Auktionshaus Reinhild Tschöpe Historische Wertpapiere u. Finanzdokumente
Bruchweg 8, D - 41564 Kaarst Tel. (49) 02131/602756 Telefax (49) 02131/667949 E-Mail: info@tschoepe.de


       


52. Auktion
Historischer Wertpapiere und Finanzdokumente
Auktionshaus Reinhild Tschöpe
am 8. November 2003 14:00 Uhr
im Ramada Renaissance Hotel Düsseldorf


Zum Aufruf gelangten rd. 550 Lose nationaler und internationaler Provenienz mit den Schwerpunkten:

Wertpapiere des 17. und 18. Jahrhunderts, Autographen auf Wertpapieren und Finanzdokumenten, u.a. Jaques Offenbach auf einer Aktie seines Theaters de Gaite', Kaiser Maximilian II, Maria Theresia, Benjamin Franklin, Andrew Carnegie, Thomas Alva Edison, John Paul Getty, Peter Cooper, Robert Stevens etc.
Umfangreiches, internationales Angebot zum Thema Eisenbahnbau, u.a. aus der Schweiz mit Raritäten wie Schöllenenbahn, Winterthur-Singen Kreulingen, erstmals angebotene Emissionen der Berninabahn, Chur-Arosa-Bahn, Rhätische Bahn etc.
Eine Internationale Kanal-, Hafen- und Schiffahrtssammlung, incl fünf Alben, rd. 240 Stücke, Dekorativa, nationale und internationale Konvolute aus einer Lagerauflösung, DM-Konvolute, Staats- und Stadtanleihen runden das Angebot ab




LEPRAHAUS DER STADT AMSTERDAM


Obligation über Gulden 10.000, bestätigt am 31. Januar 1693, Farbe: beige, schwarz; Maße: 32 X 19,5;
Originalunterschriften der Direktoren B. Dortman und Jakob van der Merck; Doppelblatt;
Druck auf Bütten mit Wasserzeichen, Stempel li oben. Rarität!
Aufgenommen wurden Gulden 10.000 von dem Leprahaus bei der Stadt Amsterdam im Jahre 1690.

LEPRAHAUS DER STADT AMSTERDAMLepra war bereits in der Antike bekannt. Im Zuge der kontinentalen Völkerwanderung kam im fünften und sechsten Jahrhundert das Leprabakterium auch nach Mitteleuropa. Die Leprainfektion hatte für die betroffenen Personen nicht nur körperliche, sondern auch soziale Folgen: 583 legte das Konzil von Lyon strenge Vorschriften für den Umgang mit Leprakranken fest, was zur Isolation der Kranken führte. Im siebten und achten Jahrhundert entstanden Anstalten für Leprakranke, sogenannte "Leprosorien".
Seit den Kreuzzügen nahm die Zahl der Leprosen stetig zu. Um 1250 soll es in Mitteleuropa etwa 19.000 Leprahospitäler gegeben haben. Im 14. Jahrhundert erreichte die Ausbreitung der Lepra schließlich ihren Höhepunkt, um dann im 15. Jahrhundert - von Süden nach Norden schreitend - allmählich zu verschwinden. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts war der Aussatz in Europa so gut wie nicht mehr vorhanden. Nur in Norwegen, Nordschweden, Litauen und Livland konnte sich diese Krankheit noch länger halten.
Ausgerottet wurde Lepra aber nie. Noch heute müssen sich schätzungsweise 12 - 13 Millionen Menschen mit dieser Krankheit abfinden, von denen ungefähr 6,5 Millionen in Asien, 3,9 Millionen in Afrika und 358.000 in Amerika leben. Auch in Europa (besonders in Spanien) werden in letzter Zeit immer häufiger neue Leprafälle gemeldet. Heute ist Lepra heilbar.
In Amsterdam zogen nach altem Brauch am sog. Kupfernen Montag, dem ersten Montag nach Dreikönig die Leprösen durch die Straßen der Stadt, um Almosen zu erbetteln. Diese gemeinsamen Umzüge zeugen von der Solidarität und dem Zusammenhalt der Leprösen untereinander.

 

Ausruf: EUR 750,- / Zuschlag EUR 850,-



MILLION-BANK

Aktie über L 250, London, 20. Dezember 1752 gilt als wohl ältester Investmentfond der Welt! Rarität!

MILLION-BANK Die "Million Bank" wurde bereits 1695 gegründet und ist damit neben der "Bank of England" das älteste Bankinstitut der Welt, das in der Form einer Aktiengesellschaft geführt wurde.
Gemäß dem englischen Aktienrecht erhielt der Anteilseigner seinen Besitz auf dem sogenannten "Receipt" quittiert, das die Funktion des Aktienzertifikats übernahm.
Allerdings betrieb die "Million Bank" niemals die eigentlichen Bankgeschäfte, die allein der "Bank of England" vorbehalten waren, sondern fungierte vielmehr als ein Investment-Trust für englische Aktien und Staatsanleihen. So wurde die Notierung der "Million Bank" an der Londoner Börse für die Makler zum Indikator für die allgemeine Börsenentwicklung. Da die Bank eine größere Position "South Sea" Aktien im Portfolio hatte, stieg ihr Börsenkurs - parallel zu dem der "Südseegesellschaft" von 57 % im Jahr 1701 über 140 % im März 1720 auf 440 % während des Höhepunktes des "South Sea- Bubbles" im Juni 1720. Durch ihr ausgezeichnetes Management, das den Umtausch eines großen Anteils der spekulativen Aktien in sichere Staatsanleihen verfügte, wurde die Bank von dem Zusammenbruch der "South Sea" kaum getroffen und konnte weiterhin eine ansprechende Dividende ausschütten.
Als aber zum Ende des Jahrhunderts das Interesse an den Million Bank Aktien schwand und der Kurs unter den inneren Wert des Unternehmens fiel, entschloss sich das Direktorium, die Gesellschaft zu liquidieren. 1796, mehr als 100 Jahre nach der Gründung, wurde die "Million Bank" aufgelöst, und die Aktionäre erhielten den eingezahlten Nennwert sowie einen Zusatzbonus von mehr als 60 % ausgezahlt. Somit kann man die "Million Bank" wohl als eines der erfolgreicheren Unternehmen des 18. Jahrhunderts bezeichnen.

