers Trust und Übertragung des Bereiches Privat- und Geschäftskunden auf die Deutsche Bank 24 AG Frankfurt.
(Quelle: Fritz Seidenzahl: 1870/1970/ 1900 Jahre Deutsche Bank - Karl Helfferich: Georg von Siemens, Band I und II, Verlag Springer 1923)
Rarität!

Ausruf: EUR 7.800,- , Zuschlag Euro 7.800,-


DEUTSCHE ÜBERSEEISCHE BANK ZU BERLIN

Aktie über M 1000 # 17428; Ser. V. Berlin, 31. März 1896; Farbe: braun/rosé/blau; Maße: 26 X 35.
Lochentwertung VF Gründeremission!

DEUTSCHE ÜBERSEEISCHE BANK ZU BERLINDas Institut ist aus der im Oktober 1893 von der Deutschen Bank Berlin als Spezialinstitut für den Geschäftsverkehr mit Lateinamerika, Spanien und Portugal gegründeten "Deutschen Überseebank" hervorgegangen. Aus rein technischen Gründen wurde die Deutsche Überseebank 1896 formell liquidiert und die Firmierung in ob. Bezeichnung geändert. Im Laufe des Zweiten Weltkrieges kam es zur Schließung sowohl der in Argentinien, Chile, Peru, Spanien und Urugay unter dem Namen "Banco Aleman Transatlantico" unterhaltenen Filialen als auch der im Ostsektor gelegenen Zentrale der Geselllschaft. Im November 1952 wurde von der Aufsichtsbehörde die Sitzverlegung nach Hamburg anerkannt. 1953 erfolgte die Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebes. Es wurden 4000 Aktien zu je M 1000 begeben.

Ausruf: EUR 150,-



DEUTSCH-ÜBERSEEISCHE ELEKTRICITÄTS GESELLSCHAFT

Aktie über M 1.000, # 69582; Berlin, im Juli 1906; Farbe: braun, grün, weiß, schwarz; Faksimileunterschriften als Aufsichtsrat: Bank-Dir. Arthur von Gwinner (Deutsche Bank), als Vorstand: E. Heinemann Die Gestaltung der Aktie stammt von Otto Eckmann, in der Druckplatte signiert. Er gestaltete den wohl schönsten Jugendstil auf einer deutschen Aktie mit den typisch-hellen Farben. Der Maler, Graphiker und Kunsthandwerker Professor Otto Eckmann wurde am 19. November 1865 in Hamburg geboren und verstarb am 11. Juli 1902 in Badenweiler. Er studierte an den Kunstgewerbeschulen Hamburg, Nürnberg und München und war als Landschaftsmaler sehr geschätzt. Ab 1897 leerte Eckmann als Professor für ornamentale Malerei an der Unterichtsanstalt des königlichen Kunstgewerbemuseums in Berlin. Seit 1900 war er auch als Graphiker für die AEG tätig.

DEUTSCH-ÜBERSEEISCHE ELEKTRICITÄTS GESELLSCHAFTDas Unternehmen wurde von der Deutschen Bank Berlin und der AEG mit Sitz in Berlin und Zweigniederlassung in Buenos Aires gegründet, um die dort 1900 fertiggestellte Gleichstrom-Zentralstation der AEG zu betreiben.
Im März 1901 absorbierte die Ges. das französische Konkurrenzunternehmen und übernahm so die für die Ges. von der Union Elektric. Ges. gebaute Wechselstrom-Zentrale. Weitere Übernahmen im Jahre 1903 waren die engl. River Plate Electricity Company und die engl.-argentinische Gasgesellschaft Primitiva Gas & Electric Lighting Company of Buenos Aires. Danach war die Konkurrenz vollends ausgeschaltet, die Deutsch-Überseeische hatte für Buenos Aires Stadt das Monopol der Elektrizitäts-Erzeugung und Vertrieb. Desweiteren besaß die Gesellschaft die Tramway Metropolitano, deren Konzession bis 1960 ausgehandelt war.
1906 wurden 36.000 Aktien zum Erwerb von verschiedenen Unternehmen in Montevideo und anderen Plätzen aufgelegt, besonders zur Erweiterung der Anlagen in Buenos Aires. Bezugsrechtsstempel von 1909; EF, kl. Faltspuren.
Rarität!

