Auktionshaus Reinhild Tschöpe
Historische Wertpapiere und Finanzdokumente
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50. Auktion Historischer Wertpapiere und Finanzdokumente
am 30. November 2002

50. Auktion Auktionshaus Tschoepe
50. Auktion für historische Wertpapiere
Auktionshaus Tschöpe 50. Auktion

Zum Aufruf kam ein internationales Angebot mit 562 Losen, nach Branchen sortiert
mit vielen Raritäten, zum Teil erstmals angebotenen Wertpapieren der Bereiche
Autographenaktien, Banken, Brauereien, Bergbau, Terraingesellschaften, Freizeit, Kolonialgesellschaften,
Schiffahrt bis hin zu Staats- und Stadtanleihenanleihen und Zoologischen Gärten.
Die Ausrufpreise bewegen sich zwischen 50 und 40.000 Euro, auch Raritäten aus dem DM-Bereich waren im Angebot.

Hier einige Beispiele unseres Angebotes:
(für große Abbildungen bitte auf die Bilder klicken)


Die bis heute größte gedruckte Aktie der Welt wurde für das spanische Königshaus geschaffen

ACCION PREMIENTE (VORZUGSAKTIE) DE LA COMPANIA DE REALES DILIGENCIAS

ACCION PREMIENTE (VORZUGSAKTIE) DE LA COMPANIA DE REALES DILIGENCIASVorzugsaktie ohne Nummer der "Gesellschaft der Königlichen Kutschen (Königliche Kutschengesellschaft) ; begeben am 28. März 1831;
Farbe: schwarz, beige, Druck auf handgeschöpftem, kartonstarkem Papier;
Maße: 68 cm X 52 cm; Lithograpie: 39,5cm X 22 cm.

weitere Informationen zu dieser Aktie hier

Übersetzung des Aktientextes: Kipfer, Alexander, 1989:
Gemäß des 5. Artikels der Vertrags-Urkunde und der Bestimmung der Aufsichtskommission unter Teilnahme von Beratern und Direktoren, hat die Gesellschaft der Königlichen Kutschen an der Sitzung vom 26. Februar 1831 die Ehre, diese Aktie zu übergeben:
A.L.R.P. de S.A.R. (Son Altesse Royale) die Allerdurchlauchtigste Prinzessin
Donna Maria Isabel Luisa (später Isabella die II. von Spanien)

erhabene Tochter des besonderen Schirmherren und tatkräftigen Förderer des vorteilhaften Geschäftes der Spanischen (Post-) Kutschenbetriebe.

Bei dem hier vorliegendem Historischen Wertpapier treffen alle Kriterien, die dieses Sammelgebiet in sich vereint, zusammen: historische Bedeutung, Seltenheit und Kunst auf Aktien. Im solchen Kutschenstation, die Bekleidung der abgebildeten Personen sowie auch die Uniformen sind wirklichkeitsgetreu im Stein gezeichnet.
Die Szene spielt sich vor einer Kutschenstation ab ( siehe Inschrift oberhalb Eingang: Parador, historisch = Erholungsort, heute sind damit die Schutzhäuser/Hotels in den Naturschutzgebieten gemeint).
Oberhalb der Leitspruch der Station: Beweglichkeit siegt. Unterhalb der Lithograpie der Sinnspruch der Gesellschaft: Sicherheit - Bequemlichkeit - Schnelligkeit.
Im Vordergrund interessante Darstellung von Gepäck- und Frachtstücken, Ersatzrad, Hutschachtel (sehr wichtig für die Damen jener Zeit), das Wappen des Königshauses (überdacht von der Krone), rechts zwei Straßenarbeiter (Weg-Knappen) und Arbeitsgeräte für den Strassen- und Wegebau.
Reizend die Aufschrift auf dem Gepäckballen links: Posa Piano = mit Vorsicht zu behandeln, dazu mit Pfeil der Bestimmungsort Madrid. Die Darstellung der trabenden und springenden Pferde erinnern an die Darstellungen solcher Szenen auf englischen Grafikblättern dieser Zeit. Mit kurzen Worten: eine naturalistische (und nicht romantische) Wiedergabe.

Vor rd. 15 Jahren wurden in Frankreich, in einer Rolle verpackt, vier Aktien dieser Postkutschen-Gesellschaft entdeckt, die sämtlich auf die Prinzessin ausgestellt waren. Es dauerte Monate, die über viele Jahre gerollt aufbewahrten Stücke aufgrund der Papierstärke zu glätten, ohne daß es zu Papierbruch kam. Drei Exponate wurden direkt an Sammler veräußert, das 4. Stück wurde im Dezember 1989 auf unserer 23. Auktion angeboten und erzielte seinerzeit auf Anhieb DM 43.000. Erstmals können wir nun ein weiteres Exponat öffentlich anbieten.

weitere Informationen zu dieser Aktie hier

Rarität!

Schätzpreis EUR 50.000 - 70.000
Ausruf: EUR 45.000,- Zuschlag EUR 56.000,-

La Compania de Reales Diligencias, The Company of Royal Coaches, unnumbered preference share certificate, according to the Statutes and Provisions of the company one of four certificates issued for Princess Donna Maria Isabel Luisa (later Isabella II. of Spain), Madrid, 28th March, 1831, hand-signed by four directors of the company, among them Francisco Xavier Cabanes, original lithography, 39,5 X 22 cm, on heavy hand-made paper/cardboard, 68 X 52 cm This wonderful lithographed stock is considered to be the largest share certificate ever created. It is, without doubt, an outstanding and rare example of fine art on old bonds and stocks of historical importance. The Company of Royal Coaches was established by a group of private entrepreneurs with the special protection and support of the Spanish Court. By Royal Decree of 19th February 1831 Ferdinand VII. (1784-1833), King of Spain since 1808, ordered eight share certificates for himself and his wife, as well as another four unnumbered copies for his first daughter Donna Maria Isabel Luisa, later Isabella II. (1830-1904), Queen of Spain 1833-1870. This rare share certificate issued for Isabella II., of which only four comparable pieces are known since their discovery about 15 years ago, is hand-signed by four directors of the company, among them Francisco Xavier Cabanes, a commander of the Spanish infantry who became well-known by his famous map of the Spanish postal system.



ILMENAUER KUPFER- UND SILBERBERGWERK


Quittungsschein No.71 über die planmäßige erste Nachzahlung von 5 Talern auf den Kux No. 71;
Weimar, 24. Februar 1785; Farbe: beige, schwarz; Druck auf Bütten; Maße: 32 X 20; EF-VF
Originalunterschrift : Johann Wolfgang von Goethe, (1749-1832)
desweiteren unterschrieben der Geologe Johann Carl Wilhelm Voigt (1752-1821),
sowie sein älterer Bruder, der Weimarer Minister Christian Gottlob Voigt.

ILMENAUER KUPFER- UND SILBERBERGWERKOriginalunterschrift : Johann Wolfgang von Goethe, (1749-1832)

DER BERGBAU IN ILMENAU
Der Bergbau in Ilmenau geht aller Wahrscheinlichkeit nach bis in die Zeit um das Jahr 1200 zurück. Seine Anfänge gleichen denen in anderen bedeutenden Revieren des Erzbergbaus in Mitteleuropa, so z.B. dem von Freiberg in Sachsen. Im Jahre 1216 belehnte Kaiser Friedrich II. den damaligen Territorialherrn von Ilmenau, den Grafen Poppo von Henneberg, mit dem Bergreal. 1583 fiel das ehemalige hennesche Gebiet durch Erbschaft den sächsischen Fürstentümern zu.. Mißwirtschaft ließ letztlich die Bergbautätigkeiten zum Erliegen kommen. Die zweite Hauptperiode des Ilmenauer Bergbaus von 1680 - 1739 erbrachte zwar eine verbesserte Kupfer-und Silberproduktion, wurde aber wiederum durch Mißwirtschaft beendet. Die dritte Hauptperiode des Ilmenauer Bergbaus stand unter Goethes Leitung in den Jahren 1776-1812 und wird vor dem Hintergrund der industriellen Revolution (England ab 1770, mechanischer Webstuhl und die Dampfmaschine von James Watt) gesehen.

Johann Wolfgang von Goethe, (1749-1832)Am 3. September 1775 übernahm Herzog Carl August die Regierung in Weimar. Er lud Goethe nach Weimar ein, der diesem Ruf folgte und engster Vertrauter des Herzogs wurde. Goethe war ab 1776 Mitglied der obersten Regierungsbehörde, Prinzenerzieher, Verwaltungsfachmann für Finanzen-, Bergbau-, Militär-, Theater- und Bildungswesen und lernte somit auch die Finanzprobleme des Kleinstaates kennenlernte. Der ab 1779 Geheime Rat Goethe wollte diese nicht durch neue Steuern und Kredite, sondern durch Ankurbeln der Wirtschaft verbessern. Aus diesem Grund wurde die Wiedereröffnung des Ilmenauer Bergwerks von Goethe betrieben. Er gründete eine Bergwerkskomission, u.a. mit dem Geologen Johann Carl Wilhelm Voigt sowie mit dessen älterem Bruder, dem Weimarer Minister Christian Gottlob Voigt.. Die Gewerkschaft des Ilmenauer Kupfer- und Silberbergwerks legte nun 1.000 Kuxe zu je Tlr. 20 auf, die mit großem Erfolg plaziert wurden. Sie mußten bei der Zeichnung mit 10 Talern eingezahlt werden. Die restlichen beiden Zuzahlungen wurden 1785 und 1786 eingezogen.
Am 24.2.1784 wurde das Bergwerk eröffnet - Goethe selbst hielt die Festrede. Mangelnde Ausbeute machte die Zahlung hoher Zubussen erforderlich, letztlich setzte dann ein Wassereinbruch des Martinrodaer Stollens dem Ilmenauer Bergbau in seiner dritten Periode 1812 ein jähes Ende. Quelle: Wagenbreth, Otfried, Goethe und der Ilmenauer Bergbau

Dieser zum Kux No. 71 gehörende Quittungsschein stammt aus Privatbesitz und wird erstmalig angeboten. Er wurde nach erfolgter Teilzahlung an den Herzog von Gotha ausgegeben (handschriftlicher Vermerk links unten: Seremis Goth). Bisher sind lediglich zwei Einzahlungsscheine aus dem Jahre 1785 und vier Exponate aus dem Jahre 1786 mit der Originalunterschrift Johann Wolfgang von Goethe bekannt.

Rarität!

Schätzpreis EUR 12.000,- - 25.000,-
Ausruf EUR 8.000,- Zuschlag EUR 9.800,-

Copper & Silver Mine of Ilmenau, receipt for the extra payment of 5 Talers on the Kux (= mining share certificate) No. 71, Weimar, 24th February 1785, printed in black on hand-made paper, 38 X 20 cm, hand-signed by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832). Probably mining in Ilmenau, Thueringen, already started in the early 13th century. From it's very beginnings it suffered from mismanagement, low productivity and unstable markets comparable to conditions in other major mining centers allover Europe. Since 1775 Duke Carl August of Weimar tried to modernize and re-vitalize the economy of his country. Among his able ministers and advisors there was Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) who initialized various measures to stimulate commerce, production and employment in his function as official advisor to the Court of Weimar since 1779. A Commission on Mining was constituted which decided to re-open the copper & silver mine of Ilmenau after successful placement of 1,000 share certificates for 20 Talers each, payable in three installments 1784-86. However despite all the enthusiasm which accompanied the re-opening of the mine of Ilmenau, the new enterprise faced serious economic and financial problems mainly caused by it's very low productivity. Therefore, year after year mandatory extra payments had to be called in from the shareholders of the mine. After a natural catastrophe the mine was finally shut down in 1812. Only six of these receipts of extra payments for the mining share certificates of Ilemenau, hand-signed by Johann Wolfgang von Goethe, dating from 1785 und 1786, have become known in the collectors' market.