Ausruf: EUR 1.800,-
/ Zuschlag EUR 2000,-



COVENT GARDEN THEATRE; LONDON

LIFE Tontine # 78, Receipt über L 8, 6 Schilling, 6 Pence vom 17. Januar 1797; eingetragen auf Rowland Stephenson, Esq.;
Farbe: beige, schwarz; Druck auf Bütten, Trockensiegel mit Wappen und Krone; Maße: 8,7 X 21. Originalunterschriften.

COVENT GARDEN THEATRECovent Garden existiert als Gelände bereits seit dem 13. Jahrhundert. Von 1670 bis 1974 beherbergte das Areal den größten Obst- und Gemüsemarkt des Inselreichs. Das Gelände wurde in den nachfolgenden Jahren grundlegend saniert. 1980 wurden die Markthallen mit 26 Geschäften und sechs Restaurants wieder eröffnet. Dieses Projekt hing jedoch zu Beginn der Planungsphase in den siebziger Jahren am seidenen Faden. Ursprünglich sollte das gesamte Viertel komplett niedergerissen werden und an seiner Stelle ein gesichtsloser Komplex mit Schnellstraßen, Hotel und Konferenzzentren errichtet werden. Doch massive Proteste einer Bürgerinitiative von lokalen Anwohnern und eine alarmierte Öffentlichkeit verhinderten dieses Vorhaben in letzter Sekunde.
Traditionell war Covent Garden schon immer das Viertel der Mittelständler. Druckereien, Autohändler und Auktionshäuser rundeten das Geschehen rund um den Obst- und Gemüsemarkt ab. Schon immer beherbergte die Gegend zahlreiche Theater, deren ältestes, das Theatre Royal, schon 1663 in der Drury Lane seine Pforten öffnete.
Das Covent Garden Theatre kam in die Bow Street auf Anraten von John Rich im Jahr 1732. Die ansteigende Popularität des Theaters machte einen Aus- und Wiederaufbau in den Jahren 1782 und 1792 unverzichtbar. Robert Smirke's neo-klassizistisches Theater ersetzte das 1808 bis auf die Grundmauern abgebrannte Gebäude. 1846 wurde es unter dem Namen "Royal Italian Opera" nochmals neu aufgebaut. Kurz danach wurde es nach einem weiteren verheerenden Brand während eines Maskenballs, als "Royal Opera House" neu errichtet. 1860 wurde die "Floral Hall" angebaut, die mit einem Markt für exotische Früchte und Pflanzen tagsüber und als Stätte für Bälle Konzerte nachts, ein Doppelleben führte. Im ersten Weltkrieg diente sie als Möbelhaus und im zweiten Weltkrieg als Tanzcafé. 1999 wurde das "Royal Opera House" nach einer grundlegenden Modernisierung (entworfen von Dixon Jones) wiedereröffnet. Rarität!

Ausruf: EUR 750,-


SOCIÉTÉ EN COMMANDITE PAR ACTIONS THÉATRE DE LA GAITÉ
Aktie über frcs. 1.000 vom 19. August 1873; # 83; Farbe: schwarz/ weiß; Maße: 27,5 X 30,5;
Rarität!!

Einzig bekannte Aktie mit der Originalunterschrift des großen Komponisten Jacques Offenbach!

SOCIÉTÉ EN COMMANDITE PAR ACTIONS THÉATRE DE LA GAITÉ Jacques Offenbach Signatur Offenbach

JACQUES OFFENBACH , DER MOZART DER CHAMPS-ÉLYSÉE
Als er den Can-Can aus den Kaschemmen holte und auf die Bühne brachte, geriet ganz Europa in Verzückung: Jacques Offenbach, der Franzose aus Deutschland, wurde der unumstrittene König der leichten Muse. Den König des zweiten Kaiserreichs haben sie ihn in Frankreich genannt - dabei kam er aus Köln. Dort wurde er 1819 geboren. Mit 14 kam er nach Paris aufs Konservatorium. 1855 gründete er sein erstes Theater: das Bouffes-Parisiens. 1860 wurde er Franzose. Zu dieser Zeit lag ihm ganz Europa zu Füßen - keine Gesellschaft ohne seine Musik.
Graf de Morny, die graue Eminenz Napoleons III., war sein Förderer und Librettist. 1863 traf er Johann Strauß in Wien und wurde von Kaiser Franz Joseph empfangen. Offenbachs Operettenkunst erlebte ihre größten Erfolge. Offenbach wollte um diese Zeit wieder ein eigenes Theater: Am 1. Juli 1873 übernahm er das Theater de la Gaité. Von Grund auf renovierte er das Theater, um es am 2. September 1873 mit "Le Gascon", einem Drama von Théodore Barière, zu dem Offenbach die Musik beisteuerte, wiederzueröffnen. Aber der Erfolg blieb aus.
Offenbach besann sich auf seine großen Erfolge und griff auf seinen "Orpheus in der Unterwelt" zurück - mit einer nie gekannten Pracht der Bühnenillusion.
Monatelang war das Haus ausgebucht. Bei der 100. Aufführung in der Gaité dirigierte der Meister selbst. Dem "Orpheus" folgte Sardons Drama "La Haine".
360.000 Franc, eine gewaltige Summe, steckte Offenbach in die Inszenierung des historischen Wälzers. Aber das Volk gähnte vor Langeweile und blieb schließlich ganz aus. Auch die nachfolgende Inszenierung des Werkes "Genoveva" brachte die Zuschauer nicht zurück. 1875 war die Gaité bankrott. Mitte Mai 1875 lösten die Aktionäre des Theaters ihre Gesellschaft auf, und am Ende des Monats war auch Offenbach, der den Kampf allein fortsetzten wollte, zur Kapitulation gezwungen. Vor den Künstlern und Angestellten des Theaters - zusammen 800 Personen - schloss er mit den Worten: "Ihr werdet bis auf den letzten Heller bezahlt werden, meine Kinder. Wenn ich unvorsichtig gewesen bin, so werde ich doch wenigstens die Ehre selber bleiben." Des Komponisten Existenz war ruiniert, aber als die Ehre selbst ging er aus dem Konkurs hervor. Aber die Zeit der Offenbachiade, die ganz Europa beseelte, war zu Ende. Als Offenbach ein Schiff nach Amerika bestieg, neuen Glück entgegen, wiegten sich die Gesellschaften schon im Walzertakt von Johann Strauß.
Jacques Offenbach aber trat von der Bühne dieser Welt ab. 1880 starb er. Merkwürdigerweise sind die beiden großen Meister des leichten Genres: "Jacques Offenbach und Johann Strauß" unter den Musikern und Komponisten die einzigen, die einer Aktiengesellschaft vorstanden und ihre Originalunterschriften auf Aktienzertifikaten hinterlassen haben.