Ausruf: EUR 2.500,- , Zuschlag Euro 2.600,-


RHEINISCH-WESTFÄLISCHE BODEN-CREDIT-BANK IN KÖLN

Aktie über M 1000; Serie A # 01743; Köln, 1. August 1894 ; Farbe: hellbraun, beige, oliv; Maße: 25 X 33. Gründeraktie.

Rheinisch Westfälische Boden-Credit-Bank in KölnDas Institut wurde durch ein Bankenkonsortium, u.a. auch von dem "Schaffhausen'schen Bankverein" gegründet. Es erhielt noch im im Gründungsjahr das Privileg zur Ausgabe von Hypothekenpfandbriefen für die Dauer von 100 Jahren. Erneuerung der Statuten 1895 und 1900. Zweck: Förderung des Bodenkredits in der Rheinprovinz und in der Provinz Westfalen, sowie in den übrigen preußischen und deutschen Gebieten. Das Grundkapital der Serie A betrug M. 4,0 Mio., begeben in 4.000 Aktien zu je M. 1.000, voll eingezahlt. Des weiteren wurden die Serien B, C, D und E., jede zu 4000 Aktien a. M. 1000 aufgelegt. Das Institut firmiert heute unter "Rheinboden Hypothekenbank AG" Als Aufsichtsrat zeichnete im Original Eugen Langen. (Kölner Industriellen-Familie, Pfeifer & Langen, Zuckerindustrie).
, mittl. Knickfalte rückseitig hinterlegt. VF-F Im Unterdruck Abbildung der Germania vor Burgenlandschaft.
Sehr selten!


Ausruf: EUR 780,- , Zuschlag Euro 780,-


RHEINISCH-WESTFÄLISCHE GENOSSENSCHAFTSBANK

Aktie über Tlr. 100,- # 1120; Köln, 11. März 1872; Farbe: weiß/hellbraun; Maße: 23x30 cm. Gründerstück!

RHEINISCH-WESTFÄLISCHE GENOSSENSCHAFTSBANK

Es wurden 5.043 Aktien zu je Tlr. 100,- begeben. Die Gesellschaft wurde 1872 gegründet. Im März 1889 wurde der Firmenname in "Rheinisch-Westfälische Bank" geändert und der Sitz von Köln nach Berlin verlegt. 1886 übernahm die Bank den Betrieb der "Stollberger Glashütten Jordan AG" auf eigene Rechnung. 1896 ging das Unternehmen in Konkurs. Es stellte sich heraus, daß die Bank illegal Wertpapiere verkauft oder verpfändet hatte.
Rarität! VF

Ausruf: EUR 650,-, Zuschlag Euro 800,-



VOLKSBANK VON SOFIA

Aktie über Gold-Leva 50 # 22611; Sofia, 19. Februar 1920;
Farbe: gelb, hellgelb, rot, rosé, hellblau, hellgrün, gold; Maße: 42 X 38;

VOLKSBANK VON SOFIA

Diese bulgarische Bankaktie ist der Prototyp der türkischen und osmanischen Stilrichtung des östlichen Wertpapierdrucks, in hellen Jugendstilfarben- und Elementen, aufwendigen Blattgoldvignetten und Ranken gedruckt, zählt die Aktie zu den drucktechnisch und gestalterisch aufwendigsten und schönsten Wertpapieren Bulgariens.
Künstlersignatur in der Druckplatte. Kps. EF-VF
Äußerst selten!