VERSICHERUNGS BANK DES DEUTSCHEN HANDELS-STANDES
GOTHAER FEUERVERSICHERUNGSBANK


Feuerversicherungsbank des deutschen HandelsstandesVersicherungs- und Actien-Schein über 1.600 Thaler im 20 Thaler fuße; # 15305;
Gotha, 27. August 1825
; Farbe: beige, schwarz; Maße: 35 X 22,5; Fachmännisch restauriert,
vor allem am rechten unteren Rand. VF

Gründeraktie des heutigen Gothaer Versicherungs-Konzerns, errichtet 1820 von Ernst Wilhelm Arnoldi (1778-1841),
der in der Fachliteratur auch als Vater des deutschen Versicherungswesens bezeichnet wird.
Eingetragen auf den Kaufmann Johann Fr. Freygang in Penig
Originalunterschriften: Direktors W. Madelung, als Bevollmächtigter zeichnete der Erfurter Kaufmann Adolph Nagel

 

 

 

 

Ernst Wilhelm ArnoldiErnst Wilhelm Arnoldi , Sohn eines Gothaer Kolonialwarenhändlers, erlernte des Kaufmannsberuf in Hamburg. Als sein Vater starb, übernahm er das elterliche Geschäft.
Arnoldi lebte und wirkte in einer Zeit der schweren wirtschaftlichen Krise und der Verarmung Deutschlands nach den Befreiungskriegen. Englische Getreidezölle von 1815 lösten eine Absatzkrise aus, Landwirtschaft, Gewerbe und Handel waren schwer betroffen. Hinzu kam die Zerrissenheit des Bundesgebietes mit 38 willkürlichen Zollgrenzen und ein in kleinsten Einheiten verschiedenes Münz- und Gewichtssystem.
In all diese Probleme griff Arnoldi mit Weitblick ein, erweiterte in seiner Funktion als Kramermeister der Gothaer Kaufmannsinnung die Zunft zu einem " Verein der kaufmännischen Innungshalle", gründete 1818 die erste deutsche Handelsschule und 1820 die Feuerversicherungsbank des deutschen Handelsstandes, auf dem Grundsatz der Öffentlichkeit und Gegenseitigkeit, bei der jeder Versicherte auch gleichzeitig als Aktionär anzusehen ist, und als eine ganz Deutschland umfassende Nationalanstalt mit der Aufgabe: " die deutschen Brüder von der Zinspflicht gegen Engländer und Franzosen zu befreien, als eine Gemeinschaft von Freunden in der Not und des gemeinsamen Vaterlandes".
Mit einem Grundkapital von 2.800.000 Taler begann die Gothaer Feuerversicherungsbank am 1. Januar 1821 ihre Tätigkeit. Bereits im April 1821 betrug die Versicherungssumme 5,0 Mio. Taler. Nach Ablauf des ersten Jahres konnte den Aktionären 31% der Prämien zurückerstattet werden.
Die Bank prosperierte und ab dem 1. Januar 1825 konnten nicht nur Kaufleute, sondern Personen aller Stände beitreten, so daß sich die Bank ab 1831 auch "Feuerversicherungsbank für Deutschland" nannte. Am 18. Juli 1822 verkündete der Bankvorstand, daß der Begründer Ernst Wilhelm Arnoldi infolge längerer Krankheit und der daraus entstandenen Anhäufung seines Berufsgeschäftes) die Direktion der Bank niederlegt. Zum Vorstandsdirigenten wurde der Kaufmann Johann Wilhelm Stoltz aus Erfuhrt gewählt, Friedrich Christoph Wilhelm Madelung zum neuen Bankdirektor. Arnoldi trug sich dann bereits ab 1823 mit dem Gedanken zur Errichtung einer Lebensversicherungsbank für Deutschland. Diese wurde am 9. Juli 1927 durch Herzog Ernst von Sachsen-Coburg-Gotha concessioniert.

Rarität aus Privatbesitz , bisher ist nur dieses Exemplar bekannt.

Schätzpreis EUR 5000,- - 8.000,-
Ausruf: EUR 4.300,- Zuschlag EUR 4.300,-


THE ACCESSORY TRANSIT COMPANY OF NICARAGUA

THE ACCESSORY TRANSIT COMPANY OF NICARAGUA7% Bond über $ 5.000; # 18 ; New York, 9. Februar 1856; rückzahlbar am 9. Februar 1857;
Farbe: beige, grau, schwarz; Maße: 21 X 32 cm;
Originalunterschriften 2 X (Commodore) Cornelius VanDerbilt (1794-1877)
(vorderseitig als President, rückseitig quittiert er eigenhändig am 26. August 1856
den Empfang der halbjährlich fälligen Zinsen zum 9. August 1856 in Höhe von Dollar 158, 47/100.

Rarität!

Schätzpreis EUR 25.000,- - 35.000,-
Ausruf: EUR 18.500,-
Zuschlag EUR 20.000,-

Signatur Vanderbilt Presidentrueckseitige Unterschrift

Besonderheit: Als Sicherheit für diese Anleihe wurde das Vanderbilt Schiff "Uncle Sam" vorderseitig eingetragen.
Der Dreimastsegler Uncle Sam wurde bei Perine, Patterson und Stack in Williamsburg gebaut und befuhr unter Kapitän Mills ab 1852 die Linie New York-Aspinwall bis Mai 1853. Commodore Vanderbilt kaufte die Uncle Sam im Juni 1853, die dann für die Accessory Transit die Linie San Francisco-San Juan de Sur befuhr. 1859 ging die Uncle Sam auf die New York and California Steamship Company über, fuhr 1860 - 61 für die Pacific Mail Steamship Company und wurde 1866 an die James S. Hermann and Company of Panama verkauft, die Uncle Sam wurde stillgelegt im Jahre 1876.

Cornelius VanDerbilt (1794-1877)Historie
Den großen Persönlichkeiten der Geschäftswelt haben wir heute unseren wirtschaftlichen Standard zu verdanken. Mit dem Wirken der Kaufleute und Gewerbetreibenden entstanden Arbeitsplätze, blühten die Großstädte auf. Der Name Vanderbilt ist ein Beispiel dafür. Unzertrennbar mit dem wirtschaftlichen Aufschwung Amerikas verbunden, wird er in einem Atemzug mit der Geschichte des transatlantischen Seeverkehrs genannt, mit dem Aufschwung der amerikanischen Handelsflotte und in späten Jahren mit dem Aufschwung der Eisenbahn, und mit der Erfindung der beliebten Kartoffelchips.
Die wurden erstmals 1853 von dem indianischen Koch George Crum in einem vornehmen Hotel in Saratoga Springs im US-Staat New York zubereitet.
Commodore Cornelius Vanderbilt war ein äußerst anspruchsvoller Kunde des Hotels. Die Geschichte erzählt, er habe während eines Dinners mehrfach das Essen in die Küche zurückgeschickt mit der Bemerkung, seine gebratenen Kartoffeln seien nicht dünn genug geschnitten. Georg Crum entschloß sich, dem unbequemen Kunden eine Lektion zu erteilen. Er schnitt die Kartoffeln in hauchdünne Scheibchen und wendete sie leicht in siedendem Öl, bis sie knusprig und goldgelb waren. Crums sogenannter Scherzartikel "Kartoffelchips" (oder potato crips, wie sie die Engländer heute noch nennen), wurde ein durchschlagender Erfolg.

weitere Infos zu Vanderbilt und zum Transit War hier

more Information to The History of the Transit War here


 

STANDARD OIL COMPANY OF OHIO

STANDARD OIL COMPANY OF OHIO

John D. Rockefeller (1839-1937) Unterschrift  John D. Rockefeller Henry Morrison Flagler (1830-1913) Unterschrift Henry Morrison Flagler

Certificate über Shs. 50 zu je $ 100; # 108; Cleveland, Ohio, 3. Januar 1877;
Farbe: beige, grau, schwarz; Maße: 17 X 39; Trockensiegel,
Cert. aus der 2. Kapitalerhöhung auf $ 3,5 Mio., eingetragen auf L. G. Harkness,
vorderseitig original unterschrieben von John D. Rockefeller (1839-1937) als President
und Henry Morrison Flagler (1830-1913), als Secretary.

Am 10 Februar 1870 wurde die Firma Rockefeller, Andrews and Flagler mit einem Grundkapital von $ 1,0 Mio. in die heute schon legendäre Standard Oil Company umgewandelt. Ihre fünf Gründer waren John D. Rockefeller, sein Bruder William Rockefeller, Henry M. Flagler, Stephen Vandenburg Harkness und der Chemiker Samuel Andrews.
John D. Rockefeller stieg 22 jährig mit einer kleinen Firma auf dem Raffinier-, Transport- und Verkaufssektor in das Ölgeschäft ein und erreichte durch den Bau von Pipelines, zahlreichen Ankäufen und Übernahmen eine mächtige Monopolstellung. 1878 erreichte der Anteil seiner Standard Oil Comp. 95% des gesamten Erdölmarktes. 1911 löste das Oberste Bundesgericht durch das Anti-Trust-Gesetz die Standard Oil auf. Zu dieser Zeit besaß das Unternehmen die Kontrolle über 62 Gesellschaften, die ihrerseits 53 weitere Unternehmungen beherrschten.
John D. Rockefeller besaß letztlich das größte Privatvermögen, das jemals in der Neuzeit zusammengetragen wurde und verwendete einen erheblichen Teil für Stiftungen (Rockefeller-Foundation etc.). Aus der Standard Oil (Esso) Rockefellers gingen zahlreiche, große Oilkonzerne hervor, wie Exxon, Mobil-Oil, Standard Oil of California und Standard Oil of Indiana.
Henry M. Flagler engagierte sich mit zunehmendem Alter in Florida. Er baute Hotels und Vergnügungsparks und plante die notwendigen Veränderungen der Infrastruktur. Die von ihm erbaute legendäre Florida East Coast Railway war die erste Bahnlinie, die die größeren Orte an der Ostküste miteinander verband. Erst durch diese Aktivitäten wurde Florida für den Tourismus erschlossen. Flagler starb schließlich hochverehrt als Founder of Florida in West Palm Beach, wo sein Wohnhaus heute als Museum besichtigt werden kann.
John D. Rockefeller verkörperte den Typ des Großkapitalisten, der persönlich sehr puritanisch lebte und seinen Reichtum mäzenatisch anlegte. 1980 gründete er die Universität Chicago und 1913 die Rockefeller-Foundation, eine Stiftung zum "Wohlergehen der Menschheit".
EF , die Signaturen vorderseitig sind mit roter Tinte strichentwertet, die Unterschriften kaum beeinträchtigend. EF

Rarität!
Schätzwert: EUR 6.000,- - 9.000,-
Ausruf: EUR 4.800,- Zuschlag: EUR 4.800,.-

Standard Oil Company of Ohio, certificate for 50 shares of 100 Dollars each, #108, Cleveland, Ohio, 3rd of January, 1877, 17 X 39 cm, embossed seal, originally hand-signed by John D. Rockefeller as President of the company, and Henry Morrison Flagler as Secretary. The famous Standard Oil Company originated from the former company of Rockefeller, Andrews and Flagler on the 10th February 1870. Within a couple of years it reached a market share of almost 95 % in world oil business and gained direct or indirect control over more than a hundred companies until it was broken up and dissolved following provisions of U.S. Antitrust law in 1911. Many companies like Exxon, Mobil-Oil, Standard Oil of California and Standard Oil of Indiana originated from Rockefeller's giant Standard Oil. The Standard Oil Company made John D. Rockefeller (1839-1937) the richest man in modern times and enabled him to spend huge parts of his enormous private wealth for the common good, particularly for scientific purposes like the University of Chicago and the "Rockefeller Foundation". Henry M. Flagler (1830-1913) in his later years mainly engaged in tourismus and infrastructure in Florida, building hotels, amusement parks and his legendary Florida East Coast Railway, dying highly respected as the true "Founder of Florida" in West Palm Beach where his home can still be visited as a museum. An interesting combination of the signatures of both men on this outstanding share certificate, though cancalled by red ink, very clear and in excellent condition.


Marconi Wireless Telegraph Company

Marconi Wireless Telegraph Company Unterschrift Guiglielmo Marconi

Certificate über Shs. 5 # 049181; 19. August 1913;
eingetragen auf und rückseitig original unterschrieben von Guglielmo Marconi,
italienischer Physiker und Ingenieur (1874-1937)

Guglielmo MarconiGuglielmo Marconi unternahm im Alter von 20 Jahren die ersten Funkversuche im elterlichen Landhaus bei Bologna mit dem Ziel, unter Hilfe elektromagnetischer Wellen Morsezeichen durch den Äther zu schicken.
Er reiste im Februar 1896 nach England. Verwandte der irischen Mutter halfen bei der ersten Patentanmeldung und knüpften Kontakte zu William H. Preece, dem Chefingenieur des englischen Telegraphenwesens. 1897 gründete Marconi die "Wireless Telegraph Company", die sich unter seiner Führung zu einem Weltunternehmen entwickelte. In rasch aufeinanderfolgenden Tests schaffte er es 1899, den Ärmelkanal und 1901 den Atlantik mittels drahtloser Telegraphie zu überwinden..
Dem durch Marconi ermöglichten Seefunk gelang erst durch den Untergang der Titanic im April 1912 der internationale Durchbruch, weil jetzt aller Welt bewußt wurde, daß hier 1.500 Menschenleben hätten gerettet werden können. 1909 bekam Marconi den Nobelpreis für Physik, zusammen mit K.F. Braun. Im Jahr 1919 wurde die "Marconi Wireless Telegraph Company of America" von der General Electric übernommen unter Umfirmierung in "Radio Corporation of America (RCA)

Rarität, seit 20 Jahren sind lediglich ca. 7-10 Exemplare mit der Marconi-Signatur bekannt.
Lochentwertung, die Unterschrift rückseitig nicht betreffend, sonst EF-VF

SCHÄTZPREIS EUR 8.000,- - 12.000,-
AUSRUF EUR 8.000,- Zuschlag EUR 8.000,-

 

Marconi Wireless Telegraph Company

Certificate about 5 Shares; #; 19th of August 1919; Registered and originally autographed on the back by Guglielmo Marconi.
Italian physicist and engineer (1874-1937).