Ausruf: EUR 30.000,-



KAISER MAXIMILIAN II (1527-1576)

römisch-deutscher Kaiser zu allen Zeiten, Merer des Reiches in Germanien, zu Hungarn, Böhmen, Dalmatien, Croatien und Salzburg, Erzherzog von Österreich, Markgraf zu Mähren, Herzog zu Burgund, Luxemburg und Schlesien, Markgraf zu Laußnitz und Grain, zu Tirol und Furgas unseres getreuen lieben Ludwig Carls und.... Rentenbrief über jährlich einhundert Schock Meissen sowie einmalige Zahlung über 1.000 Schockh Meissen des Khuteenpergischen Münzgefälles Gnadengeld für den Perghauptmann und späteren Münzambtmann des Markgrafentums Mähren Mathissen Lidl.

Augsburg, 31. März 1566 .Originalunterschrift Maximilian Rarität!

<b><font size="+1">KAISER MAXIMILIAN II (1527-1576)</font></b> KAISER MAXIMILIAN II (1527-1576) Unterschrift KAISER MAXIMILIAN II (1527-1576)

Ausruf: EUR 3.500,-


Kaiser KARL VI (1685-1740)

Römisch-deutscher Kaiser; während seiner Herrschaft erreichte das Habsburger Reich seine größte Ausdehnung, Karl VI regierte ein Imperium, in dem die Sonne nicht unterging.
Wir, Karl der sechste von Gottes Gnaden erwählter römischer Kaiser, zu allen Zeiten Mehrer des Reiches in Germanien, zu Hispanien, beider Sizilien, Jerusalem und Indien, wie auch Ungarn, Böhmen, Dalmatien, Croatien, Slavonien und Serbien, König und Erzherzog zu Österreich, Herzog zu Burgund, Braband, Mayland und Württemberg, in Ober- und Niederschlesien, Markgraf zu Mähren, Ober- und Niederlausitz, Graf zu Habsburg, Tyrol, Görz und Gradisbca,...... 5 % Hypothekenanleihe des Waisenhauses zu Prugg an der Muhr, begeben in der landesfürstlichen Hauptstadt Graz am 27. Juni 1729,
Originalunterschrift Carl. Rarität!

Kaiser KARL VI (1685-1740) KARL VIUnterschrift Kaiser KARL VI (1685-1740)

Ausruf: EUR 4.800,- / Zuschlag EUR 4800,-



WIR, MARIA THERESIA VON GOTTES GNADEN, RÖMISCHE KAISERIN

5%. SPITTALL Obligation über 1.500 Gulden, begeben am 23. Juni 1744.

WIR, MARIA THERESIA VON GOTTES GNADEN, RÖMISCHE KAISERIN MARIA THERESIA VON GOTTES GNADEN, RÖMISCHE KAISERIN Unterschrift MARIA THERESIA

Als 1740 Kaiser Karl VI ohne männliche Erben starb, trat seine 23 jährige Tochter Maria als Erzherzogin von Österreich und Königin von Ungarn und Böhmen dessen Nachfolge an, wie es schon 1713 in der Pragmatischen Sanktion vereinbart worden war. Originalunterschrift: Maria Theresia. Äusserst selten!

Ausruf: EUR 2.200,- / Zuschlag EUR 2200,-



BILL OF EXCHANGE # 7

(Wechsel auf 40 bzw. 30 Tage nach Sicht) for Supply of the North-American Expedition (French and Indian War von 1754 bis 1763); über L Sterling 150, 10; Virginia, 1. Februar 1756; ausgestellt auf und eigenhändig on verso unterschrieben von Benjamin Franklin (1706-1790) in London.

BILL OF EXCHANGE # 7 Signatur Benjamin Franklin (1706-1790)

Benjamin Franklin, Verleger, Autor, Philantrop, Erfinder, Staatsmann, Diplomat und Wissenschaftler. Nach fünfjähriger Lehre in der Druckerei seines Bruders in seiner Geburtsstadt Boston übersiedelte Franklin nach Philadelphia und erwarb dort Ruhm und Reichtum als Besitzer und Verleger der Pennsylvania Gazette und Poor Richard's Almanach. Er widmete die darauffolgenden Jahre dem Studium der "Philosophie" im weitesten Sinne des Wortes. Zu dieser Zeit erfolgten auch Franklins bekannte Experimente auf dem Gebiet der Elektrizität.
Franklin konstruierte den ersten Blitzableiter, nachdem er in einem Drachenversuch nachgewiesen hatte, daß Blitze Elektrizität sind. Von 1736-51 Schriftführer des Parlaments von Pennsylvania, setzte er sich während dieser Zeit für die Gründung der "American Philosophical Society" und der Universität von Philadelphia ein.
Im Albany-Plan von 1754 forderte er den Zusammenschluss der Kolonien und vertrat dann mehrere Jahre die Interessen Pennsylvanias als Botschafter in Europa, zunächst bis 1775 in London, wo er eine gemäßigte Linie gegen den Bruch mit dem Mutterland steuerte. Im Jahre 1763 erreichte die Identifikation der amerikanischen Kolonisten mit dem britischen Empire seinen Höhepunkt. Die englische Krone wurde in Amerika weder vorher noch nachher mehr geachtet, als im dritten Jahr der Regierung seiner Majestät König Georg III. Der britische General James Wolfe besiegte am 13. September 1759 bei Quebec die französischen Truppen unter Marquis de Montcalm und hat 1760 auch Montreal eingenommen. Damit war der seit 1754 andauernde "French and Indian War", (parallel zum Siebenjährigen Krieg von 1756 bis 1763 in Europa) effektiv beendet. Im Frieden von Paris übergab Frankreich 1763 offiziell seinen gesamten kanadischen Besitz an England.
Bereits ein Jahr später bekannte Franklin sich jedoch zur Revolution und war einer der Mitverfasser der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung.
Danach ging er nach Frankreich, und hier, als Gesandter in Paris, genoss er hohes Ansehen sowohl am Hof als auch in den Kreisen der Aufklärung. Franklin erreichte schließlich den kriegsentscheidenden Eintritt Frankreichs in den Unabhängigkeitskampf. Nach seiner Rückkehr wurde er Gouverneur seines Heimatstaates.
Seine letzte große Dienstleistung war die Teilnahme an der Constitutional Convention (Verfassungskongress) im Jahre 1787. Die Signatur Benjamin Franklins auf Wertpapieren gehören zu den großen Raritäten der Scripophilie.