Ausruf: EUR 1.000,-
Zuschlag Euro 1.000,-

 

AKTIENGESELLSCHAFT FÜR LANDWIRTSCHAFTLICHE MASCHINEN
VORMALS GEBR. BUXBAUM, WÜRZBURG

Aktie über Mark 1.000,-; #263; Würzburg, im Dezember 1909; Trockensiegel mit Firmenlogo;
Farbe: beige, gelb, hellblau, hellbraun, rot, schwarz; Maße: 27,4 X 40,1;

Aktiengesellschaft für landwirtschaftliche Maschinen, vormals Gebr. BuxbaumDie Gesellschaft wurde 1899 gegründet unter Übernahme der Fa. Gebr. Buxbaum, seinerzeit größte süddeutsche Drillmaschinen-Fabrik. Zweck war die Herstellung, der Vertrieb und die Reparatur von landwirtschaftlichen und anderen Maschinen aller Art. Das Unternehmen erwirtschaftete in den Folgejahren große Verluste. Den Direktoren Isaak, Bernhard und Leopold Buxbaum wurde darauhin wegen Bilanzverschleierung der Prozeß gemacht. Zur Sanierung wurde mit Unterstützung eines Bankenkonsortiums das Aktienkapital 1909 von Mark 1,25 Mio. auf Mark 125.000,- herabgesetzt und gleichzeitig wieder erhöht durch Ausgabe von 875 Aktien zu je M 1.000. Nach der Goldmarkbilanz wurde das Aktiennominal auf RM 400 abgestempelt. Ende der 1920er Jahre wurde die Gesellschaft gelöscht.
Äußerst selten! EF

Ausruf: EUR 2.400,- Zuschlag Euro 2.400,-


BREMER VULKAN SCHIFFBAU UND MASCHINENFABRIK IN GROHN

Inhaberaktie über M 1000; Nr 1673; Grohn; im April 1897; Farbe: grün, schwarz, beige;
Maße:31,4X24,4; Trockensiegel; Doppelblatt; 3. Kapitalerhöhung! Es wurden lediglich 500 Aktien zu je M 1.000 begeben.

BREMER VULKAN SCHIFFBAU UND MASCHINENFABRIK IN GROHN Gegründet wurde die Ges. am 23.10.1893 mit Sitz in Grohn bei Vegesack unter Übernahme der Fa. Joh. Lange in Grohn, 1895 erfolgte die Übernahme der in Liquidation getretenen "Bremer Schiffsbau-Ges." mit sämtl. in Vegesack, Fahr- und Lobbendorf gelegenen Grundbesitz und Geschäftsbetrieben unter gleichzeitiger Sitzverlegung nach Vegesack. Zweck: Neubau und Reparatur von Schiffen, Fahrzeugen, Maschinen und Maschinenteilen aller Art, Anlagen von Werften, Kesselschmieden, Eisen- und Metallgießereien, Schifffahrtsbetrieb. Spezialität: Passagier- und Frachtdampfer. Heutiges Tätigkeitsgebiet: Großkonzern, neben dem Schiffsbau Umbau und Reparatur von Fahrzeugen aller Art, Schifffahrtstechnik, EDV-Dienstleistungen sowie Unternehmensbeteiligungen.
Bremer Vulkan Verbund im Anschlusskonkurs. Gut 100 Jahre nach Gründung der Stammwerft ist die Bremer Vulkan Verbund AG in Konkurs gegangen. Das Amtsgericht Bremen eröffnete nach dem Scheitern der Vergleichsbemühungen am Mittwoch den 1. Mai 1996 um O Uhr das Insolvenzverfahren. EF-VF
Äusserst selten !

Ausruf: EUR 1.400,- , Zuschlag Euro 1.500,-

 


DEUTSCHE BABCOCK & WILCOX-DAMPFKESSEL-WERKE ACTIENGESELLSCHAFT

Aktie über M 1000; # 1355; Berlin, 15. Januar 1899; Farbe: hellbraun, oliv, schwarz; Maße: 27 X 35. Gründerstück!

