Auktionshaus Tschöpe Historische Wertpapiere u. Finanzdokumente
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54. Auktion
Historischer Wertpapiere und Finanzdokumente
Auktionshaus Reinhild Tschöpe
11. Dezember 2004, 14:00 Uhr
im Ramada Renaissance Hotel Düsseldorf

Der Katalog der 54. Auktion (Internetversion)
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Nachverkauf bis zum 15.1. 2005
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Zum Ausruf gelangte ein international sortiertes Angebot
von rund. 600 Losen historischer Wertpapiere und Finanzdokumente mit folgenden Raritäten und äußerst seltenen Titeln, u.a.:
Ca. 550 Losen historischer Wertpapiere und Finanzdokumente mit folgenden Raritäten und äußerst seltenen Titeln, u.a.: Sylter Dampfschiffahrt Gründer von 1883; Lauchhammer, Vereinigte vorm. Gräflich Einsiedel´sche Werke, Gründer von 1872; Bergbau- und Hütten-Gesellschaft zu Peine, Gründer von 1857; Anteil des Vereins zur Errichtung und Unterhaltung einer deutschen Fachschule für Blecharbeiter zu Aue in Sachsen, Leipzig 1878; Phoenix, Aktien-Gesellschaft für Bergbau und Hüttenbetrieb, Duisburg-Ruhrort von 1907; Eisenerz-Bergwerk Bismarck, Anteil über 84 Kuxe, Düsseldorf 1912; Kux des Eisen- und Braunstein Bergwerk Consolidierte Bleibtreu, Düsseldorf 1912; Demminer Brauerei AG Lit A von 1939; Demminer Zuckerfabrik von 1884 Lit A und Lit B; Friedrich Wilhelm Preussische Lebens- und Garantieversicherungs- AG von 1901; City of Berlin, Anleihe über L 1.000 von 1927, gelaufenes Stück; Köln-Krefelder Versicherungs AG von 1922; Alliance, British & Foreign Life & Fire Assurance Company von 1824 mit Originalunterschrift Nathan Rothschild; Hollandsche Brand- en Levens-Verzekering Societeit von 1808; etc. Desweiteren kommen u.a. zum Aufruf: eine große internationale Bankensammlung, eine Sammlung von Friedhofsaktien und Finanzdokumenten, u.a. Paisley Cemetery Company Ltd von 1884, eine große Sammlung deutscher und holländischer Stadtanleihen, u.a. Keytum von 1922, Dortmund über M 5.000 von 1922; Heilbronn über M 5.000 von 1923 etc.; Ambt Hardenberg, Breda, Stadt Culemborg von 1791 ,eine Sammlung Österreich, u.a. mit zwei Titeln der Kaiser-Ferdinands Nordbahn von 1832 und 1842 mit Rothschild-Autograph, Internationale Sammlungen aus dem Bereich Banken, Chemie, Bäder- und Heilanstalten, sowie internationale Eisenbahnaktien- und Anleihen, z.B. Mississippi Valley Railroad Company, engl. Ausgabe von 1894; Autographenaktien USA sowie Titel des 17. und 18. Jahrhunderts runden unser Angebot ab.



AUS DEM AUTOGRAPHENBEREICH:

STANDARD OIL COMPANY

Zertifikat über 6 Shares zu je US$ 100; #203; Cleveland, den 29. April 1878; Farbe: beige, grau, schwarz; Maße: 16,5 X 27,5; Eingetragen auf und rückseitig original unterschrieben von John D. Archbold (1848-1916) unter der Übertragung auf J. D. Rockefeller am 3. May 1878, vorderseitig original unterschrieben von John D. Rockefeller (1839-1937)als President und Henry Morrison Flagler (1830-1913) als Secretary. Am 10 Februar 1870 wurde die Firma Rockefeller, Andrews and Flagler mit einem Grundkapital von $ 1,0 Mio. in die heute schon legendäre Standard Oil Company umgewandelt