Ausruf: EUR 8.500,- / Zuschlag EUR 8500,-



NIEDERREINISCH - NASSAUISCHE BERGWERKS & HÜTTEN GESELLSCHAFT
EDUARD HÖLTERHOFF & CIE DÜSSELDORF

DÜSSELDORF (Houilleres, Mines de Fer etc.etc. Et de Schistes Alumineux et la Fabrication des Produits Chemiques)., Aktie über 250 Thaler # 1296; Düsseldorf, 27. August 1852; deutsch- französisch protokolliert; Farbe: hellbraun, schwarz, beige; Maße: 25,5 X 31,5; Gründerstück! Originalunterschrift als Gerant: Eduard Hölterhoff & Cie.

NIEDERREINISCH - NASSAUISCHE BERGWERKS & HÜTTEN GESELLSCHAFT  EDUARD HÖLTERHOFF & CIE DÜSSELDORF Das Grundkapital der Gesellschaft wurde auf 1,0 Mio. Thaler festgesetzt, begeben in 4.000 Inhaber-Aktien zu je Tlr. 250; vorerst wurden 250.000 Thaler an Aktien reserviert. Diese sollten erst dann emittiert werden, wenn der Verwaltungsrath den Geranten dazu ermächtigte. Die Gesellschaft wurde auf 30 Jahre constituiert mit dem Recht, sobald die Geschäfte eine entsprechende Ausdehnung erfahren hatten und der Staat seine Genehmigung hierzu erteilte, in eine Societe Anonyme umgewandelt zu werden. Die Bekanntmachung zur Generalversammlung wurde so-wohl in der Düsseldorfer und der Kölnischen Zeitung, als auch in den Strassburger Zeitungen, im französischen Moniteur und im Amsterdamer Handelsblatt veröffentlicht.
Zweck der Gesellschaft: Gewinnung von Steinkohle, Alaunschiefer und Eisenstein in folgenden, sich bereits im Besitz der Ges. befindlichen Minen und Fabrikanlagen: 1.) 18 Eisenstein-, Walkerde und Mineralfarben- und 1 Braunkohlen-Grube in der Nähe des Rheins im Herzogthum Nassau gelegen; 2.) 6 consolidierte Steinkohlenzechen im Distrikt Hoerde in der preussischen Rheinprovinz; 3.) 70 Kuxen an der Steinkohlenzeche "Vereinigung" in Oberruhr an der Ruhr; 4.) Die Alaunschieferzeche "Amalie" im Distrikt Hagen in der preuss. Rheinprovinz; 5.) Die Alaunsiedehütte "Gute Hoffnung", Hagen und 6.) Eine Chemische Fabrik zu Pempelfort bei Düsseldorf. F, Fehlstücke am oberen und unteren Rand wurden fachmännisch restauriert, nicht im GET notiert, Rarität!

Ausruf: 1.200,- / Zuschlag EUR 1200,-



BERGWERKSGESELLSCHAFT KÖNIGIN ELISABETH ZU ESSEN

Aktie über Thaler 200,-; #12347; Essen, den 1. April 1873; Trockensiegel mit Firmenlogo; Gründerstück; Rarität! VF

BERGWERKSGESELLSCHAFT KÖNIGIN ELISABETH ZU ESSENBereits 1840 wurde die Mutung für die Zeche "Königin Elisabeth", die Berechtsame im Kreis Essen besaß, eingelegt und ab 1850 konnte mit der Förderung begonnen werden. 1873 wurde die Gewerkschaft alten Rechts in eine Aktiengesellschaft umgewandelt mit einem Grundkapital von Taler 4 Mio., begeben in 20.000 Aktien zu je Taler 200. Die ungünstige Ertragslage aber zwang die Gesellschaft, bereits 4 Jahre später die Gewerkschaftsform erneut aufzunehmen. Ab 1888 wurde eine ausreichende Rentabilität erreicht. 1912 übernahm "Mannesmann" sämtliche Kuxe der Gewerkschaft im Tausch gegen 15 Mio. Mark neuer Aktien. Mit diesem Schritt sicherte sich der Konzern für ein geplantes Hochofenwerk die Kohlengrundlage. Nach der Entflechtung und Neuzuordnung des Mannesmann-Konzerns 1952 wurde die Zeche Königin Elisabeth als "Mannesmann Bergwerks AG" weiter betrieben, für die ausgegliederten Kokereibetriebe mit den Kohlenwertstoffanlagen wurde die "Mannesmann-Kokerei AG" gegründet. 1873 wurden 20.000 Aktien zu je Thaler 200 begeben. Als Vorstand zeichnete in Faksimile E. Funcke. EF-VF

 

Ausruf: EUR 1.300,- / Zuschlag EUR 1300,-

 



RUDA AKTIEN GESELLSCHAFT
Sammelzertifikat von 5 Aktien über Dinare 1250 # 1006-1010; Split, 31. Dezember 1921;

RUDA AKTIEN GESELLSCHAFTKunst auf Aktien! Die graphische Gestaltung stammt von dem
Graphiker und Maler Professor Radovan Tommaseo ( 1895-1924)
,
in der Druckplatte signiert. Tommaseo studierte an den Akademien Zagreb und Wien.
Außerdem lehrte er an der Technischen Mittelschule in Split. Rarität!