DEUTSCHE BABCOCK & WILCOX-DAMPFKESSEL-WERKE ACTIENGESELLSCHAFT Die Errichtung der Gesellschaft erfolgte am 1. Oktober 1898 . In diese Gesellschaft brachte die englische "Babcock & Wilcox , London Ltd." ihre deutsche Abteilung Berlin, die Zweigniederlassung und das Hauptbureau in Oberhausen (Rhld.), sowie weitere Filialen in Frankfurt a/M, Kiel, Danzig u. Stuttgart mit allen Rechten der Produktion und des Verkaufes für das Deutsche Reich ein. Zweck: Errichtung, Betrieb, Erwerb u. Veräußerung von Anlagen aller Art auf dem Gebiet der Maschinenindustrie, insbes. Herstellung und Lieferung von Dampfkesseln
im Gebiet des Deutschen Reiches, dessen Kolonien u. Schutzgebieten nach dem System Babcock & Wilcox. Es wurden 2.000 Aktien zu je M 1000 ursprünglich aufgelegt. 1968 erfolgte die Änderung der Firmierung in "Deutsche Babcock & Wilcox Aktiengesellschaft". Im Zuge der Neuorganisation der Unternehmensgruppe wurden in den Jahren 1980-81 die produktionsbezogenen Aktivitäten der "Deutschen Babcock Aktiengesellschaft" ausgegliedert und die ges. Unternehmensgruppe in 5 operierende Bereiche eingeteilt, wobei die Deutsche Babcock Führungsgruppe wurde. Die Babcock - Gruppe, ein Unternehmen des Stahl-, Maschinen- und Industrieanlagenbaus ist auf dem Gebiet konventioneller Dampferzeuger führender Hersteller in Europa. EF-VF
Sehr selten!


Ausruf: EUR 750,- , Zuschlag Euro 750,-


ACTIEN-ZUCKER-FABRIK DETTUM

Namens-Aktie über Tlr. 100 Courant # 168; Actien-Zucker-Fabrik Dettum, 1. März 1872; Farbe: beige/schwarz, Vignette mit Golddruck umrandet, Trockensiegel; Maße: 33,5 X 21; Originalunterschriften des Ausschusses und der Direktion u.a. H. Wolff und W. Westphal,
Druck: Jul. Krampe, Hofbuchdruckerei Braunschweig, eingetragen auf August Rose, Ackermann in Dettum, innenseitig indossiert auf Ernst Bosse. EF
Gründeraktie!

ACTIEN-ZUCKER-FABRIK DETTUM Es wurden 800 Aktien zu je Tlr. 100 begeben. Erstmals 1908 wurde das Grundkapital erhöht um M. 18.000, sodass sich das Kapital nach der Goldmarkbilanz auf 1060 Aktien zu je RM 200 einstellte.
Das hier offerierte Aktienzertifikat gehört zu den großen Raritäten dieses Sammelbereiches, in mehr als 20 Jahren wurden lediglich drei Stücke ( 1987, 1995 und zuletzt 1996) angeboten. Die große Vignette zeigt die Fabrikanlagen der Rübenzuckerfabrik, die zwischen 1913/14 und 1926/27 immerhin eine Rohzuckerproduktion von 40.000 und 70.000 Ztr. aufwies. Im Vordergrund Gleise mit Signalanlagen und einen mit Rüben beladenen Zug der Braunschweig-Schöninger Eisenbahn.
Rarität!