Standard Oil Company John D. Archbold Unterschrift Archbold John D. Rockefeller Unterschrift Rockefeller
John D. Rockefeller
stieg 22 jährig mit einer kleinen Firma auf dem Raffinier-, Transport- und Verkaufssektor in das Ölgeschäft ein und erreichte durch den Bau von Pipelines, zahlreichen Ankäufen und eine mächtige Monopolstellung. 1878 erreichte der Anteil seiner Standard Oil Comp. 95% des gesamten Erdölmarktes. 1911 löste das Oberste Bundesgericht durch das Anti-Trust-Gesetz die Standard Oil auf. Zu dieser Zeit besaß da Unternehmen die Kontrolle über 62 Gesellschaften, die ihrerseits 53 weitere Unternehmungen beherrschten. John D. Rockefeller besaß letztlich das größte Privatvermögen, das jemals in der Neuzeit zusammengetragen wurde und verwendete einen erheblichen Teil für Stiftungen (Rockefeller-Foundation etc.). Aus der Standard Oil (Esso) Rockefellers gingen letztlich zahlreiche, heute große Ölkonzerne hervor wie Exxon, Mobil-Oil, Stadard Oil of California und Standard Oil of Indiana. Heutige Nachfolgekonzerne der Standard Oil sind Exxon, Mobil, Chevron, BP, Amoco, Conoco, Arco und Marathonoil. J. D. Rockefeller's Name steht auch heute noch als Synonym für Reichtum und Macht.
Henry Morrison Flagler engagierte sich mit zunehmenden Alter in Florida. Er baute Hotels und Vergnügungsparks und plante die notwendigen Veränderungen der Infrastruktur. Die von ihm erbaute legendäre Florida East Coast Railway war die erste Bahnlinie, die die größeren Orte an der Ostküste miteinander verband. Erst durch diese Aktivitäten wurde Florida für den Tourismus erschlossen. Flagler starb schließlich hochverehrt als Founder of Florida in West Palm Beach, wo sein Wohnhaus heute als Museum besichtigt werden kann
John D. Archbold war neben den Rockefellers, Flagler und Rogers die dominierende Persönlichkeit in der Geschichte der Standard Oil. Nach dem Anti Trust Prozess 1911 legte Rockefeller sein Amt als Präsident von Standard Oil nieder und setzte Archbold als seinen Nachfolger ein. Certificate der "Standard Oil of Ohio" mit dieser Unterschriftenkombination J .D. Archbold/J.D.Rockefeller gehören zu den absoluten Raritäten, erst bei den Trust-Certifikaten zeichnete Archbold als Nachfolger J.D. Rockefellers. VF

Ausruf: € 6.500



NEW-YORK & HARLEM RAILROAD COMPANY

NEW-YORK & HARLEM RAILROAD COMPANY (Commodore) Cornelius VanDerbilt (1794-1877) Unterschrift Vanderbilt

Drei Receipt-Certificate (komplette Buchseite mit drei Steuermarken), der dritte Eintrag ( wurde eingeklebt, da außerhalb des Offices unterschrieben) erfolgte am 20. September 1864 und dokumentiert den Empfang von Zinsen in Höhe von $ 2.520, 7/100 an einem gezeichneten Kapital in Höhe 118.000 Dollar an der New York and Harlem Railroad of Interest zum 1. Februar 1865. Original unterschrieben von Cornelius (Commodore) Vanderbilt. VF Rarität!
Ausruf: € 2.500