 

 

 

 

Ausruf: EUR 1.300,- / Zuschlag EUR 1300,-


 

SÜRTHER MASCHINEN-FABRIK VORMALS H. HAMMERSCHMIDT

Aktie über M 1.000 # 0318; Sürth bei Köln, im Mai 1889; Farbe: hellblau, hellbraun, beige; Maße: 27,5 X 37,5;
Gründeraktie mit Originalunterschrift H. Hammerschmidt.

SÜRTHER MASCHINEN-FABRIK VORMALS H. HAMMERSCHMIDTSürth liegt südlich von Rodenkirchen, südwestlich des Weißer Rheinbogens, auf der linksrheinischen Niederterasse. Nach dem Frieden von Lunéville (1801) wurde Sürth von der französischen Verwaltung der "Mairie de Rondorff" eingegliedert und dem Canton Bruehl, Arrondissement Cologne unterstellt. In preußischer Zeit gehörte Sürth zu der im Landkreis Köln weiterbestehenden Bürgermeisterei Rondorf, Bürgermeisterei Rodenkirchen nannte und 1975 in die Stadt Köln eingemeindet wurde.
Im Zuge der ab 1871 einsetzenden Industrialisierung wurde die Eisengießerei und Kesselschmiede H. Hammerschmidt gegründet, die 1889 in eine Aktiengesellschaft unter der Firmierung "Sürther Maschinenfabrik vormals H. Hammerschmidt" umgewandelt wurde- Zweck: Herstellung von Gewinnungs- und Verflüssigungsanlagen für Kohlensäure sowie von Apparaten zur Verwendung d. letzteren, ferner von Kompressoren für Ammoniak, schwefelige Säure und andere Gase, Einrichtung von Brauereien, Mälzereien, von Eis- und Kühlmaschinen, Dampfkesseln, eisernen Schiffen und Kähnen, Bierausschankeinrichtungen, Pumpen etc. Das Grundkapital betrug M 1,470 Mio., begeben in 1470 Aktien zu je M 1.000. Das Unternehmen prosperierte, Dividenden 1897 6 %, Börsennotiz in Köln und Frankfurt a/M. Aufsichtrat u.a. Sir Alfred Freiherr von Oppenheim, Cöln.
Um die Jahrehundertwende allerdings bekam das Unternehmen Probleme und ging 1908 in Liquidation. Das Aktienkapital wurde zusammengelegt auf M 800.000, begeben in 800 Aktien zu je M 1.000. Am12.7.1911 ging die Gesellschaft in in Konkurs.
Das Geschäft der Kohlensäureindustrie sowie verschiedene Patente und Schutzrechte wurden von der neu gegründeten Firma:" Maschinenfabrik, Sürth G.m.b.H." übernommen, die den Beginn der heute ortsansässigen Kälteindustrie einleitete. Im Jahre 1920 wurde die Maschinenfabrik Sürth G.m.b.H. in die "Gesellschaft für Linde's Eismaschinen Aktien-Gesellschaft" eingegliedert. Kleine Fehlstelle re. unten, Knickfalten, F. Rarität!

Ausruf: 900,- / Zuschlag EUR 900,-


SCHLESISCHE ACTIEN-GESELLSCHAFT EISENGIESSEREI; MASCHINEN- UND WAGENBAU

( vormals C. Schmidt & Co.)Aktie über 100 Thaler Preuss. Courant; # 4691 ; Breslau, 25. November 1871;
Farbe: hellbraun, rosè, schwarz, beige; Maße: 27,5 X 34; Trockensiegel mit Firmenlogo unten sowie Trockensiegel mit Allegorie rechts im Druckbild;
Vier Vignetten im Zierrahmen mit Gegenständen der metallverarbeitenden Industrie sowie Güter- und Personenwagon.
Druck: Leopold Freund, Breslau; Gründerstück!

SCHLESISCHE ACTIEN-GESELLSCHAFT EISENGIESSEREI; MASCHINEN- UND WAGENBAUDas Unternehmen wurde vorgekauft durch die Provinzial-Wechslerbank in Breslau, und als AG gegründet 1871 durch Salo Sackur (Gebr. Sackur, Breslau), Potocky Nelken (Marcus Nelken & Sohn) und -Samelson & Sackur in Berlin. Das Aktienkapital betrug 750.000 Thaler nebst 250.000 Thaler Prioritäten und 250.000 Thaler Hypotheken. Zweck war die Übernahme und Fortführung der Maschinenfabrik C. Schmidt & Co. Die erste Dividende für 1872 betrugen 9 % und wurden auch gezahlt, sie beruhten allerdings auf einem blossen Rechenkunststück. Das Jahr 1873 schloss bereits mit 68.000 Thalern Verlust, 1874 mit 79.000 Thalern und 1875 mit 132.000 Thalern. Danach trat die Gesellschaft in Liquidation, aber für die Aktionäre blieb nichts mehr übrig. In der Generalversammlung vom 12. Oktober 1875 wurde der Versuch gemacht, die Direktoren und Aufsichtsräte für die große Misswirtschaft zur Rechenschaft zu ziehen, doch die Partei der Gründer stimmte die Opposition nieder. Typisches Stück der 1870er Gründerjahre. Faksimileunterschriften der Direktion Fritz Francke und Rudolf Reder, für den Aufsichtsrat zeichnete Jacob Berthold (Meyer H. Berliner). EF, Kps. Nicht im GET gelistet, Rarität aus Familienbesitz.