Ausruf: EUR 3.500,- , Zuschlag Euro 3.500,-

 

 

 

 



DAVID SÖHNE AKTIENGESELLSCHAFT

Aktie über Mark 1.000,-; #0279; Halle an der Saale, den 12. Februar 1907; Farbe: beige, braun, grün, rot, gelb, grau; Maße: 38 X 37;

DAVID SÖHNE AKTIENGESELLSCHAFT Deutschlands älteste Schokoladenfabrik wurde im Jahre 1804 von J. F. Miethe gegründet und firmierte ab 18.4.1905 als AG. Zweck der Ges. war die Herstellung und der Verkauf von Schokoladen, Pralinen und Kakaofabrikaten, Zuckerwaren, Handel mit Tee. Beteiligt war die Ges. an der "Olka" Schokoladenwerke A.-G., Oliva-Danzig. Zur Gründung wurden 1.100 Aktien zu je M 1.000 begeben. Nach weiteren Kapitalerhöhungen wurde das A.K. 1924 umgestellt auf RM, begeben in 2650 Aktien zu je RM 600. 1934 wurde der Betrieb von den Nationalsozialisten aufgrund jüdischen Besitztums enteignet und in "Mignon Schokoladenwerke AG" umbenannt. 1943 kam dann die kriegsbedingte Stillegung. Das Werk fertigte Zubehörteile für Flugzeugträgerflächen. 1950 erfolgte die erneute Enteignung, das Unternehmen wurde volkseigener Betrieb (VEB) und 1987 dem Süßwarenkombinat Halle angegliedert. Die Berliner Treuhandanstalt verkaufte den Betrieb 1992 an die Hallorenbeteiligungsgesellschaft GmbH (Hannover) . Spezialität der heutigen Halloren Schokoladenfabrik GmbH sind u.a. die berühmten Hallorenkugeln. Halloren nannte man gegen Ende des 15. Jahrhunderts eine Bevölkerungsgruppe, die im "Thale zu Halle" ansässig waren und von der Salzgewinnung lebten. EF

Ausruf: EUR 350,- , Zuschlag Euro 350,-



TÖNNINGER DAMPFSCHIFFAHRTSGESELLSCHAFT

Namens-Aktie über Tlr.100 preuß. crt. # 2617; eingetragen auf F.F. Magnussen; Tönning, 31. Dezember 1874; 1. Kapitalerhöhung; Farbe: hellgelb, hellblau, grau, grün, blau Vignette mit großem Dampfsegler. Maße: 34 X 24; Originalunterschriften des Direktoriums, D. Samman, O.B. Lorenz und Gustav Adolf Thomsen.

TÖNNINGER DAMPFSCHIFFAHRTSGESELLSCHAFTDas Unternehmen wurde am 20. November 1871 gegründet. Zweck war der Transport von Schlachtvieh nach England mit eigenen Schiffen, importiert wurde englische Kohle.
Diese Reederei war Anlass zur Gründung der Tönninger Darlehnsbank (1875) der späteren Schleswig-Holsteinischen Bank, und der Westholsteinischen Bank (1896). Beide Institute wurden durch Gustav Adolf Thomsen gegründet. Die Banken verliehen alljährlich im Frühjahr Gräserkredite zur Aufzucht von Jungvieh. Auf Schiffen der Tönninger Dampfschifffahrtsgesellschaft wurde das Schlachtvieh dann im Herbst nach England transportiert. Die Reederei erwirtschaftete in den Folgejahren einen Marktanteil von rd. 70%, in den Jahren 1874-1880 wurden rund 60.000 Stück Vieh transportiert. Schiffsverluste und die englische Konkurrenz, die mit niedrigen Frachtraten um Marktanteile kämpfte sowie der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in England 1889, die den sofortigen Viehimportstop zur Folge hatte, führten zu schweren Verlusten. Jetzt machte sich der einseitige Unternehmenszweck negativ bemerkbar. Im Jahre 1888 konnten letztmalig 4,5% Dividende gezahlt werden, bis 1892 waren nur noch zwei Dampfer der Tönninger Dampfschifffahrtsgesellschaft im Dienst, die hauptsächlich Viehtransporte von und nach Australien, Amerika, den Falklands oder England zum Zweck hatten. 1893 schließlich wurde die Gesellschaft liquidiert, die beiden letzten Schiffe übernahm die Kieler Reederei Dietrichsen. VF
Äußerst selten!