At the age of 20 Guglielmo Marconi started his first radio tries in his parents home near Bologna with the aim, to send Morse signals on the air.
During the February of 1896 he travelled to England. Relatives of his Irish mother helped him to apply for his first patent and contacted William H. Preece, the chef-engineer of the English telegraphy. In 1897 Marconi founded the "Wireless Telegraph Company", which under his management developed to a world-wide known company. In fast consecutive tests he managed to surmount the English Channel in 1899 and the Atlantic Ocean in 1901 via wireless telegraphy.
The naval radio, made possible by Marconi, gained the international breakthrough only when the titanic shipwrecked in 1912, because now the world saw, that 1.500 lives could have been saved. In 1909 Marconi received the Nobel prize for physics, together with K. F. Braun. In 1919 the "Marconi Wireless Telegraph Company of America" was purchased by General Electric and the name was changed into "Radio Corporation of America (RCA)".




EDISON PORTLAND CEMENT COMPANIE

EDISON PORTLAND CEMENT COMPANIE

 

Certificate über Shs. 1.000 # 25; 19. August 1899; Farbe: rotbraun, beige; Maße: 21 X 37.
Das Certificat wurde eingetragen auf Thomas Alva Edison, (1847 - 1931) Erfinder und Ingenieur
und von ihm 2 mal sowohl seitlich auf dem Stub als auch rückseitig original unterschrieben.
Die vorderseitigen Eintragungen nahm er selber in seiner kalligraphischen Schönschrift vor,
so auch den Namenszug auf dem Stub sowie in grüner Tinte auf der Rückseite am 1. September 1899.

T.A. EdisonEdison ging in die Geschichte ein als absolute Größe in der Kombination Erfindung und Vermarktung der geschaffenen Produkte. Bereits neunjährig begann er mit naturwissenschaftlichen Experimenten. Als technischer Autodidakt entwickelte er über 2000 Geräte und Verfahren bis zur Patentreife. 1868 meldete Edison mit einem verbessertem Zeigertelegraphen sein erstes Patent an. 1870 errichtete er in Newark eine elektrische Fabrik und gründete 1876. in Menlopark ein Forschungslaboratorium. 1877 verbesserte er das Bell-Telefon mit dem noch heute verwendeten Kohlekörnermikrophon und konstruierte den ersten Phonographen. 1879 entstand die erste, langlebige Kohlefadenglühbirne, mit Schraubenfassung. 1880 rüstete er erstmals ein Dampfschiff mit elektrischem Licht aus und baute 1882 das 1. öffentliche Elektrizitätswerkes der Welt in New York. 1889 konstruierte Edison die erste Laufbildkamera und den Kinofilm. 1883 entdeckte er den glühelektrischen Effekt (E.-Effekt), ein Schritt hin zur Entwicklung der Elektronenröhre. Weniger erfolgreich, da seiner Zeit weit voraus, waren Edisons technische Produkte wie der Betonteilfertigbau. Die Häuser für seine Mitarbeiter in Menlopark wurden nach diesem Systems in kürzester Zeit errichtet. Nach seinem Erfolg gefragt, antwortete Edison einmal:" Genius is one per cent inspiration and 99 per cent perspiration".

Das hier angebotene Stück mit der zweifachen Edison-Signatur zählt zu den großen Raritäten des Sammlermarktes.

Schätzpreis EUR 2.000,- - 3.000,-
Ausruf: EUR 2.500,-



BANCO NACIONAL DE CUBA

BANCO NACIONAL DE CUBA Che Guevara Signatur Che Guevara

Banknote tres pesos

Emission de "Bonos del Instituts Nacional de Ahorro y Vivienda, 1959-1979"
4,5% Bond (Certificado Provisional) über $ 300,000.00M.N.,
La Habana, 1. Mai 1963; Farbe: orange/ schwarz/ weiß; Maße: 28 X 35;

Originalunterschrift:
"Che" Guevara Serna, Ernesto,
argeninisch-kubanischer Revolutionär (1928 - 1967)

in seiner Funktion als Präsident der Banco National de Cuba.

"Che" ist kein Name, sondern eine in Argentinien gebräuchliche Redewendung, die soviel heißt wie "hör mal!" oder "paß auf!". Daß die kubanischen Partisanen dem jungen Argentinier diesen Namen gaben, ist typisch für das, was der am 14. Juni 1928 in Rosario/ Argentinien geborene Ernesto Guevara Serna für die kubanische Freiheitsbewegung war.
Dem ehemaligen Arzt und späteren Vorkämpfer für den lateinamerikanischen Marxismus gaben die Kubaner als dem Erklärendem, Aufmunternden und Vorwärtstreibenden den ihnen unbekannten Ausdruck als Spitznamen zurück.
"El Che" hat diesen Namen behalten, als kämpfender Lehrer der Bewegung und des ganzen Volkes.
Guevara schloß sich 1955 in Mexiko mit dem damals 28jährigen Fidel Castro zusammen und gehörte zu der kleinen Gruppe, die im Dezember 1956 mit der Yacht "Granma" in Cuba landete.
Nur Fiedel und Raul Castro, Guevara und neun andere überlebten die Landung, die an die Batista-Truppen verraten worden war. Drei Jahre später leitete Che eine der beiden Stoßtruppen, die siegreich auf Havanna marschierten.
Nach dem Sieg der Revolution und dem Sturz von Staatspräsident Fulgencio Batista, war Che Guevara von 1959-61 Präsident der kubanischen Nationalbank und anschließend Industrieminister.
Nach einem Kongoeinsatz wollte er ab 1966 mit der Mobilisierung der indianischen Landbevölkerung den Umsturz in Bolivien herbeiführen; er wurde dabei von Regierungstruppen gefangen genommen und am 9. Oktober 1967 in Higueras/ Bolivien erschossen.
Guevara verfaßt unter anderem ein Handbuch des Guerillakrieges ("Guerilla-Theorie und Methode", dt. 1968). Er selbst wurde zur Symbolfigur der revolutionären Jugend in der westlichen Welt und in Lateinamerika.

EF-, Lochentwertung, Stempelaufdruck cancelled. Vor einem Jahr wurden weniger als 10 Exemplare entdeckt! EF-VF
Rarität!

Schätzpreis EUR 9.000,- - 12.000,-
Ausruf: EUR 8.000,- Zuschlag EUR 8.000,-

Banco Nacional de Cuba, provisional certificate of 4.5 % bond, issued by the National Institute of Saving, 1959-1979, La Habana, Cuba, 1st May 1963, 28 X 35 cm, hand-signed by Ernesto "Che" Guevara, revolutioneer (1928-1967) in his function as President of the National Bank of Cuba. Being one of the most charismatic leaders of the Cuban revolution, Ernesto "Che" Guevara, a former physician and marxist book author from Argentina, friend and companion of Fidel Castro, soon after the communists' victory over the regime of Fulgencio Batista was appointed President of the National Bank of Cuba and Minister of Industry. He was assassinated during a subversive mission in Bolivia in October 1967 and has since then been regarded as one of the most outstanding symbolic figures of youth protest and revolutionary movements all over the world. Recently, less then 10 copies of this bond, hand-signed by Che Guevara, have been discovered.

 



OTSEGO COUNTY BANK

OTSEGO COUNTY BANK

Signatur J. Fenimore Cooper (1789-1851) amerik. Schriftsteller

 J. Fenimore Cooper (1789-1851) amerik. SchriftstellerScheck # 566 über 9 Dollar 4 Cents; Cooperstown, 25. Januar 1849, ausgestellt auf Wm. Harday und im Original unterschrieben von J. Fenimore Cooper (1789-1851) amerik. Schriftsteller. Sein Romanzyklus Lederstrumpf wurde in vielen Sprachen übersetzt und begründete seinen Ruhm. Die ursprünglich nicht als Jugendlektüre sondern als Zivilisationskritik gedachten Erzählungen aus dem Leben eines amerikanischen Pioniers beschreiben die amerikanische Geschichte, das Leben der Grenzer und Indianer und die noch unberührte Landschaft.
Geboren wurde er als elftes von zwölf Kindern in Burlington, New Jersey. Ein Jahr später zog die Familie an den Otsego-See, wo er schon einige Jahre früher die Siedlung Cooperstown gegründet hatte (heute auch berühmt durch die "Hall of Fame" des Baseball.) Cooper reiste Zeit seines Lebens gern durch Europa und Amerika, verbrachte jedoch die meiste Zeit in Cooperstown, wo er auch begraben wurde.
Mit so aktuellen Themen wie Begrenzung des amerikanischen Machtbereiches, Demokratie und Eigentumsprobleme, religiöse Fragen und irdischer Fortschritt wurde Cooper der erste, große und vielseitige Romancier der USA. VF
Äußerst selten!

Ausruf: EUR 150,- Zuschlag EUR 210,-


EINE TROUVAILLE FÜR BANKENSAMMLER KOMMT ZUM AUFRUF:
GRÜNDERAKTIE DER HEUTIGEN NORWEGISCHEN NOTEN- UND ZENTRALBANK

DIREKTION VOR NORGES BANK

DIREKTION VOR NORGES BANKAktie über Speciedalers 100 # 13250; Trondhjem, Aar 1822; eingetragen auf C.W. Jörgensen; Farbe: beige, schwarz; Druck auf Bütten, Doppelblatt mit Sicherheitswasserzeichen; Maße: 34,5 X 21,5; gedrucktes Siegel der "Norges Bank"; innenseitig zahlreiche Indossamente zu Dividendenzahlungen, Übertragungsvermerke und Kapitalerhöhungen von 1822 bis 1921. Einrisse in den Knickfalten mit Archivpapier hinterlegt, Lochentwertung, keine Fehlstücke, VF.
Originalunterschriften aller damals amtierenden Direktoren der Norges Bank, darunter die der Banquiers Iversen und Peterson.
Nur einige wenige historische Aktien der Norges Bank haben die knapp zwei Jahrhunderte ihrer Geschichte überlebt, nur zwei oder drei sind aus der Zeit vor der ersten Kapitalerhöhung von 1827 aufgetaucht. Der hier aus einer privaten Sammlung angebotene Actiebrev ist seit mehr als 20 Jahren bekannt. Er gilt als die zweitälteste jemals gefundene Gründeraktie der Noten- und Zentralbank Norwegens und zugleich, trotz heftiger Lochentwertung, als die besterhaltenste. Lediglich im Jahre 1980 wurde in Norwegen ein Exemplar versteigert und erzielte damals bereits umgerechnet über DM 10.000

Rarität!! Schätzwert EUR 8.000,- -10.000,-
Ausruf: EUR 7.500,-

Zur Geschichte:
Durch den Kieler Frieden wurde Norwegen im Jahre 1814 von Dänemark getrennt und politisch selbständig. Die neue Regierung versuchte alsbald, das von der dänischen Reichbank, von Prinz Christian Frederick und vom ehemaligen Schatzamt hinterlassene Währungschaos zu bewältigen und ein eigenes norwegisches Bankensystem aufzubauen. Die Ausgabe neuer norwegischer Geldscheine mündete jedoch schon bald in noch mehr Inflation, da der Staat nahezu bankrott war und sich durch permanente Finanznot infolge schwerer Missernten und hoher Steuerausfälle gezwungen sah, den Geldumlauf übermäßig auszudehnen. Nach einer gründlichen Untersuchung des Geldwesens beschloss das norwegische Parlament (der Storting) daher im Jahr 1816 die Errichtung einer eigenen vom Parlament kontrollierten und garantierten Noten- und Zentralbank Norwegens, die den Namen "Norges Bank" erhielt. Der Inflation und dem Währungschaos der vorangegangenen Jahre sollte durch Einführung einer neuen Währung, des Speziethalers, ein Ende gesetzt werden, und um das Vertrauen der Bevölkerung in den Wert der eigenen Währung wiederherzustellen, wurde für den Speziethaler der Silbergehalt der stabilen Kölnischen Mark von 233.85 Gramm feinen Silbers als Basis gewählt. Die Norges Bank erhielt das alleinige Privileg, Banknoten mit der neuen Währung auszugeben mit der Maßgabe, dass der Notenumlauf den doppelten Betrag ihres Silberbestandes nicht übersteigen durfte. Als Betriebskapital waren zwei Millionen Speziethaler vorgesehen, doch der Versuch, das Gründungskapital durch freiwillige Aktienzeichnungen aufzubringen erwies sich schon bald als Fiasko, da nach dem dänischen Staatsbanken-Bankrott nicht nur das Vertrauen, sondern infolge der gedrückten Konjunkturlage auch das Kapital fehlte. Der größte Teil des Betriebskapitals der Norges Bank musste daher durch staatliche Zwangsbesteuerung, die sogenannte "Silber-Steuer", in Münzen und edlen Metallen aufgebracht werden, wofür den Zwangsbesteuerten Aktienbriefe im Gegenwert ihrer Steuerzahlungen ausgestellt wurden. Die Norges Bank hatte ihren Sitz von 1817 bis 1896 in der alten Regierungsstadt Trondhjem, bis sie ihren Sitz nach Christiana (jetzt Oslo) verlagerte, wo sie noch heute als eine der letzten, nicht der Europäischen Zentralbank eingegliederten, Zentralbanken Europas existiert. Sie wurde von Beginn an von einem Direktorium geführt, das aus vier bis fünf vom Parlament ernannten Mitgliedern besteht, die in den Anfangsjahren meist von Einwanderern aus Dänemark und Deutschland abstammten und das Bankgeschäft während mehrerer Stunden täglich persönlich führten.
Die von der Norges Bank ausgegebenen Banknoten wurden in den ersten Jahren noch in Christiana gedruckt und mussten jedes Mal schwerbewacht in einer 12-tägigen Reise nach Trondhjem transportiert werden. Die Norges Bank blieb formal bis über den Zweiten Weltkrieg hinaus eine private Aktiengesellschaft, obwohl sich ein Großteil des Aktienkapitals schon im 19. Jahrhundert in staatlichem Besitz befand und die privaten Anteilseigner kaum jemals wirklichen Einfluss auf die Verwaltung der Bank hatten. Durch Parlamentsgesetz vom Juli 1949 wurde die Norges Bank verstaatlicht und auch die letzten privaten Aktienanteile wurden vom Staat übernommen.