Ausruf: EUR 1.300,- / Zuschlag EUR 1450,-

 



GESELLSCHAFT FÜR SPINNEREI UND WEBEREI IN ETTLINGEN

Aktie über Gulden 1.000 # 109 ; Carlsruhe, 31. Dezember 1848; Farbe: beige, schwarz; Maße: 34,5 X 21,5; Originalunterschrift: Freiherr Ernst Göler von Ravensburg, Präsident der Gesellschaft von 1836 - 1850; sowie der Direktion, innenseitig diverse Übertragungsvermerke, Originalunterschrift Johann Vetter-Köchlin, Gerant und Mitgründer der Gesellschaft von 1831 - 1851.
Die Spinnerei und Weberei Ettlingen wurde 1836 als Aktiengesellschaft gegründet und ist somit eine der ältesten Firmen in der Textilindustrie und die älteste Aktiengesellschaft Badens ( die Zucker Waghäusel wurde drei Monate später als AG gegründet).

GESELLSCHAFT FÜR SPINNEREI UND WEBEREI IN ETTLINGEN

Johann Vetter-Köchlin Signatur Johann Vetter-Köchlin

Freiherr Ernst Göler von Ravensburg Signatur Freiherr Ernst Göler von Ravensburg

 
Das Grundkapital war begeben in 2.000 Aktien zu je fl 1.000; um Zinsen zu sparen, wurden vorerst jedoch nur 1.200 Aktien zur Zeichnung aufgelegt Das Verzeichnis der Aktionäre liest sich wie das Who is Who der damaligen Hochfinanz: Markgraf Maximilian von Baden, Freiherr Leopold von Böcklin, Freiherr Werner von Harthausen, seine Durchlaucht Karl Egon Fürst zu Fürstenberg etc. Die ersten Jahre verliefen sehr zufriedenstellend. In der wirtschaftlich schwierigen Zeit der 1840er Jahre wurden zur Verbesserung der Kapitalverhältnisse Obligationen aufgelegt, gleichzeitig beschloss man, auch die Aktionäre durch weitere Ausgaben von Aktien zur Kasse zu bitten. Für die Ausgabe des restlichen Grundkapitals wurden neue Aktien gedruckt, die 1848 zur Zeichnung kamen. Nach einem Fabrikbrand 1844 wurden außerdem ebenfalls zur Kapitalbeschaffung Interimsscheine aufgelegt, die zur Deckung der 1839 herausgegebenen Obligationen und zur Deckung von Bankschulden dienen sollten. Von Ende 1839 bis 1850 wurde das Unternehmen dann reorganisiert. Begeben waren 1.200 Aktien zu je fl 1.000 und 1272 Aktien zu je fl 500. Mit Beginn des Jahres 1850 legte Freiherr Ernst Göler von Ravensburg die Präsidentschaft nieder. 1850 wurden neue Statuten an die Aktionäre und Obligationäre versandt. Erst in den Jahren 1919-1921 wurde das Grundkapital von fl 1.836.000 erhöht auf M 20,0 Mio. Zweck war der Betrieb einer mechanischen Spinnerei und Weberei, die damit verbundene Sammetfabrikation, Bleicherei und Färberei. Großaktionäre 1942: Ein Konsortium unter Führung von Fritz Häcker, Zürich (Majorität). 1951 erfolgte die Umstellung des A.K. von RM 2,8 Mio auf DM 5,6 Mio. notiert in Frankfurt. Seit Generationen besteht die Kompetenz in der Verarbeitung von Baumwolle. Durch hohe Investitionsbereitschaft und Spezialisierung konnte eine erfolgreiche Position am Europäischen Textil-markt erreicht werden. Im Jahre 1996 erfolgte die Trennung des Immobiliengeschäftes vom textilen Bereich. Seither agiert die ETTLIN AG als Holding mit den beiden operativen Geschäftsbereichen Textil und Immobilien. Äusserst seltenes Stück aus Familienbesitz! VF

Ausruf: EUR 3.000,- / Zuschlag EUR 3000,-



Weitere Autographenpapiere runden das Angebot ab, u.a.


THE VINELAND RAIL ROAD COMPANY

Certificate über Shs. 1 zu $ 50; # 18; 31. März 1880;
Farbe: beige, schwarz; Maße: 13,5 X 25; Originalunterschrift als President: Jay Gould.

THE VINELAND RAIL ROAD COMPANY Jay Gould, (1836 - 1892) Originalunterschrift als President: Jay Gould