Ausruf: EUR 2.500,- Zuschlag Euro 2.500,-


 

LA REAL COMPANIA DE COMERCIO ESTABLECIDA EN BARCELONA

Aktie über Pesos 250; # 1265; 8. Februar 1759. Farbe: schwarz, grau, beige, Druck auf Tierhaut; Maße: 30,0 X 39,5. - Gründeraktie! Die Gesellschaft wurde 1755 gegründet mit einem Ursprungskapital von 1,0 Mio. Pesos, ausgegeben in 4.000 Aktien. Es wurden allerdings nur 1.785 Stücke gezeichnet. Die Aktie wurde im ganzflächigem Kupferstich auf Kalbspergament gedruckt. Der Entwurf stammt von Emanuel Tramullas Pictor Delin, gestochen von Ignatius Valls, bekannt für seine großformatigen Arbeiten; am unteren Rand stärker beschnitten, daher sind die Signaturen des Zeichners und Stechers fast nicht mehr erkennbar, das Druckbild aber nicht beeinträchtigend; Filigransiegel intakt, EF-VF

LA REAL COMPANIA DE COMERCIO ESTABLECIDA EN BARCELONABei dieser Aktie handelt es sich um die klassische Form der alten, spanischen Wertpapiere, bei denen die Schriftzüge untergeordnet sind Die Abbildungen zeigen u.a. die Heilige Maria vor dem Montserrat mit der Strahlenkranzkrone und dem Jesuskind auf dem Schoß, umringt von vier katalanischen Heiligen, links das Wappen der Bourbonen des Königreichs Spanien, re. Wappentafel der Stadt Barcelona. Unten die große, eindrucksvolle Ansicht des Hafens von Barcelona vom Meer aus gesehen, Galeonen, Handelsbarken und Segelschiffe runden das Bild ab. Putten mit Dreizack, Weinfässchen, Trauben, Warenballen, Zitrusfrüchten und Feigen sowie die Darstellung eines Alligatorkopfes symbolisieren den Zweck der Gesellschaft.
Zu Beginn wurde der Handel mit den Inseln Santo Domingo, Puerto Rico und Margarita aufgenommen, hinzu kam dann das Monopol für Segelfahrten nach Honduras und Guatemala. 1771 erwarb die Gesellschaft das Recht, mit Buenos Aires Handel aufzunehmen. Dieses ermöglichte die Auszahlung der ersten und auch einzigen Dividende. Infolge des Krieges mit England wurde die Gesellschaft 1785 von der Real Compania de Filipinas übernommen.

Äusserst selten!

Ausruf: EUR 2.200,-


COMPANIA VALENCIA DE VAPORES CORREDOS DE AFRICA SOCIEDAD ANONIMA

Namens-Aktie über Ptas. 825; eingetragen auf D. Vicente Pucho Sarthou; Ser. 1; # 54447; Valencia, 1. Januar 1913; Farbe: hellbraun, braun, hellgrün; Maße: 37 X 43 cm. Originalunterschriften der Direktion, Druck: Imp. Lit. J. Pallares, Valencia Der Aktienentwurf stammt von J Renaur, in der Druckplatte signiert. Gründeraktie!

COMPANIA VALENCIA DE VAPORES CORREDOS DE AFRICA SOCIEDAD ANONIMA

Zweck der Gesellschaft war die Schaffung einer Postverbindung mittels Dampfschiffen von Valencia nach Afrika. Es wurden 9830 Aktien zu je Ptas. 825 begeben. Randeinrisse sowie Durchbruch der mittleren Knickfalte wurden fachmännisch restauriert, daher EF-VF.
Äußerst selten!