Board of Directors of Norges Bank, founders' share certificate, issued Trondhjem 1822, signed by all banking directors, large folded sheet of hand-made paper with numerous indorsements from 1822 to 1921 on verso. Norges Bank, until today the central bank and sole bank of issue in Norway, was established by Act of the Storting (the Norwegian Parliament) on 14 June 1816, two years after the separation from Denmark and the union with Sweden. Its primary task was to foster stable monetary conditions in Norway by issuing a new money, the speciedaler (rixdollar), after years of monetary chaos and general confusion following the Danish "state bank collapse" and the parallel circulation of various banknotes, Treasury certificates, Rigsbanken's notes and notes of Prince Christian Frederick. Already during the second half of the 19th century the government controlled the majority of the bank's share capital. Norges Bank was finally nationalized by Act of Parliament in July 1949 and the few remaining private shareholders were bought out by the Norwegian state. Extremely rare financial document of outstanding historical importance, since more than 20 years known to be one of the earliest share certificates of this important central bank of issue.
Starting up EUR 7.500,-



VEREINIGTE DAMPFSCHIFFAHRTSGESELLSCHAFT DES THUNER & BRIENZER SEE's

Vignette oben Vignette

Vereinigte Dampfschiffahrts-Gesellschaft des Thuner- und Brienzersee'sNamens-Aktie über Schweizer Franken L.500 VF. Thlr. a btz. 35, # 213; Thun, 1. Juli 1843; Farbe: beige, schwarz; Maße: 27 X 42;
Trockensiegel, Lithogr. Durheim u. Seilhofer, Bern. Prächtiger Rahmen mit Vignetten der Uferlandschaften und Allegorien der Schiffahrt und des Handels.
Originalunterschriften des Comite's: Dalban, des Präsidenten von Bonstetten, des Kapitäns und des Verwalters. Knickfalte vertical, sonst EF-VF
Gründerstück!
Die Schweiz gilt als Synonym für Urlaubsfreuden, vor allem die Region im Herzen der Schweiz zwischen der Bundeshauptstadt Bern, dem Thuner- und Brienzer See und der hochalpinen Jungfrau-Region. Die ersten Reisenden in Sachen Erholung kamen bereits Mitte des 18. Jahrhunderts in das Land der Bircher-Müsli, darunter Berühmtheiten wie Jean-Jaque Rousseau, Lord Byron oder Johann Wolfgang von Goethe reisten per Postkutsche über Interlaken bis Lauterbrunnen. Die einzige Übernachtungsmöglichkeit war damals das Pfarrhaus in Lauterbrunn am Fuße der Viertausender, somit erwies sich auch die Kirche als Förderer des Tourismus. Interlaken im Berner Oberland, das Städtchen zwischen den Seen vor der Kulisse des ewigen Dreigestirns Jungfrau, Mönch und Eiger gelegen, entwickelte sich als Zentrum des Fremdenverkehrs.
Noch vor 20.000 Jahren bildeten Thuner und Brienzer See ein einziges 50 Kilometer langes Seebecken. Heute beginnt hinter dem Schwemmland Richtung Westen der 18 km lange Thunersee und Richtung Osten der 14 km lange Brienzersee.
Bis ins 19. Jahrhundert oblag die Bestimmung der Schiffahrt auf dem Thuner- und Brienzersee einer Kommission aus Würdenträgern der Gemeinden aus der Region Interlaken. Ab dem Spätmittelalter lag die Hauptaufgabe dieser Obrigkeit in der Aufsicht über die Einhaltung der erlassenen Vorschriften und in der Wahl der beiden Schiffsmänner für die Seen.
Vignette unten linksDie Einführung der Dampfschifffahrt 1835 durch die Gebrüder Knechthofer brachte viele Besitzer von Ruderbooten um ihren Verdienst.
Im Jahre 1834 begann die Ausflugsschifffahrt auf dem Thunersee mit der Bestellung eines eisernen 16-PS-Dampfschiffes in der Maschinenfabrik Cave´ in Paris durch die Gebrüder Knechtenhofer. Die beiden Initianten versprachen sich von ihrem Vorhaben nicht zuletzt eine Belebung ihres am Aareufer gelegenen Hotels in Hofstetten. Der 1835 abgelieferte Dampfer erhielt den Namen des Hotels: Bellevue und nahm seinen Betrieb im Sommer 1935 auf der Strecke Hofstetten (Thun) und Neuhaus auf, für die es ohne Zwischenhalt 1,1/4 Stunde benötigte. Das neue Verkehrsmittel erfreute sich großer Beliebtheit. Dieser Erfolg brachte den Hotelier David G. Matti in Kienholz (Brienz) auf die Idee einer Dampfschiffsverbindung auf dem Brienzersee. Er beschaffte sich zu diesem Zweck 1839 einen kleinen Dampfer vom Genfersee und setzte ihn nach einer abenteuerlichen Fahrt über Land unter dem Namen Giessbach Interlaken-Brienz mit Halt in Giessbach ein.
Aus dem unteren See wehrten sich die Gebrüder Knechthofer mit Erfolg gegen ein zweites Dampfschiffunternehmen. Sie einigten sich mit ihren Gegenspielern und gründeten mit anderen Thuner Geschäftsleuten die "Vereinigte Dampfschifffahrtsgesellschaft Thuner- und Brienzersee" (VDG).
Im Winter 1842/43 wurde dann der Thunerseedampfer Bellevue auf den Brienzersee verbracht und verkehrte dort bis 1857 unter dem Namen Faulhorn. Hotelier Matti reagierte entsprechend und versetzte sein Schiff auf den Thunersee. Hier befuhr es unter dem Namen Matti die Strecke Hofstetten-Neuhaus in der Konkurrenz zum VDG-Dampfer Nielsen (1843). 1846 kaufte die VDG das Schiff Mattis und nannte es neu Helvetia.
Vignette1859 wurde die Bahnlinie Bern-Münsingen-Thun eröffnet und bereits zwei Jahre später bis Scherzlingen verlängert, wo der Anschluß an die Dampfschiffe Richtung Interlaken hergestellt wurde.
Mit den Jahren nahm der Verkehr auf dem Thunersee derart zu, dass eine Verlegung des Güterverkehrs von den Passagierschiffen auf Schleppkähne erforderlich wurde, außerdem wurde die Flotte vergrößert, da nach dem Ende des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 der Verkehrs spürbar zunahm. Vorteilhaft war hier die Eröffnung weiterer Bahnstrecken: (Bödeli-Bahn 1872-1874) Brüningbahn 1888, Thunersee-Beatenber-Bahn 1889, Berner- Oberlandbahnen 1890 und Brienz-Rothorn-Bahn 1892.
1890-1892 ließ die VDG den heute noch befahrenen 2,75km langen Schiffskanal erstellen, der den Thunersee mit dem Bahnhof Interlaken-West verbindet.
Die Zeit des Fährbetriebes war nun vorbei, die Trajektschiffe wurde für den Personenverkehr umgerüstet.
Nach langen Verhandlungen kam es 1912 zur Vereinigung der VDG mit der Thunerseebahn, die ihrerseits 1913 von der Berner Alpenbahn-Gesellschaft Bern-Lötschberg-Simplon (BLS) übernommen wurde.
Die Schiffahrt auf dem Thuner- und Brienzersee ist heute noch im Besitz der BLS Lötschbergbahn AG. Nach einer Idee des Thuner Künstlers Heinz von Gunten wurde im Winter 2000/2001 das Motorschiff Stadt Thun zum feuerspeienden Drachenschiff umgebaut.
Rarität! Bisher sind lediglich drei Stücke bekannt, zwei wurden in den Jahren 1986 und 1992 in der Schweiz versteigert, das hier angebotene Stück stammt aus einer privaten Sammlung.

Schätzpreis EUR 20.000,- -25.000,-
Ausruf: EUR 18.000,- Zuschlag EUR 18.000,-

Vignette links oben Vignette Vignette



SOCIETA NAVALE DI LUSSIN GRANDE

SOCIETA NAVALE DI LUSSIN GRANDENamens-Aktie über Fiorini 50 # 262 Ser. A; eingetragen auf Antonio Lucovich; Lussin Grande, 1. Maggio 1857; Farbe: beige, schwarz;
Trockensiegel mit Firmenlogo; Maße: 36,5 X 24; innenseitig Abdruck der Statuten, Steuermarke mit Stempel über Kronen 10;
Druck: Lith. Di H. Engel, Vienna.
Originalunterschriften der Direktion, u.a. Pietro Budenich und Antonio Maria Budenich, als Kassierer S. Culich und als Sekretär A.M. Leva.

Gründerstück! Die Gesellschaft wurde mit Genehmigung des österreichischen Erzherzogs Ferdinand Maximilan (1832-1867), der bereits in jungen Jahren an der Seefahrt interessiert war und 1854 mit 22 Jahren zum Oberbefehlshaber der K.K. Kriegsmarine ernannt wurde, im Jahre 1857 gegründet. 1857 heiratete Ferdinand Maximilian die Tochter Leopold I. von Belgien und wurde Gouvernor von Lombardo-Venetien.
Auf Initiative Ferdinand Maximilians erfolgte auch die Weltumseglung der Fregatte Novara (1857-1859), an der u.a. auch der berühmte Naturforscher Alexander von Humboldt teilnahm. Ferdinand Maximilian stellte der Geographischen Gesellschaft und der Akademie der Wissenschaften die umgebaute Fregatte Novara zur Verfügung und wollte auch selber an der Expedition teilnehmen, wurde allerdings durch eine Erkrankung daran gehindert. Als späterer Kaiser von Mexiko wurde er 1867 von mexikanischen Generälen erschossen.
Errichtet wurde die Aktiengesellschaft Navale Lussin Grande zum Bau und Betrieb einer Reederei auf der Insel Lussin (Losinj).
Mali Losinj liegt in der größten, geschützten Bucht der Insel Losinj, die eine natürliche Verlagerung der Insel Cres ist. Sie bildet mit den Inseln Unije, Ilovic, Susak und anderen eine herrliche Inselgruppe der über 400 Jahre österreichischen Adria.
Heute ist Mali Losinj die größte Inselstadt an der Adria.
Ihr Ursprung reicht zurück in 12. Jahrhundert, als 12 kroatische Familien sich in der Ostbucht St. Martin niederließen. Die ersten kroatischen Siedler waren Viehzüchter und Landwirte. Mit Übergang zum Fischfang, zur Seefahrt und zum Schiffsbau entstanden die Küstenortschaften. Mali Losinj entwickelte sich zur Seefahrtstadt.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts errichteten in Veli Losinj und Mali Losinj u.a. die Brüder Vidulich, Dr. Capponi, Prof. Haracic, die Reeder Martinolich, Cosulich und andere Schiffswerften, die Schiffahrtsschule, die Sternwarte und die Wetterwarte.
Kapitäne wie Budinich, Pedrina und Leva brachten mit Ihren Schnellseglern dem Handel Österreich-Ungarns mit den Ländern der Welt einen großen Aufschwung.
Am Ende des 19. Jahrhunderts, als in der Schiffahrt die Segelschiffe den Schraubendampfern weichen mussten, begann auf Losinj die Aera des Tourismus.
Aufgrund der milden Temperaturen und der subtropischen Flora wurde Lussin Grande 1892 zum heilklimatischen Kurort erklärt, der von der oberen Gesellschaftsschicht des Österreichischen Kaiserreichs, ja selbst von den Habsburgern gern besucht wurde.
Noch heute stehen die Prunkvillen von ehemaligen, reichen Kapitänen und Schiffseigentümern in Mali- und Veli Losinj. In den gepflegten Gärten kann man zahlreiche, exotische und ungewöhnliche Pflanzen, die von fernen Reisen mitgebracht wurden, bestaunen.
Rarität! Aus Privatbesitz stammend sind nur wenige Stücke bekannt, eines wurde in Österreich versteigert, ein weiteres liegt in einer französischen Sammlung.