Jay Gould, (1836 - 1892) Industrialist und Eisenbahnpromotor, wurde in Delaware, New York, geboren. Sein Vater war ein armer Farmer, der den Jungen nicht auf die Schule schicken konnte. Erzogen wurde Jay Gould von einem Hufschmied gegen Dienstleistungen. Diese kollidierten mit seinem Schulbesuch nicht. Mit fünfzehn Jahren wurde er Kommis in einem Kramladen, eine Beschäftigung, die ihn, wie er erzählte, von morgens sechs bis abends zehn Uhr in Anspruch nahm. Es wird ferner erzählt, daß er drei Jahre lang morgens um drei Uhr aufstand und Mathematik lernte und dadurch die Anfangsgründe der Verwaltung kennen lernte.
Nach Goulds eigener Erzählung engagierte ihn ein Ingenieur, der eine Karte des Bezirks Ulster aufnahm, als Assistenten mit 20 Dollar monatlich und Beköstigung. Dies Engagement aber verlief unbefriedigend . Gould sah sich gezwungen, seinen Lebensunterhalt zu verdienen, indem er die Grenzregelungen für Farmen erledigte. Mit dem verdienten Geld gründete er eine Gerberei (Gouldboro-Gerberei) in Pennsylvania, mit Hilfe von Zadoc Pratt, einem New Yorker Kaufmann, Politiker und Kongressabgeordneten, der ihm das nötige Startkapital von 120 000 Dollar gab.
Als erste Eisenbahn-Obligationen kaufte er Certificate der Rutland- und Washington-Eisenbahn - eine kleine Bahn, 62 Meilen lang, die von Troy in New York nach Rutland in Vermont fuhr. Diese Obligationen, die er mit 10 Prozent kaufte, verschafften ihm die Oberhand bei dieser bankrotten Eisenbahn. Er engagierte Leute mit Verwaltungstalent, ließ die Eisenbahn von ihnen verbessern und konsolidierte sie dann mit anderen kleinen Eisenbahnen, deren Aktien er angekauft hatte.
Als die Krisis von 1857 vorbei war und die ungeheure Korruption der Bürgerkriegperiode eintrat, konnte Gould allerlei Manipulationen mit seinen Obligationen und Aktien machen, bis sie einen ansehnlichen Umfang erreicht hatten. Mit einem Teil des Spekulationsgewinns aus den Obligationen der Rutland- und Washington-Eisenbahn kaufte er so viel Aktien der Cleveland- und Pittsburg-Eisenbahn, daß er die Majorität in Händen hatte. Diese behielt er, bis ihr Kurs erheblich stieg, dann verkaufte er die Linie an die Pennsylvania- Eisenbahngesellschaft.
Gould war nach dem Bürgerkrieg der "meistgehasste Mann Amerikas" (Warshow) - der "Mephistopheles der Wallstreet", düster, schweigsam, geheimnisumwittert, von "kaltblütiger Skrupellosigkeit" (E.P. Hoyt: The Goulds), nur für Geschäft und Familie da. Andererseits galt er unbestritten als der perfekte Geschäftsmann. "Wenn jemals Napoleon beauftragt worden wäre, das amerikanische Finanzwesen zu verbessern, er wäre in Gestalt von Jay Gould gekommen." (R. 0'Connor: Goulds Millions).
Zusammen mit Fisk und Drew begann Gould den Kampf gegen Commodore Vanderbilt um die Erie-Eisenbahn, dem berühmt berüchtigten Erie-War. Bereits 1868 sah es zunächst so aus, als könnte das Trio Commodore Vanderbilt überlisten, letztlich bekam Cornelius Vanderbilt aber sein Geld zurück
Als Initiatoren der katastrophalen Goldpanik von 1869 überstanden Gould und Fisk den Schwarzen Freitag vom 24. September 1869 als Einzige mit Riesengewinnen. Nach Fisk Tod plünderte Gould noch zahlreiche, größere Eisenbahnen, u.a. die legendäre Union Pacific bis zum Bankrott, wobei er sich zur Absicherung seiner Geschäfte ungerührt der Bestechung von Richtern, Politikern und ganzer Parlamente bediente. Die Schätzungen von Gould's Hinterlassenschaft reichen von 75 bis ca. 125 Millionen $.
Die Originalunterschrift Jay Goulds auf der Vineland-Railroad ist äußerst selten!

Ausruf: EUR 1.200,- / Zuschlag EUR 1800,-



PENNSYLVANIA COMPANY

Certificate über Shs. 60.000 zu je $ 50; # 1; 1. July 1873, Farbe: beige, grün; Maße: 19 X 29; eingetragen auf die The Union Rail Road Transportation Company.
Originalunterschrift als President: Scott, Thomas Alexander (1823-1893) Eisenbahn-Promotor. Vom Bahnhofsvorsteher arbeitete er sich zum Beherrscher des größten Eisenbahnverbundes empor, der Pennsylvania Railroad, die damals im Osten der USA neben dem New York Central Eisenbahnsystem (Vanderbilt) die ihre Eigenständigkeit bewahren konnte. Scott, auch der "Pennsylvania Napoleon" genannt, bekleidete eine Reihe von Direktorenposten bei den verschiedenen Eisenbahngesellschaften. Er gilt als "Lehrmeister" des späteren Großindustriellen Andrew Carnegie (Stahlindustrie).

PENNSYLVANIA COMPANY Scott, Thomas Alexander (1823-1893) Signatur Scott, Thomas Alexander (1823-1893)

Ausruf: EUR 350,- / Zuschlag EUR 540,-



KEOKUK & HAMILTON BRIDGE CO.

Proxy-Certificate vom 22. Mai 1877; Farbe: beige/schwarz; Maße: 17,5 X 21;
ausgestellt auf William Lieghten und im Original unterschrieben von Andrew Carnegie (1835 - 1919), amerikanischer Industrieller.

KEOKUK & HAMILTON BRIDGE CO. Andrew Carnegie (1835 - 1919) Andrew Carnegie (1835 - 1919)