Ausruf: EUR 750,- , Zuschlag Euro 750,-



DISTILLERIE DE LA RHODINE SOCIETE ANONYME

Namens-Aktie über Frcs. 100; # 471; eingetragen auf Monsier Etienne Doyen, Hotel a Conde en Brie (Oisne); Beauvais, 8. Dezember 1901; Farbe: hellblau, beige, rot, schwarz; Maße: 39 X 29; Kps. ausgeprägte Knickfalten, am oberen Rand hinterlegt, geringe Stockflecken.
Gründerstück! Sitz der Gesellschaft war Beauvais, ( Oisne) , die Produktionsstätte lag in der Stadt Cires-les-Mello. Hergestellt wurde der Speziallikör La Rhodine.

DISTILLERIE DE LA RHODINE SOCIETE ANONYMEDie großflächige Abbildung der Likörflasche auf der Aktie weist auf den Ritterorden der Templer hin: Roter Flaschenverschluß mit Tatzenkreuz, Banderole mit den sichtbaren lateinischen Worten istius liquoris porcula, ..incommodapne..bodus militibus erit..; darunter ein rotes Lacksiegel mit den Daten 1308-1372, weißes Tatzenkreuz auf rotem Untergrund, dann der Name La Rhodine, Liqueur de l'Ordre des Chevaliers de Rhodes, unten: le Commandeur, rotes Tatzenkreuz Ciresius.
Die Tempelritter, kurz Templer genannt, waren ein Ritterorden im Mittelalter, gegründet um 1120. Der volle Name dieser Gemeinschaft lautete "Arme Ritterschaft Christi vom Salomonischen Tempel". Diesen Namen bekamen sie, weil sich ihr Ordenssitz in Jerusalem auf den Ruinen des Tempels von König Salomon befand. Die Templer gelobten Armut, Keuschheit und Gehorsam gegenüber der Kirche und dem Pabst. Ihr Ziel war die Bewachung der Pilgerwege nach Jerusalem. 1128 wurde auf der Synode von Troyen der Templerorden offiziell bestätigt. Die Ritter trugen Schwert und Lanze, Kettenhemd und Kettenbeinlinge, einen weißen Wappenrock mit rotem Kreuz und einen weißen Umhang. Der Orden verfügte von Anfang an über große Geldmittel, da die ersten Templer aus reichen Familien ( viele aus Frankreich) kamen und ihre Besitztümer dem Orden überließen. 1129 verfügten die Templer bereits über Besitztümer in Italien, Frankreich, Österreich, Ungarn und im Heiligen Land. Am 13. Oktober 1307 erfolgte unter Phillip (dem Schönen) die Verhaftung der Templer in Frankreich. Sie wurden der Anbetung eines Dämonen, Homagium und sexueller Vermischung angeklagt und zerschlagen. Hintergrund war die Finanznot des Königs, der so an die Reichtümer der Templer, zumindest in Frankreich, kam. 1312 wurde auf dem Konzil von Vienne die offizielle Auflösung des Ordens durch den Papst bekannt gegeben.
Die Liköre übrigens haben ihren Ursprung in Italien und waren im 13. Jahrhundert nichts anderes als gesüßte Medikamente. Das Wort Likör stammt von dem italienischen Wort liquore (Flüssigkeit). Bereits im 13. Jahrhundert stellte der Leibarzt verschiedener Päpste, Arnoldus Villaovanus, diese Neuheit der alkoholischen Getränke her. Vermutlich hatte er mit seinen prominenten Patienten die auch heute noch bekannte Schwierigkeit, ihnen die Kräuter, Samen und Früchte schmackhaft zu machen. Er versüßte die Mixturen mit dem Saft reifer Pflaumen und Honig. Knapp 200 Jahre später, 1533, zog Catharina de Medici von Florenz nach Pais, um die Frau des Herzogs von Orlean (später Heinrich II. von Frankreich) zu werden. Sie hatte in ihrem Gefolge einige Spezialisten in der Herstellung von Likören, die ihre Kunst an die Franzosen weitergaben. Diese begannen mit neuen, raffinierten Zusammenstellungen den Italienern den Rang abzulaufen und haben ihn bis heute nicht wieder abgegeben.
Die hier angebotene Aktie der Distillerie de la Rhodine wurde Anfang 1990 erstmals in Belgien versteigert und kommt nun aus einer Privatsammlung erneut zum Aufruf. Weitere Stücke sind bisher nicht bekannt. VF
Rarität