Ausruf: EUR 650,- Zuschlag EUR 950,-



HAMBURG-AMERIKANISCHE PACKETFAHRT-ACTIEN-GESELLSCHAFT

HAMBURG-AMERIKANISCHE PACKETFAHRT-ACTIEN-GESELLSCHAFTAktie über M 1.000 # 33083; Hamburg, 4. Februar 1897; Farbe: hellgrün, braun, beige, schwarz; Maße: 25,5 X 33,7.
Faksimile-Signatur Albert Ballin (1857-1918)
Die Gesellschaft wurde 1847 gegründet zum Zwecke des Betriebes einer Reederei. Des weiteren zum Betrieb aller Geschäfte und Unternehmungen, sowie Beteiligungen daran, sofern es der Gesellschaft dienlich ist.
Bereits vor dem 1. Weltkrieg unterhielt die Gesellschaft 74 regelmäßige Linien und die von ihren Schiffen ausgeführten Fahrten umspannten den ganzen Erdball. Die Flotte der Gesellschaft bestand 1914 aus 194 Ozeandampfern mit zusammen 1.307.411 BRT und 245 anderem Fahrzeugen mit zusammen 52.948 BRT.
Am 12. September 1888 wurde das Aktienkapital der Gesellschaft um Mark 10 Mio. auf Mark 30 Mio. erhöht. 1970 erfolgte der Zusammenschluss mit der Norddeutschen Lloyd AG mit anschließender Firmenneugründung unter der Bezeichnung Hapag-Lloyd Aktiengesellschaft mit Sitz in Bremen und Hamburg.

Der wohl bedeutendste Generaldirektor dieser Gesellschaft war Albert Ballin (1857-1918). Während seiner leitenden Tätigkeit bei der HAPAG - seit 1889 Vorstandsmitglied und 1899 Generaldirektor - wurde die Gesellschaft zur größten Reederei der Welt. Ballin trat für eine enge wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit mit Großbritannien ein, konnte aber als Freund und Berater Kaiser Wilhelm II. nichts gegen dessen zunehmend englandfeindliche Haltung ausrichten. Er vermittelte im Jahre 1909 Gespräche zwischen Reichskanzler Theobald von Bethmann-Hollweg und der englischen Regierung über die beiderseitigen Beziehungen schwer belastende deutsche Kriegsflotten-Politik, konnte aber keine Verständigung erreichen, ebenso wie bei seinem Versuch einer Friedensvermittlung zu Beginn des 1. Weltkrieges. Bei Kriegsende beauftragten ihn Zentrum und Sozialdemokraten zur Führung der Friedensverhandlungen, aber Ballin schied, verbittert über die Zerstörung seines Lebenswerkes und über die revolutionären Bestrebungen, 1918 freiwillig aus dem Leben.
Rarität! Bisher ist aus dem 1897 Jahrgang seit mittlerweile 20 Jahren nur dieses Exemplar, jetzt aus einer langjährigen Sammlung kommend, bekannt. Die ehemalige F-G Erhaltung wurde fachgerecht restauriert, Kleber entfernt und auf Japanpapier gezogen, daher EF-VF Schätzwert EUR 3000-5.000

Ausruf: EUR 2.700,- Zuschlag EUR 2800,-



EISENHÜTTEN-ACTIEN-GESELLSCHAFT "BLÜCHER"

EISENHÜTTEN-ACTIEN-GESELLSCHAFT "BLÜCHER"

Aktie über Thaler Preuss. Cour. 200; # 1244; Dortmund, den 1. März 1858; Farbe: beige, grau, schwarz; Maße: 28,3 X 37,9;

Gründerstück ! Zwar nicht mit so hochfliegenden Plänen, aber doch auch mit gemischtbetrieblichem Charakter wie die Dortmunder Bergbau- und Hütten AG, wurde um die gleiche Zeit die "Eisenhütte AG, Blücher" gegründet. Sie betrieb die Zechen Eckfeld, Grevel (später Wetterschacht bei Gneisenau), Bentheim und Ruhfus, sowie die Errichtung von Hochöfen und eines Pudel- und Walzwerkes, der Aplerbecker Hütte. Neben der Unternehmer und Aktionärsseite hatte auch diese Gesellschaft einen starken lokalen Charakter. Als Gründer traten die Ärzte Dr. Ruhfuss in Hörde, Dr. Ripp in Unna, Rektor H. Schönhals in Louis und Heinrich Brümann, sowie einige andere Dortmunder und westfälische Gewerbetreibende auf. Begeben wurden zur Gründung Thaler 1,0 Mio., Prioritätskapital: Thaler 500.000. Der Firmenname ist komplett als Wasserzeichen über der gesamten Papierfläche zu erkennen.
Rarität!
Bisher sind in mehr als 20 Jahren lediglich zwei Stücke bekannt. Die Lithographie stammt von H. Kaufmann in Münster, in der Druckplatte signiert.

Schätzpreis EUR 9.000,- -12.000,-
Ausruf: EUR 8.500,- Zuschlag EUR 8500,-


MÜNCHENER TIERPARK AKTIENGESELLSCHAFT

MÜNCHENER TIERPARK AKTIENGESELLSCHAFTStamm-Aktie über Reichsmark 100 # 3005, Buchstabe B; München, 30. Januar 1929;
Farbe: hellgrün, grün, beige, schwarz, helloliv, hellbraun; Maße: 20,5 X 29,5.
Trockensiegel mit Firmenlogo; Druck: Joh. Hamböck, München "Klischee nach eigenem Geheimverfahren"., EF- VF rückseitig leichte Rostflecken, etwas ins Druckbild durchscheinend, mittlere Knickfalte, keine Randeinrisse.

Am 25. Februar 1905 wurde der Verein Zoologischer Garten e.V. gegründet mit dem Zweck der Errichtung eines Zoologischen Gartens in den ehemaligen Feßler'schen Gründen, in denen sich früher das Lustschloß Hellabrunn im Isartal befand. Am 11. November 1906 erhielt der Verein von der Stadt München das Recht, das Hellabrunner Grundstück auf 60 Jahre zu nutzen. Am 1. Januar 1907 erfolgte die Eröffnung des Münchener Zoos. Nach dem Ersten Weltkrieg 1922 mussten die Anlagen geschlossen werden, im April 1923 folgte die Auflösung.
1925 wurde ein Hilfsfond der Münchener Einwohnerschaft zum Wiederaufbau des Münchener Tierparks gegründet. Die Trägerschaft des Münchener Tierparks wurde am 20. Januar 1929 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.
Das Grundkapital betrug Reichsmark 600.000, begeben in 2.000 Vorzugs-Aktien zu je RM 100 und 4.000 Stamm-Aktien zu je RM 100, übernommen von den Gründern zu 106%.
Die G.-V vom 13.11.1930 beschloss die Erhöhung des Aktienkapitals um bis zu 150.000 Reichsmark, durch Ausgabe von 1.500 Stammaktien zu je RM 100. Die Erhöhung wurde um 70.000 und um 20.000 Reichsmark durchgeführt: Ausgabe von 900 Stammaktien zu 106%.

Rarität, bisher wurde lediglich ein Exemplar vor zwei Jahren öffentlich versteigert.
Referenz: Schmitz/Metzger No. 35.1, "Verfügbarkeit 4 Stücke

Schätzpreis EUR 4.000,-
Ausruf: EUR 3.500,- Zuschlag EUR 5100,-


ZOOLOGISCHER GARTEN IN LEIPZIG

ZOOLOGISCHER GARTEN IN LEIPZIGNamens-Aktie über Mark 500 # 0373; Leipzig, 15. Juli 1899; eingetragen auf Herrn Ernst Krieger, Leipzig; Maße: 26 X 35;2; Originalunterschriften der Gründer: Vorstand Otto Winkler, Direktor Ernst Pinkert. EF-VF Druck: Leipzig - Giesecke & Devrient-Berlin; Knickfalte, Ablagelochung an beiden Rändern, rückseitige Übetragung auf Herrn G. Paul Hoffmann im Jahre 1912.
Gründeraktie, Auflage 1.000 Stücke zu je M 500.

Rarität, weniger als zehn bekannte Aktien sind sämtlichst Ende der 1970er Jahre durch Schalck-Golodkowski im Sammlermarkt aufgetaucht, das hier angebotene e bekannte Stücke tragen die Nummern 0232, 0312, 0304, 0177, 0487 und 0598.
Das hier angebotene Stück kommt aus Familienbesitz und wird erstmalig angeboten. Dazu Rundschreiben vom Juni 1918: "Laut GV wurde das Grundkapital auf M 200.000 herabgesetzt, der Nennwert pro Aktie auf Mark 200 herabgesetzt zur Deckung der Unterbilanz aus dem Jahre 1917. Eine Rückzahlung an die Aktionäre findet nicht statt". Gez. Dr. Gebbing, Birkigt.
Referenz: Schmitz/Metzger No. 35.2, das Buch liegt dem Los bei. VF

Ausruf: EUR 2.500,- Zuschlag EUR 2.500,-


KUNST UND KOMMERZ

LANDAUER THEATER - VEREIN

LANDAUER THEATER - VEREIN

Aktie über fl. 10 # 36; Landau, den 30. October 1841; Farbe: beige, blau, grau, schwarz, gold; Maße: 16,8 X 28; Druck: Buch- und Steindruck von G. Georges. Große Vignette mit Abbildung des Theaters. Originalunterschriften der Direktion, VF-F, Einrisse in den Knickfalten werden fachmännisch restauriert.
Gründerstück!

Die kreisfreie Stadt Landau in der Pfalz, zwischen Rhein und Pfälzer Wald gelegen, ist heute die größte weinanbauende Gemeinde Deutschlands und Universitätsstadt.
1268 erstmals urkundlich erwähnt verlieh König Ludwig von Habsburg dem "oppidum", der befestigten Ansiedlung Landewe die Stadtrechte, 1291 folgte die Erhebung in den Rang einer Reichsstadt.
1324 verpfändet Kaiser Ludwig der Bayer die Reichstadt an den Bischof von Speyer, 1511 löst Kaiser Maximilian I. aus der Verpfändung und unterstellt sie der Kaiserlichen Vogtei Hagenau; Die Stadt wechselt infolge des Dreißigjährigen Krieges siebenmal den Besitzer und war ab 1680 ständig unter französischer Besatzung; 1688/91 erfolgte auf Anordnung König XIV der Ausbau Landaus zu einer Festung durch den französischen Festungsbaumeister Vauban; 1702/13 folgte ein ständiger Wechsel zwischen Franzosen und Kaiserlichen, 1789 griff die französische Revolution auf Landau über; die Festung bleibt ab 1814 nach dem 1. Pariser Frieden bei Frankreich, wird 1815 nach dem 2. Pariser Frieden österreichischer Verwaltung unterstellt, geht als Bundesfestung 1816 an Bayern und wird Bezirksstadt.
Aus Empörung über das Scheitern der Reichsverfassung sagen sich die Pfälzer 1848/49
von den Bayern los, 1870/71 rückt die Pfalz durch die Eroberung von Elsaß-Lothringen aus dem Grenzbereich, gerät 1919 durch den Versailler Vertrag erneut bis 1930 unter französische Verwaltung und wird nach Ende des Zweiten Weltkrieges Regierungsbezirk des neuen Landes Rheinland-Pfalz.

Das am Rathausplatz, früherer Paradeplatz der Militärs, gelegene ehemalige Städtische Kaufhaus (siehe Abbildung auf der Aktie) wurde im 15. Jahrhundert erbaut und diente im Mittelalter und in der Neuzeit unter einem städtischen Kaufhausmeister dem von der Stadt überwachten und besteuerten Zwischenhandel. Im Erdgeschoß befanden sich Woll-, Safra- und Fruchtwagen und Eichgerätschaften, im Obergeschoss der städtische Tanzsaal.
1838 bis 1839 erfolgte der Umbau zu einem Konzert- und Theatergebäude mit Ratskeller und neuromanischen Veränderungen des gotischen Charakter des Baues. 1841 wurde die Aktiengesellschaft Landauer Theater-Verein gegründet.
Das alte Kaufhaus hat die wechselvolle Geschichte der Stadt Landau bis in die heutige Zeit gut überstanden, wurde ab 1995 zum Kulturzentrum ausgebaut, im April 1997 wiedereröffnet und steht heute auch als Veranstaltungsstätte zur Verfügung.
Rarität, die aus Familienbesitz stammende Aktie des Landauer Theater-Vereins wird erstmals angeboten. Große Vignette mit Abbildung des Alten Kaufhauses. EF-VF

Ausruf: EUR 7.500 Zuschlag EUR 7.500,-


PARK-HOTEL-ACTIENGESELLSCHAFT IN DÜSSELDORF

PARK-HOTEL-ACTIENGESELLSCHAFT IN DÜSSELDORFAktie über Mark 1.000 Deutscher Reichswährung; Düsseldorf, 1. October 1900; Farbe: hellbau, dunkelbraun, beige; Trockensiegel; Maße: 35 X 24; Druck: August Bagel, Düsseldorf.
Gründerstück!
Zweck der Gesellschaft war der Bau, die Pachtung und der Vertrieb von Hotelanlagen, insbesondere der Ankauf der Häuser zu Düsseldorf, Elberfelderstrasse Nr. 10 und 12 für zusammen M 720.000, Zweck: Erbauung eines erstklassigen Hotels, auch Handel mit Weinen. Die Kosten der Hotelbauten am Corneliusplatz betrugen M 1.900.000. Der Bau wurde im April 1902 vollendet und der Betrieb am 16.4.1902 aufgenommen. Zur Gründung wurden 740 Aktien zu je M 1.000 begeben. 1953 erfolgte der Abschluss eines Aufbau- und langfristigen Pachtvertrages mit der A.Steigenberger Hotelgesellschaft KGAA über das Parkhotel Düsseldorf, heute Steigenberger-Parkhotel Düsseldorf.