In der Geschichte der Menschheit ist Andrew Carnegie ohne Vorbild. Niemand vor ihm stieg wie er vom Nobody zum Nabob, zum "reichsten Mann seiner Zeit" (Morgan) auf und verschenkte auf dem Gipfel des Erfolges allen Reichtum.
Reicher als die Rothschilds, mildtätiger als die Fugger war Andrew Carnegie beides: ein Stahltycoon, härter als Krupp-Stahl, und zugleich eine Art heiliger Franziskus der Hochöfen. Wie nur Karl V. vor ihm, entsagte er auf der Höhe seines Lebens freiwillig der Macht und dem Reichtum und zog sich als Philanthrop ins Private zurück. Millionen von amerikanischen Schulkindern gilt sein Leben und Wirken noch heute - rund 100 Jahre später - als leuchtendes Vorbild, dem sie nacheifern.
Woher kam dieser ungewöhnliche Mann, und wer war er ?
In Dunfermline / Schottland wurde er am 25. November 1835 als Sohn eines Damastwebers geboren. Als die Maschine den Handwebstuhl verdrängte, emigrierte die Familie 1848 nach Amerika. Sie ließ sich in Allegheny, heute Teil von Pittsburgh, nieder. Im Alter von 13 Jahren verdingte Carnegie sich in einer lokalen Textilfabrik - für 1,20 Dollar die Woche. Ein Jahr später tat er einen entscheidenden beruflichen Schritt:
Er trat in die O`Reilly Telegraph Company ein. Carnegie belieferte alle wichtigen Firmen der Stadt mit Telegrammen, und bald kannte er das Pittsburgher Geschäftsleben ganz genau. 1851 wurde er Vollzeit-Telegraphist, alsbald galt er als der beste in der Stadt. Das führte zu der wohl wichtigsten Begegnung
seines Lebens: Thomas Scott; Superintendent der Pennsylvania Railroad, der größten und bestgemanagten Eisenbahngesellschaft Amerikas, wurde auf ihn aufmerksam und stellte ihn ein. Mit 17 Jahren war Carnegie bald Scotts rechte Hand und übernahm immer größere Verantwortung. "Scott, weißhaariger schottischer Teufel war in der Welt der Eisenbahner wohlbekannt. Als Scott zum Vicepresidenten der Pennsylvania aufstieg, war Carnegie 24 Jahre alt. Trotzdem machte Scott ihn zu seinem Nachfolger, zum Superintendenten der Pittsburgh Division, der wichtigsten und schwierigsten Abteilung der Eisenbahn - und Carnegie machte einen außergewöhnlich guten Job.
Scott hielt Carnegie auch an, Aktien zu kaufen, Aktien der Adams Express Company, und lieh ihm sogar das Geld dafür. Zunächst kaufte er, weil Scott für ihn die bewunderte Vater-Figur war. Als er aber die ersten Dividenden erhielt, wurde aus ihm ein begeisterter Investor. Er und Scott investierten vornehmlich in Unternehmen, mit denen die Pennsylvania Geschäfte betrieb. Solche Geschäfte sind heute streng verboten. Er investierte in die Woodruff Palace Car Company und gründete mit Pullman die Pullman Palace Car Company - Carnegie war der größte Aktionär. 1861 wurde Carnegie ganz zum Unternehmer. Zusammen mit einem Partner stieg er - weit vor John D. Rockefeller - ins Öl-Business ein und gründete die Columbia Oil Company.
In seiner Tätigkeit bei der Pennsylvania hatte Carnegie erkannt, daß der Trend zu immer schwereren Lokomotiven und Wagen und zu immer längeren Zügen geht. Konsequenz hieraus würde sein, daß die hölzernen Brücken die Last nicht mehr tragen können. Deshalb gründete er 1862 zusammen mit Scott und anderen die Keystone Bridge Company, verließ 1865 die Eisenbahngesellschaft, und konzentrierte sich auf den Bau eiserner Brücken.
1867 ging Carnegie von Pittsburgh nach New York und reiste von dort regelmäßig nach Europa, um Bonds zu verkaufen. Das Geldverdienen begann ihm Spaß zu machen. So vertrieb er für Junius Morgan Bonds für Eisenbahnbrücken und verschiedene Eisenbahnen. Das florierte so gut, daß er 1872 von sich sagen konnte: "Ich bin ein reicher Mann."
Seinen Einfluss auf die Eisenbahnindustrie baute er konsequent aus. Er wurde Teilhaber der "Union Iron Mills", die das Rohmaterial für die Brückenfirma lieferte. 1870 baute er seinen ersten Hochofen. Sein Bruder drängte ihn immer stärker in die Stahlproduktion. Er gründete die Firma Carnegie, McCandless and Company, später die berühmte Edgar Thomson Steel Company. 1881 wurden alle Werke in dem Unternehmen Carnegie Brothers and Company zusammengefasst. Als nächstes kaufte er Henry Clay Frick auf, den "Kokskönig von Connellsville", und dessen marktführendes Koksunternehmen. 1883 brachte Carnegie die Stahlwerke in Homestead an sich, deren Arbeiter-Streik in die Geschichte einging. Nachdem er auch noch die Duquesne Steel Company aufgekauft hatte, fasste er alle Unternehmen in der Carnegie Steel Company Ltd. zusammen, in der er 14 von 25 Mio. Dollar besaß. Die sieben Stahlwerke dieser Gesellschaft produzierten monatlich 140 000 t Roheisen und 100 000 t Stahlgussstücke und beschäftigten 25.000 Arbeiter. Carnegie Steel war ein industrieller Koloss geworden, das mächtigste industrielle Einzelunternehmen der Welt, - ein strategisches Meisterwerk vertikaler Integration von Erz und Koks bis zur Schiffahrt. Schließlich fasste Carnegie noch Stahl- und Koksbereiche zur Carnegie Company zusammen.
Carnegies großer Konzern der Grundstoffindustrie ging 1901 an die United Steel Corp. über. Seit dieser Zeit widmete sich Carnegie nur noch der Verwaltung seines etwa 350 Mio. Dollar betragenden Vermögens. Gemäß den Prinzipien seines Buches "Das Evangelium des Reichtums" (1889), daß er der Gesellschaft zurückgeben müsse, was er durch sie gewonnen habe, gründete er als Philanthrop und Mäzen verschiedener Stiftungen zur Förderung von Kunst und Wissenschaft , Bildung und Forschung. Carnegie errichtete Schulen und Universitäten, Bibliotheken und Krankenhäuser und war u.a. am Bau des Mount- Wilson-Oberservatoriums und des Friedenpalastes in Den Haag beteiligt. Die von ihm 1910 ins Leben gerufene Carnegie-Corporation sollte aus den Zinsen des Stiftungskapitals von 125 Mio. Dollar sein wohltätiges Werk weiterführen. VF, starke Knickfalte, rechts u. links Einriss mit Archivpapier hinterlegt. Rarität!

Ausruf: EUR 2.300,- / Zuschlag EUR 2300,-

 


Erhaltungshinweise (international)

UNC = UNICIRCULATED (ausgabefrisch, sauber, glatt)
EF = EXTREMELY FINE (kleine Faltspuren oder geringe Flecken)
VF = VERY FINE (Umlaufspuren, jedoch das Druckbild unbeschädigt)
F = FINE (Faltspuren oder kleine Einrisse)
VG = VERY GOOD (starke Umlaufspuren, evtl. Fehlstücke an Ecken und Rändern)
G = GOOD (Wie VG, jedoch evtl. fehlende Stücke im Druckbild)



Wir würden uns freuen, Sie am 8. November 2003 im Auktionssaal persönlich begrüßen zu dürfen
Sie können allerdings auch schriftlich und per Fax bzw. nach Anmeldung telefonisch bieten.
Unseren kostenpflichtigen Katalog (EUR 10, Europa EUR 15, Übersee EUR 35) bestellen Sie bitte per e-mail unter info@tschoepe.de, per Telefon unter 02131 604814, per Brief oder FAX unter 02131-667949

 



Sollten Sie Fragen haben, beantworten wir Ihnen diese auch gerne am Telefon, rufen Sie an.



Auktions- und Handelshaus Reinhild Tschöpe
gegründet 1978

Historische Wertpapiere und Finanzdokumente

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