Ausruf: EUR 2.300,-


DORTMUNDER UNION-BRAUEREI ACTIEN-GESELLSCHAFT

Aktie über M 1.000 # 2852; Dortmund, 31. Oktober 1885; Farbe: weinrot, hellbraun, grau; Maße: 23 X 30 cm.- Trockensiegel, Lochentwertung. Faksimileunterschriften D. Rosenberg (Vors. D. A.-R.), und H.L. Brüggemann (Direktion). Gambrinus- Vignette im Rahmen, darunter große Vignette mit Abbildung des Brauereigeländes.
1. Kapitalerhöhung, es wurden 1.175 Aktien zu je M 1.000 begeben.

DORTMUNDER UNION-BRAUEREI ACTIEN-GESELLSCHAFTDie Dortmunder Union-Brauerei wurde am 1.2.1873 mit Sitz in Dortmund gegründet: Zweck war die Übernahme und Fortführung der Brauerei Struck & Co. auf einem Areal von 98 Ar 17 qm, im verkehrsreichsten Teile der Stadt gelegen mit Hausgrundstücken am Markt in Dortmund und in Berlin auf der Leipziger Strasse. Hier wurde ab dem 1.10.1890 der Ausschank eigenen Bieres betrieben. 1891/92 betrug der Bierausstoß bereits 132403 Hektoliter. In den Folgejahren prosperierte das Unternehmen durch Übernahme weiterer Brauereien. 1972 fusionierte die Dortmunder Union Brauerei mit der 1842 gegründeten Schultheiss-Brauerei AG in Berlin zur Dortmunder Union-Schultheiss Brauerei. 1988 erfolgte die Umfirmierung in Brau und Brunnen AG. EF-VF, das Stück wurde fachgerecht restauriert.
Rarität!


Ausruf: EUR 1.250,-, Zuschlag Euro 1.250-


 

kompletten Katalog nach Losnummern

als pdf files zum Download hier

 

 


 

Erhaltungshinweise (international)

UNC = UNICIRCULATED (ausgabefrisch, sauber, glatt)
EF = EXTREMELY FINE (kleine Faltspuren oder geringe Flecken)
VF = VERY FINE (Umlaufspuren, jedoch das Druckbild unbeschädigt)
F = FINE (Faltspuren oder kleine Einrisse)
VG = VERY GOOD (starke Umlaufspuren, evtl. Fehlstücke an Ecken und Rändern)
G = GOOD (Wie VG, jedoch evtl. fehlende Stücke im Druckbild)


 

Wir würden uns freuen, Sie am 4. Mai 2002 im Auktionssaal persönlich begrüßen zu düfen
Sie können allerdings auch schriftlich und per Fax bzw. nach Anmeldung telefonisch bieten.
Katalogbestellungen erbitten wir unter o.g. genannter Adresse per Post, Fax oder Telefon.
Der Katalog umfasst alle Lose, mit überwiegenden, teils ganzseitigen Abbildungen und ausführlichen Firmenbeschreibungen
Schutzgebühr incl. Ergebnisliste: EUR 11,- ; Europa Euro 15; Übersee EUR 30

 



Sollten Sie Fragen haben, beantworten wir Ihnen diese auch gerne am Telefon, rufen Sie an.



Auktions- und Handelshaus Reinhild Tschöpe
gegründet 1978

Historische Wertpapiere und Finanzdokumente

Bruchweg 8,    D - 41564 Kaarst

Telefon (49) 02131/602756 + 604814 - Telefax (49) 02131/667949 - Mobil: 0171/2068386

E-Mail: info@tschoepe.de


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