Aktuell stellt sich das Hotel im Internet folgendermaßen vor:
"Als Kultur- und Modemetropole genießt Düsseldorf seit langem einen internationalen Ruf. Noble Gastlichkeit in einem glanzvollen City-Dominzil offeriert hier das Steigenberger Parkhotel, das am Anfang der berühmten "Königsallee", mitten im Zentrum der Landeshauptstadt liegt. Mit dem Hofgarten und der Deutschen Oper am Rhein zur Seite ist dieses traditionsreiche Haus immer wieder ein geschätzter Treffpunkt für Gäste aus aller Welt.
Das Parkhotel wird 100! Feiern Sie mit...
Und genießen Sie im Jubiläumsjahr unser besonderes Angebot. Übernachten Sie in einem Luxus-Doppelzimmer und lassen Sie sich in unserem Restaurant Menuett mit einem excellenten 5-GangMenü verwöhnen......"

Rarität! Diese Gründeraktie mit der No. 4 wurde auf unserer 22 Auktion am 3. Juni 1989 erstmals angeboten und kommt jetzt erneut zum Aufruf. Laut GET bisher lediglich 2 X angeboten. EF

Ausruf: EUR 2.600,- Zuschlag EUR 2.600,-



CAFÉ DE LA PAIX

CAFÉ DE LA PAIXGründeraktie über frcs. 500 vom 11. Dezember 1920; # ; Farbe: rot/ orange/ grün/ weiß;
Maße: 29 X 22; Kps. EF

"Das berühmteste Café der Welt steht in Paris: das Café de la Paix. Sein Erfolg, vielleicht auch die Sehnsucht nach Frieden, die sein Name ausdrückt, fand Nachahmer in der Provinz. 1921 entstand im südfranzösischen Béziers die Café de la Paix als AG. Mit einer der schönsten Aktien der Wertpapiergeschichte warb sie um die Gunst der Anleger." Schmitz, Jakob: ‚Aufbruch auf Aktien

Äußerst selten!

Ausruf EUR 850,- Zuschlag EUR 1.200,-

 

 


Eine echte Hamburgensie, Vorläufergesellschaft des FC St. Pauli

HAMBURG-ST. PAULI -TUNVEREIN

HAMBURG-ST. PAULI -TUNVEREIN4 % Anleihe über Mark 250 # 599 Litera A; eingetragen auf Herrn Johann Ferdinand Bruns; Hamburg, April 1901;
Farbe: rot, hellblau, beige, schwarz; Maße: 33 X 21, Trockensiegel, Doppelblatt, Knickfalte horizontal, sonst EF.
Originalunterschriften, als Turnrath zeichnete Prof. Dr. H. Hahn, als 1. Vorsitzender des Finanzausschusses Emil Dölling.
Das Gesamtanleihevolumen betrug Mark 200.000, begeben in 800 Anleihen zu je M 250. Zweck war der Bau einer Turnhalle auf dem Heiligengeistfelde.
Die Rückzahlung erfolgte per Auslosung über die St. Pauli Credit-Bank in Hamburg.

Der Turnverein Hamburg St. Pauli entstand bereits im Jahre 1862. Ein Mitglied des Vereins, Franz Reese, gründete eine Abteilung, die sich ausschließlich mit der Weiterentwicklung des Fußballs beschäftigte. Bei dieser Sportart, die Ende des 19. Jahrhunderts in England aufkam, kannte niemand die Regeln. Deshalb fehlte für den Fußball zunächst das entsprechende Interesse. Der Hamburg-St. Pauli Turnverein beschränkte sich weiterhin auf die Sportarten Turnen und Hockey. 1907 fanden dann die ersten ernsthaften Kickversuche auf dem Heiligeistfelde statt, ab 1908 wurde ein Vermarkter gesucht, die Bilanz der Fußballabteilung stand bei minus 79 Mark. 1909 kreiert Amandus Vierth St. Paulis braun-weißes Trikot, 1910 wird dann das offizielle Gründungsjahr durch den Eintritt der FC St. Pauli TV-Kicker in den Norddeutschen Fußball-Verband.

1911 folgten die ersten Punktspiele, 1925 kam es zur Spaltung von Turn- und Sportverein. Es entstand der "Fußball Club St. Pauli von 1910 e.V."
Bis 1935 war der FC St. Pauli dann mit 24 Herren- und 26 Jugendmannschaften größter Fußballklub in Hamburg.
Nach dem zweiten Weltkrieg spielte man bereits 1946 wieder Fußball, Gegner war Schalke 04. Fortan wurde mit Spielern wie Miller, Schaffer, Machate oder Hempel der ".. beste technische Fußball in Deutschland" geboten. Heimspiele des FC St. Pauli auf dem Heiliggeistfeld hatten Tradition. Trotz der bald besseren Mannschaft des ewigen Erzrivalen Hamburger SV erlebte man beim FC St. Pauli die bessere Stimmung, die Nähe zum Spielfeld und zu den Spielern war bei den Hamburgern heilig. 1961 begannen die Bauarbeiten für das Millerntor-Stadion, das 1963 eingeweiht wurde. Insgesamt stieg der Club viermal in die 1. Bundesliga auf, zuletzt 2001, kehrte nach einjähriger Zugehörigkeit aber wieder in die 2. Liga zurück.
Aktuell: Am 6.2.2002 wurde der FC St. Pauli "Weltsiegerbesieger" durch einen 2: 1 Sieg über den FC Bayern München.
Rarität, bisher wurde lediglich einmal 1987 ein Exemplar versteigert.

Ausruf: EUR 1.200,- Zuschlag EUR 1.700,-



Aktien-Gesellschaft der Zuckerfabrik Böblingen

Aktien-Gesellschaft der Zuckerfabrik Böblingen Namens-Aktie über Florin 1.000 = 1.000 Gulden süddeutscher Währung # 1;
Böblingen/Heilbronn, 1. Januar 1863; eingetragen auf Herrn Dr. P.L. Adam, Bankier in Ulm, Originalunterschriften des Zuckerfabrikanten und Vorstandes Friedrich Cloß, als Mitglied zeichnete u.a. Bankier Richard Rümelin,
Gründerstück!


Die Zuckerfabrik Böblingen befand sich bereits ab 1856 in Gründung und erhielt am 22. October im Jahre 1862 die landesherrliche Genehmigung. Errichtet wurden die Fabrikanlagen am unteren See in Böblingen.
Zweck war die Fabrikation von Zuckerraffinade aus Rüben. Neben der Fabrik besaß die Gesellschaft ausgedehnte Ländereien, auf denen Zuckerrübenanbau betrieben wurde.
Das Kontor der Direktion befand sich in Heilbronn. Ab 1907 befand sich die AG in Liquidation, die Übernahme der Liquidationsmasse erfolgte durch die Zuckerfabrik Stuttgart. Heute gehört das ehemalige Verwaltungshaus der Zuckerfabrik Böblingen der Evangelischen Gemeinde, und wird als Jugendhaus genutzt.
Rarität! Bisher erst zweimal angeboten, zuletzt 1997.

Ausruf: EUR 2.200,- Zuschlag EUR 2.500,-

 



POMMERSCHE PROVINCIAL-ZUCKERSIEDEREI ITZEHOE

POMMERSCHE PROVINCIAL-ZUCKERSIEDEREI ITZEHOEAktie über DM 100 # 000459; Itzehoe, im März 1952; Farbe: hellblau, schwarz, beige; Trockensiegel mit Firmenlogo; Maße: 21 X 29,7.
Die Gründung der Gesellschaft erfolgte bereits 1817 mit Sitz in Stettin. 1924 wurde der Betrieb an die der Baltischen Verkaufsstelle (Baltenverband) angeschlossenen Rohzuckerfabriken auf fünf Jahre mit Konsortialvertrag verpachtet, 1929 erfolgte die Verlängerung des Pachtvertrages bis 1939. 1940/41 ging die Aktienmehrheit auf eine Gruppe unter Führung der Süddeutschen Zucker AG Mannheim über, 1942/43 auf eine Gruppe von anderen Zuckerfabriken. 1947 erfolgte Lt. HV-Beschluß vom 29.5. die Sitzverlegung der Gesellschaft von Stettin nach Itzehoe. Beteiligungen: Karl Burmeister GmbH & Co., Getränkevertrieb Elmshorn (55%), Karl Burmeister GmbH, Elmshorn Zuckervertriebsgesellschaft der Baltischen Rübenzuckerfabriken GmbH, Itzehoe, Großaktionär: Merckle GmbH, Blaubeuren (über 25%).
1951 wurde das Aktienkapital 4:1 umgestellt von RM auf DM 360.000, in Stückelungen zu DM 20, 50, 100 und 1.000. Es wurden 900 Aktien zu je DM 100 begeben. Börsennotiz ab 1955: Freiverkehr Berlin

Erstmals angeboten, nicht im GET gelistet.

Ausruf: EUR 80,- Zuschlag EUR 160,-


SOCIETE AGRICOLE & INDUSTRIELLE DE MOTESSON FORMEE
POUR L'EXPLOITATION DE LA TERRE ET DE L'USINE DE LA BORDE BRAME,
CHEVALIER & COMPAGNIE

SOCIETE AGRICOLE & INDUSTRIELLE DE MOTESSON Aktie über Frcs. 1.000 # 131, 2.Serie. Paris, 6. Juli 1831; Gründeremission dieser sehr frühen französischen Zuckerfabrik. Die Gesellschaft erhielt die Konzession am 1. April 1831; Zweck war der Zuckerrübenanbau sowie die Produktion und Vermarktung von Rübenzucker. Die Aktien umrankenden Vignetten veranschaulichen sehr deutlich den Firmenzweck: Ob Fabrikgebäude, Zuckerrüben, Handelsstab, Zuckerhüte oder der Landwirt bei der Bodenbereitung, hier wurde mit der Gestaltung des Aktienzertifikates nicht gespart. Ebenso ungewöhnlich wie das relativ große Format - 32 X 39 - ist auch das blaugrundige Papier, das außer Knickfalten gut erhalten ist. Die Compagnie besaß neben der Zuckerfabrik auch einen Bauernhof mit ca. 400 ha. Das Ziel war eine jährliche Produktion von 20/25 Millionen Zuckerrüben pro Jahr. Die Produktion von Zucker aus Rüben steckte seinerzeit noch in den Kinderschuhen. 1747 entdeckte der Chemiker Markgraf in Berlin das Vorhandensein von kristallisierbarem Zucker in Rüben, aber erst gegen Ende des Jahrhunderts begannen die Versuche, aus diesem Wissen praktischen Nutzen zu ziehen Den ersten Aufschwung nahm die Industrie unter der napoleonischen Kontinentalsperre, aber es bedurfte noch einiger Jahre und viel Erfahrungen, bis Verbesserungen gefunden wurden, denn die Gewinnung von Rübenzucker ist bei weitem schwieriger als die des Rohrzuckers. In den 1830er Jahren begann man sich auch in Deutschland näher um die Rübenzuckerproduktion zu kümmern, während die französischen Fabriken, durch Zolleinrichtungen begünstigt, bereits prosperierten. 1831 wurden 2.400 Aktien zu je Frcs. 1.000 begeben.
Rarität! Aus franz. Familienbesitz stammend sind weniger als 10 Stücke bekannt, wobei zwei eine Fehlstelle aufweisen! Einriss in der mittleren Knickfalte rückseitig mit Archivpapier hinterlegt, VF

Ausruf: EUR 650,- Zuschlag EUR 650,-


BRAU - GESELLSCHAFT ZU SAALFELD

BRAU - GESELLSCHAFT ZU SAALFELD im Herzogthum Sachsen Meiningen
Aktie über 10 Gulden im 52 ½ - Florin-Fuss; # 440; Saalfeld, 16. November 1859; Farbe: beige, schwarz;
Maße: 34 X 21; Doppelblatt; Originalunterschriften des Vorstandes.

Die Gründung der Gesellschaft geht auf das Jahr 1823 zurück, wie den Statuten zu entnehmen ist. Mehrere brauberechtigte Bürger Saalfelds schlossen sich zusammen und brauten für den Vertrieb "ordinaires Bier" und Lagerbier. Auf das brauen des bömischen Hopfenbieres musste wegen des vermuteten Missbrauches verzichtet werden. Die Gesellschaft war nicht börsennotiert und fand daher in den frühen Börsenführern ( Moser ab 1862) keine Aufnahme. In späteren Verzeichnissen erwähnt kann davon ausgegangen werden, das bis ca. 1876 Biere gebraut wurden. Desweiteren gab es dann in Saalfeld die Aktienbrauerei Vereinigte Dampfbrauerei und letztlich das Bürgerliche Brauhaus Saalfeld, gegründet 1888, welches ab 1908 in eine GmbH umgewandelt wurde und 10 Jahre später die Vereinigte Dampfbierbrauerei aufkaufte und stilllegte. Ab 1918 gab es in Saalfeld dann nur noch eine Brauerei. Das Bürgerliche Brauhaus wurde 1925 in eine AG umgewandelt, die Aktienmehrheit lag beim Riebeck-Konzern.
Das Bürgerliche Brauhaus Saalfeld wurde 1990 wieder in eine GmbH umgewandelt mit dem Gesellschafter "Treuhandanstalt Berlin" und befindet sich ab 1991 in Privatbesitz. EF Bisher wurden lediglich 2 Stücke auf Auktionen versteigert.
Rarität!

Ausruf: EUR 2.800,- Zuschlag EUR 2.800,-



SCHLOSSBRAUEREI EISENACH AKTIENGESELLSCHAFT

SCHLOSSBRAUEREI EISENACH AKTIENGESELLSCHAFTAktie über Mark 1.000 # 068. Eisenach, 1. Oktober 1882; Farbe: hellgelb, hellblau, grün, beige, rot;
Maße: 34,5 X 22,5; Trockensiegel, Doppelblatt, Druck: Keysnersche Hofbuchdruckerei in Meiningen,
Rahmen im Historismusstil. Umfirmierung als Stempelaufdruck auf der Aktie.

Gründerstück! Begeben wurden 500 Aktien zu je M 1.000. 1896 erfolgte die Fusion mit der Brauerei Petersberg zur "Vereinigte Eisenacher Brauereien, Petersberger & Schlossbrauerei Act. Ges.". Bereits 1918 übernahm die Actienbrauerei Eisenach dann die Gesellschaft mit allen Aktiva und Passiva.
EF

Rarität! Das hier angebotene Exemplar mit der Nummer 068 wurde 1990 erstmals angeboten und kommt nun erneut zum Aufruf.

Ausruf: EUR 800,- Zuschlag EUR 800,-

 

 

 



ACTIENGESELLSCHAFT ACTIENBRAUEREI EISENACH ZU EISENACH

ACTIENGESELLSCHAFT ACTIENBRAUEREI EISENACH ZU EISENACH4,5% Anleihe über M 500; Ser. E # 168; Eisenach, 1. April 1901; Farbe: hellgrün, hellgelb, braun, beige;
Maße: 43 X 43; Trockensiegel, Druck: Phillip Kühner, Eisenach. Knickfalten, an den Rändern etwas hinterlegt,
VF, Faks.-Unterschrift des Aufsichtsratsvorsitzenden Fritz Kallenbach.

Das Gesamtanleihevolumen betrug M400.000, begeben in zwei Serien zu je M 1.000 und M 500, es wurden 200 Anleihen zu je M 500 aufgelegt.

Gegründet wurde die Gesellschaft 1886 Der Bierausstoß betrug 1902/103 bereits 50029 hl. Die Anleihe wurde zur Finanzierung der Vergrößerung der Brauereianlagen aufgelegt und war abweichend vom Tilgungsplan auch früher ganz oder teilweise durch Verlosung rückzahlbar. Da hier vorliegende Stück wurde zum 31. Dezember 1920 verlost und am 10.1.1921 eingelöst.
Rarität, nicht im GET gelistet.

Ausruf: EUR 800,- Zuschlag EUR 800,-

 

 



Aus dem Bereich Terrain- und Baugesellschaft gelangt ein umfangreiches Angebot zum Aufruf, u.a. mit einem großen Sortiment Berliner Gesellschaften, die einen Querschnitt des Gründerbooms der 1870er Jahre dokumentieren, etliche zählen zu den großen Raritäten,
wie z.B.

Die einzig bekannte Aktie mit Abbildung des Brandenburger Tores,
dem Wahrzeichen der heutigen Hauptstadt Deutschlands:

THIERGARTEN - WESTEND - ACTIEN - GESELLSCHAFT

THIERGARTEN - WESTEND - ACTIEN - GESELLSCHAFT Vignette Brandenburger Tor

Namens-Aktie über 200 Thaler Preussisch Courant # 3116; Berlin, 16. Februar 1872; Farbe: hellgrün, weiß, schwarz; Maße: 25,5, X 33; Trockensiegel, eingetragen auf den Aktionär Dahlenburg, der u.a. auch für die Direktion und für den Aufsichtsrat im Original auf der Aktie zeichnete, des weiteren unterschrieb als Aufsichtsrat M. v. Ungernsternberg.
Die Gesellschaft wurde am 16. Februar 1872 gegründet, in einer Zeit, die als der berühmt berüchtigter Gründerboom in die Geschichte einging. Der gewonnene Krieg brachte mit den französischen Reparationszahlungen in Höhe von 4-5 Milliarden Goldmark reichlich Kapital in die Kassen und die Liberalisierung der Aktiengesetzte ließen Aktiengesellschaften wie Pilze aus dem Boden schießen, allein in Berlin wurden rd. 100 Terraingesellschaften gegründet und an die Börse gebracht. Diese größtenteils als Spekulationsblasen bezeichneten Gründungen erlebten einen kurzfristigen Boom und sackten dann ab ins Uferlose. Nur wenige Gesellschaften dieser Zeit haben diese Bodenspekulation überlebt, die Aktionäre letztlich waren die großen Verlierer, so auch bei dieser AG.
Zweck der Thiergarten-Westend-Actien-Gesellschaft war der Erwerb, die Bebauung und die Veräusserung von Grundstücken, namentlich in der Umgebung des Berliner Thiergartens.
Zunächst hat die auf unbestimmte Dauer mit Sitz in Berlin gegründete Aktiengesellschaft das den Geschwistern Gain in der Feldmark Charlottenburg im Lützower Gärtnerfelde an der Kurfürstenstraße, im Hypothekenbuche der Königlichen Kreisgerichts-Deputation zu Charlottenburg vo. 9 Nr. 429 pag. 3334 verzeichneten Grundstücke, das Planstück Nr. 8 der Karte in den Langen Teich-Stücken von 14 Hectaren, 10 Aren, 65,6 Meteren 0 55 Morgen für den Preis von 1.471.860 Thalern erworben. Somit wurden 148 Thaler pro Quadrat bezahlt.
Das aufgelegt Aktienkapital betrug 900.000 Thaler, begeben in 4.500 Aktien zu je Tlr. 200. Die berühmt berüchtigte Gewerbebank H. Schuster & Co war an der Gründung beteiligt und nahm auch am 19. Februar al pari Zeichnungen auf die Aktien entgegen. Bereits am 17. Februar 1872 gingen die Aktien zu 102 an der Berliner Börse um. Sie wurden mit 5% Zinsen ausgestattet und waren voll eingezahlt.
Danckelmann verzeichnet im Jahre 1873 einen Bilanzverlust von 2934 Thrl. Vermerkt aber gleichzeitig, das, wenn der Bebauungsplan definitiv genehmigt und nach Abtreten aller Straßen ein Terrain von 7745 qm parcelliert sein wird und eine ansehnliche Dividende erwartet werden kann. Bereits zu diesem Zeitpunkt wären unter Zugrundelegung des niedrigen Verkaufspreises von 250 Thalern pro qm bei einem Selbstkostenpreis von 208 Thalern ca. 500.000 Thlr. verdient. In den Folgejahren findet die AG keinen Eintrag mehr im Danckelmann.
Der Saling von 1881 führt die AG bereits als "wertlos" und in der Auflösung begriffen.
Bis heute ist lediglich dieses hier angebotenen Stück bekannt. Knickfalte, EF-VF
Rarität!

Schätzwert EUR 7.000 - 10.000
Ausruf: EUR 6.500,- Zuschlag EUR 10.500,-



ACTIENGESELLSCHAFT ALPHONS CUSTODIS,
ACTIENGESELLSCHAFT FÜR ESSEN- UND OFENBAU IN DÜSSELDORF

ACTIENGESELLSCHAFT ALPHONS CUSTODISAktie über M 1.000 # 0937; Düsseldorf, 29. März 1900; Maße: 33 X 42,5.
Druck: Selmar Bayer, Berlin S. Ausgeprägte mittl. Knickfalte, EF-VF

Gegründet wurde die Gesellschaft am 12.2.1898. Eingebracht in die Ges. hat der Fabrikant Alphons Custodis das ihm gehörige Tonwerk Satzvey mit Zubehör. Ab 4.8.1910 erfolgte die Umfirmierung in Act.-Ges. für Essen- u. Ofenbau Düsseldorf. Zweck: Erwerb und Fortbetrieb des unter der Firma Alphons Custodis in Düsseldorf betriebenen Kaminbaugeschäftes mit Filialen, sowie des unter der Fa. Thonwerk Satzvey (Alphons Custodis) zu Satzvey bei Euskirchen (Rhld) betriebenen Thonwerkes, Errichtung und Betrieb von Feuerungsanlagen, bautechnischen Unternehmungen und
Arbeiten jeder Art. Zwecks Ankauf eines weiteren Thonlagers wurde 1899 das Aktienkapital um M 200.000 erhöht. Die G.-V. vom 19.6.1906 beschloß die Auflösung der Gesellschaft u. Übertragung ihres Baugeschäftes mit Filialen u. des Thonwerkes Satzvey an die neugegründete Akt.-Ges. Alphons Custodis in Regensburg für M 700.000, begeben in 700 Aktien mit Div.-Berechtigung ab 1907. Die weiteren M 500.000 Aktien der neuen Akt.-Ges. Alphons Custodis wurden den Aktionären der Act.-Ges. für Essen- u. Ofenbau in Düsseldorf zum Bezug angebot-
en. Der Betrieb des technischen Baugeschäftes spez. In Rußland, ging an eine zweite neugegründete Gesellschaft, die Akt.-Ges. für technische u. industrielle Bauten in Düsseldorf über (Div. dieser Ges. 1906-1911= 0%, 1912 Liquidation). Gleichzeitig wurde die Liquidation der Act.-Ges. für Essen- und Ofenbau in Düsseldorf beschlossen. Die neue Akt.-Ges. Alphons Custodis in Regensburg erbrachte von 1906 - 1912 ebenfalls 0 Dividende: Am 29.3.1900 wurden 340 Aktien zu je M 1.000, div.-berechtigt ab 1.1.1900 und fest übernommen von einem Konsortium zu 130%, begeben.
Äußerst selten!

Ausruf: EUR 1.200,-



WUSTERWITZ-RATHENOWER-ZIEGELEI ACTIEN-GESELLSCHAFT

WUSTERWITZ-RATHENOWER-ZIEGELEI ACTIEN-GESELLSCHAFT Rückseite WUSTERWITZ-RATHENOWER-ZIEGELEI ACTIE

Aktie über Mark 600; #0208; Berlin, den 1. Juli 1873; Farbe: beige, braun, schwarz;
Maße: 47 X 31,3; Trockensiegel mit Firmenlogo; rückseitig großflächige Abbildung des Lageplanes Großraum Berlin mit Grosswusterwitz.
Gründeraktie !

Das Unternehmen wurde mit einem Kapital von Thalern 200.000,- in 1.000 Aktien zu je Mark 600,- und Thalern 72.000,- Hypotheken von Dr. Carl Assmann, Theodor Hildebrand, Daniel von der Heydt und Rechtsanwalt Franz Lorek in Berlin als Aktiengesellschaft gegründet. Dividendenzahlungen sind (laut Moser) nicht bekannt geworden, der Staatsanwalt hatte bereits im gleichen Jahr ermittelt. Auch diese Gesellschaft ist eine typische Gründung der 1870er Jahre. Der Entwurf des Aktienzertifikats stammt von J. J. Dillmann, als Aufsichtsrat zeichnete Dr. Carl Assmann, für die Direktion Theodor Hildebrandt. Die Rückseite dieses großformatigen Prachtblattes zeigt kartographisch den Wirkungskreis der Gesellschaft mit Fabriken in Wusterwitz, Netzen, Wust und Rathenow.
Moser zitiert den Zeitgeist jener Jahre:" Noch 10 solche Jahre wie 1872, dann wälze ich mich in Millionen!" (Aus der Sylvesterbetrachtung eines gediegenen Gründers) Wie für viele Gründungen dieser Zeit kam auch für die Wusterwitz-Rathenower Ziegelei AG der Konkurs. Der rechte Rand weist eine halbkreisförmige Fehlstelle (Entwertung), die fachgerecht restauriert wurde, auf. sonst eher EF-VF
Äußerst selten!

Ausruf: EUR 1.200,-



FABRICA DE FAIANCAS DAS CALDAS DA RAINHA

FABRICA DE FAIANCAS DAS CALDAS DA RAINHAAktie über je Rs. 20 # 58; Lissabon 30.Juni 1884;
Farbe : grün, braun, hellrot, hellgrün, weiß, schwarz; Maße: 47 X 29,5;
Gründerstück der Porzellan - Manufaktur von Caldas de Reinha.
Das Aktienkapital betrug Rs 120.000. Caldas de Reinha (Bäder der Königin)ist das berühmteste portugiesische Heilbad (Schwefel), gegründet durch die Königin Dona Leonor, Gemahlin von Don Jaos II., Ende des 15. Jahrhunderts.
Die Königin gründete später auch die Porzellan - Manufaktur. Sie besteht heute noch und wird in Reiseführern hervorgehoben.
Der Entwurf der Aktie wurde 1884 von dem berühmten Raphael Bordallo - Pinheiro, (1847-1905) geschaffen. Seine Signatur befindet sich auf der Aktiendruckplatte unten, mit vollem Namen.Raphael Bordallo-Pinheiro war eine berühmte Persönlichkeit des kulturellen, künstlerischen und politischen Lebens in Lissabon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Mit seinen sehr abwechslungsreichen Arbeiten in der bildenden Kunst, besonders in Hinblick auf seine graphischen Darstellungen und seine Keramikarbeiten, aber auch als Karikaturist spielte er eine wichtige, kritische Rolle für die zeitgenössische Gesellschaft.
Bordallo-Pinheiro war Mitbesitzer der Manufaktur und ist für seine Tiermotive bekannt.
Seine berühmtesten Stücke waren der Große Manuelische Tafelaufsatz, genannt Beethovenschlüssel, für den verstorbenen König Don Carlos und die monumentale Eidechse, letzteres Motiv ist auch in der Aktie zu finden.
Ein Museum am Campo Grande in Lissabon trägt heute seinen Namen und ist seinen künstlerischen Arbeiten gewidmet.
Das außergewöhnliche dieser Aktie besteht darin, dass sie praktisch nur aus einem Bild besteht und als 11-farbige, Original - Handlithographie im Steindruckverfahren hergestellt wurde, ein kostspieliges Verfahren, das so gut wie nie für den Aktiendruck eingesetzt wurde.
Das hier angebotenen Stück befindet sich in einem exzellenten Zustand EF
Äußerst selten!

Ausruf: EUR 3.800,- Zuschlag EUR 3.800,-



REAL COMP. DE COMERCIO ESTABLECIDAEN BARCELONA

REAL COMP. DE COMERCIO ESTABLECIDAEN BARCELONAAktie; #61; Barcelona, den 30. Mai 1756 ; Farbe: schwarz, weiß; Maße: 29,8 X 40,2; Ganzkupferstich auf mittel starkem Kalbspergament, aufgeklebtes Blindprägepapiersiegel (Filegran); Zeichner: Emmanuel Tramullas Pictor. Stecher: Ignatius Valle, eingetragen auf Don Buenaventura de Milares Vezino de Barcelona.
Klassische Form der alten, spanischen Wertpapiere, bei denen die Schriftzüge untergeordnet sind.
Die Aktie zeigt oben 4 katalanische Heilige, welche die heilige Mutter Gottes von Montserrat mit der Strahlenkranzkrone und dem Jesuskind auf dem Schoß umringen, links die Wappentafel der Bourbonen des Königreichs Spanien, rechts die Wappentafel der Stadt Barcelona. Unten die große, eindrucksvolle Aussicht des Hafens und der Stadt Barcelona, vom Meer aus gesehen, Galonen, Handelsbarken und Segelschiffe runden das Bild ab. Putten mit Dreizack, Weinfässchen, Trauben, Warenballen, Zitrusfrüchten und Feigen symbolisieren, letztlich auch durch die Darstellung eines Alligatorkopfes, Symbol des Überseehandels, den Zweck der Gesellschaft.
Das Unternehmen erhielt 1755 die Konzession zur Gründung einer Handelsgesellschaft, spez. Handel mit den Inseln Santo Domingo, Puerto Rico und Margarita. Das Grundkapital wurde aus Pesos 1 Mio. festgelegt. Die vorgesehenen 4.000 Aktien hatten den Nennwert von 250 Pesos zu 128 Vierteln. Die Gesellschaft durfte allerdings erst beginnen, wenn 400.000 Pesos gezeichnet und einbezahlt waren. Bei dieser Begebung wurden aber erst 1.785 Aktien gezeichnet., vermutlich wurden Handelsgüter anstelle von Geld akzeptiert. Zusätzlich erhielt die Gesellschaft zudem das Monopol für Segelfahrten nach Honduras und Guatemala. Infolge des Krieges gegen England ging die Gesellschaft auf die "Neue Filipinas" über. Am unteren Rand etwas knapp beschnitten, sonst (11948) EF- VF
Quelle: Kipfer, Alexander Historische Wertpapiere der Spanischen und Königliche Handelgesellschaften des 18.- Jahrhunderts. : E 48/5, 1. Plattentyp. Sehr frühe Ausgabe, restauriert am unteren re. Rand Papierhinterlegung, Siegel intakt, sonst VF

Ausruf: EUR 1.800,-


REAL COMPANIA DE SAN FERNANDO DE SEVILLA

REAL COMPANIA DE SAN FERNANDO DE SEVILLAAktie über Reales de Vellon 250 ; # 20370; Sevilla, 16. Oktober 1749; Farbe: schwarz, weiß; Maße: 32,8 X 44,3; Ganzkupferstich auf Kalbspergament mit aufgeklebtem Blindprägesiegel, Stechermonogramm unten rechts eingetragen auf Don Juan Antonio Velez Feroresco de R. Provinciales de Granada-
Die Gesellschaft hat lt. Kipfer das aufwendigste Aktienzertifikat aller Zeiten ausgegeben, gefolgt - aber nicht übertroffen - von demjenigen der Real Compania establecida en Barcelona.
Die Vignette oben links zeigt den Heiligen St. Josef mit dem Jesuskind, oben rechts San Leandro, den Schutzheilige der Stadt Sevilla, in der Mitte die Muttergottes mit dem Jesuskind, die große männliche Figur in der Bildmitte stellt König Ferndinand III. von Kastilien (1199-1252) dar, der auch El Santo (der Heilige) genannt wird. Galeonen, Neptun sowie die Ansicht von Sevilla vom Fluß Guadalquivier aus runden das Bild ab.
Die zweitgrößte spanische Handelsgesellschaft wurde 1747 in Sevilla gegründet. Das angeschlagene spanische Weltreich erhoffte sich einen guten Profit aus den Handelsgeschäften, vor allen Dingen mit Südamerika. Die Gesellschaft besaß außerdem das Recht zum Handel mit allen Kolonien, außer Caracas und Havanna. Etliche flämische Großkaufleute beteiligten sich an diesem Geschäft mit insgesamt 1,0 Mio. Pesos.
1750 trat eine Geschäftsstagnation auf, außerdem wurde das Unternehmen um 1770 herum durch Korruption und unseriöse Handelspraktiken derart geschädigt, dass es in den 1780er Jahren schließlich zur Auflösung kam. Der Sevilla verdanken wir eines der schönsten Aktienzertifikate, Ganzkupferstich, Kalbspergament, papiergedecktes Bildprägesiegel und handschriftliche Eintragungen. EF
Quelle: Kipfer, Alexander Historische Wertpapiere der Spanischen und Königliche Handelgesellschaften des 18.- Jahrhunderts: E 48-3, dritter Plattentyp, Siegel intakt EF-VF

Ausruf: EUR 2.400,- Zuschlag EUR 2.400,-



REALES MINAS DE CAZALLA Y GUADALCANAL
(HOPPENSACK-AKTIE)

REALES MINAS DE CAZALLA Y GUADALCANAL (HOPPENSACK-AKTIE)Aktie über 1 Anteil # 168 fol No. 1; 25. April 1795; Farbe: beige, schwarz;
Ganzkupferstich auf dickem, weichen ¼ Karton-Papier mit handschriftlichen Eintragungen, ohne Siegel. Rückseitig im Buchdruck die deutsche Übersetzung des Aktientextes..
Beide Vertikalrahmenleisten und obere Abschlussleiste angefüllt mit Blattwerk. Rosetten, Girlanden an ihnen befestigt, die wiederum das große Wappen umgeben. Oben Mitte Wappenschild des Königshauses, darüber die Königskrone mit Kreuz und Weltkugel, das Band der Gesellschaft als Abschluss. In der Mitte unten der Bergherr Hoppensack dargestellt in bürgerlicher Tracht der Zeit. Vor ihm kniend und ihn anschauend ein Bergmann mit Kopfbedeckung der Bergleute Sachsens. Dazu das Grubengemälde mit den Utensilien des damalige Bergbaus.
Original unterschrieben ist das Zertifikat von Juan Martin Hoppensack, Direktor de las Minas.
Schon die Phönizier, die Karthager und die Römer trieben in Spanien Bergbau. Ebenso waren die Silbermienen von Guadalcanal, welche die Grafen Fugger im Jahre 1551 wieder in Betrieb nahmen ein altes Berggebäude der Karthager. Die Fugger betrieben diese Miene 30 Jahre lang. Am 25. April 1795 erhielt der aus Sachsen Stammende Johann Martin Hoppensack die Konzession, welche als königliches Privilegium deklariert war, mit der Auflage, wenigstens einen kleinen Teil der sämtlichen Aktien spanischen Gewerken zu überlassen und nicht" das Ganze davon in Deutschland zu vergewerkschaften" . Hoppensack war pensionierter Direktor der Almanader Bergwerke ( Quecksilber ) . Er erhielt das Recht, das seine Kompanie das königl. Wappen mit der Überschrift" Königliche Mienen von Cazalla und Guadalcanal und Zugehör" führen durfte. Die Gruben lagen am südl. Ausläufer der Sierra Morena und lieferten größtenteils Galenit ( Bleiglanz, ein Blei- und Silbersulfid ) . Wegen politischer Unsicherheiten konnte das Unternehmen gar nicht erst in Betrieb genommen werden. Geplant war die Ausgabe von 1.000 Aktien mit einem Nennwert von 200 Spezial Talern. Jede Aktie bekam auf dem Gewerkenbuch, welches sowohl in Spanien als auch in Sachsen geführt wurde, ihr eigenes Folium. Die Bergordnung war an das deutsche Kuxe-Recht angelehnt.
Quelle: Kipfer, Alexander Historische Wertpapiere der Spanischen und Königliche Handelgesellschaften des 18.- Jahrhunderts.
Sehr selten !
Ausruf: EUR 380,- Zuschlag EUR 380,-



STADT KÖNIGSBERG

STADT KÖNIGSBERG5 % Obligation über 50 Thaler in "Preussischem klingendem Silber-Courant nach dem Münßfuße von 1764"; Königsberg,
1. Januar 1808; Farbe: beige, schwarz; Doppelblatt; Druck auf Bütten mit Wasserzeichen; Maße: 34 X 20.
Strich- und Lochentwertung, Originalunterschriften, u.a. vom Preussischen Staats-, Kriegs- und Finanzminister von Schrötter
sowie vom Kanzler des Königreichs Preussen.
Aufgelegt wurde diese Anleihe "Behufs der Berichtigung des Kriegs-Schulden-Wesens der Provinz Ostpreussen und Litthauen". Der König von Preußen genehmigte diese Anleihe, die zur Finanzierung des Napoleonischen Krieges begeben wurde. Der Preussische König Wilhelm III. hatte seine Hofhaltung 1807 von Berlin nach Memel und 1808 nach Königsberg verlegt.
Zur Sicherheit haftete die Stadt Königsberg sowie jeder Einwohner mit seinem Vermögen, quittiert durch 6 Originalunterschriften des Magistrats und der Deputierten der Eigentümer und Einwohner der Stadt Königsberg. Mitunterzeichner Staatsminister von Schrötter war vor allem mit der Umsetzung der neuen Städteordnung des Freiherrn vom Stein befasst.
Doppelblatt mit vielen, innenseitigen Übertragungsvermerken, Stempeln und Originalunterschriften, die Anleihe war bis 1880 in Umlauf. VF


Rarität! Bisher sind lediglich zwei Anleihen, eine aus dem Jahre 1807 und die hier angebotene von 1808 bekannt.

Schätzpreis EUR 1.400,- bis 1.700,-
Ausruf: EUR 1.200,- Zuschlag EUR 1.200,-

 


 

Erhaltungshinweise (international)

UNC = UNICIRCULATED (ausgabefrisch, sauber, glatt)
EF = EXTREMELY FINE (kleine Faltspuren oder geringe Flecken)
VF = VERY FINE (Umlaufspuren, jedoch das Druckbild unbeschädigt)
F = FINE (Faltspuren oder kleine Einrisse)
VG = VERY GOOD (starke Umlaufspuren, evtl. Fehlstücke an Ecken und Rändern)
G = GOOD (Wie VG, jedoch evtl. fehlende Stücke im Druckbild)


 

Wir würden uns freuen, Sie am 30. November 2002 im Auktionssaal persönlich begrüßen zu dürfen
Sie können allerdings auch schriftlich und per Fax bzw. nach Anmeldung telefonisch bieten.
Katalogbestellungen erbitten wir unter o.g. genannter Adresse per Post, Fax oder Telefon.
Der Katalog umfasst alle Lose, mit überwiegenden, teils ganzseitigen Abbildungen und ausführlichen Firmenbeschreibungen
Schutzgebühr incl. Ergebnisliste: EUR 10,- ; Europa Euro 15; Übersee EUR 30

 



Sollten Sie Fragen haben, beantworten wir Ihnen diese auch gerne am Telefon, rufen Sie an.



Auktions- und Handelshaus Reinhild Tschöpe
gegründet 1978

Historische Wertpapiere und Finanzdokumente

Bruchweg 8,    D - 41564 Kaarst

Telefon (49) 02131/602756 - Telefax (49) 02131/667949 - Mobil: 0171/2068386

E-Mail: info@tschoepe.de


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