Historie (Commodore) Cornelius VanDerbilt (1794-1877)
Am 27. Mai 1794 wurde Mynheer Cornelius Vanderbilt als Sohn holländischer Einwanderer, die kurz nach der Gründung New Yorks nach Amerika auswanderten, auf Staaten Island geboren. Zu jener Zeit war die Insel in große Grundstücke aufgeteilt, die von ihren Bewohnern landwirtschaftlich genutzt wurden. Die erzeugten Erträge wurden dann auf den New Yorker Märkten verkauft. Vanderbilt, der Ältere kam, nachdem er sein eigenes Boot auch zur Beförderung fremder Marktwaren verliehen hatte, auf die Idee, ein Fährboot - ferry boat - herzustellen, das regelmäßig jeden Morgen nach New York abfuhr und jeden Nachmittag von dort zurückkehrte. Cornelius Vanderbilt, dem man den allen Holländern eigenen, unwiderstehlichen Tätigkeitstrieb nachsagte, hielt wenig von der Schule und richtete sich mehr auf die praktische Seite des Lebens ein. Zufall und Geschäfte führten ihn, wenn er in die Stadt kam, an dem Platz vorbei, wo der Schiffsbaumeister Brown für Robert Fulton den ersten Dampfer erbaute. Cornelius Vanderbilt war gerade 13 Jahre alt, als die Clermont als erstes Dampfschiff ihre Jungfernfahrt aufnahm.
Cornelius Vanderbilt kaufte sich, mit von der Mutter geborgten 100 Dollar, sein erstes Boot und stürzte sich in die Selbständigkeit. Raubeinig, sparsam und arbeitsam zahlte er binnen kurzer Zeit seiner Mutter das Geld zu deren Erstaunen zurück. Bald hatte er genug verdient, um sich ein zweites Boot leisten zu können und lebte fast nur auf dem Wasser, was ihm seinerzeit den Beinamen "Cornelius, der Bootsmann" einbrachte.
Mit 20 Jahren heiratete er Sophia Johnson aus Port Richmond (Staten-Island). Das Paar siedelte nach New York über, wo Vanderbilt mit seinem Schwager De Forrest einen größeren Schoner, die "Charlotte" baute. Bald lernte er den vermögenden Thomas Gibbons kennen, der ihn als Kapitän auf seinen Schiffen anheuerte, und der den Transport von New York nach Philadelphia und nach Neu-Braunschweig betrieb. 12 Jahre fuhr Vanderbilt für Gibbon. Dann machte er sich wieder selbständig und baute in den folgenden 20 Jahren seine eigene Flotte auf. Ende der 1830er Jahre betrug die Zahl seiner Union-Dampfer bereits rd. 1.000.
Zur selben Zeit wurden die Goldfelder in Kalifornien entdeckt und in den folgenden Jahren trieb das Goldfieber Ströme von Goldsuchern in das Dorado. Der außerordentlich ansteigende Warentransport auf die andere Seite des Weltmeeres ließ die Herstellung kürzerer Verbindungswege zwingend notwendig werden. Infolgedessen wurde versucht, eine Eisenbahn über die Landenge von Panama zu bauen. Gleichzeitig wurde die "Postdampfschifffahrts-Gesellschaft des Stillen Ozean" - Pacific Mail Steamship Company- gegründet. 1855 war der Bau der Eisenbahn vollendet, die Dampferlinie wurde bereits 1848 eröffnet. Der ungeheure Umweg, den diese zurücklegen mussten, brachte Vanderbilt auf den Gedanken, eine kürzere Route zu ermitteln. Er beschloss, einen Landweg zu ermitteln, um so eine regelmäßige Seeverbindung von New York nach San Francisco zu errichten.
Inzwischen gründete Cornelius Vanderbilt die Accessory Transit of Nicaragua und konnte im Juli 1851 die Route nach Kalifornien via Nicaragua eröffnen. Die Mühen hatten sich gelohnt. Nun, da er ein Mann mit großem Vermögen geworden war, erfüllte er sich seinen Lebenstraum und baute nach eigenen Entwürfen die North Star, die auf der Vignette des hier angebotenen Bonds zu sehen ist. Diese baute er für seine berühmte Europareise 1853, die zugleich nach seinen eigenen Angaben sein allererster Urlaub war. Baukosten: 500.000 US $,
heute ca. 50 Mio. US $, eine enorme Summe in der Zeit, als Millionäre in den USA noch so selten waren, daß dieses Wort in den Zeitungen gesperrt gedruckt wurde. Am 19. Mai 1853 trat der Com-modore mit seiner ganzen Familie, einschließlich Schwiegersöhnen und engen Bekannten, eine mehrmonatige Europareise an, auf der er von den führenden Fürstenhäusern Europas, u.a. der Kaiserin Eugenie von Frankreich und vom russischen Zar, empfangen wurde. Zurückgekehrt aus Europa und nach Klärung des Transit War mit Morgan kümmerte sich Commodore Vander-bilt um den gerade beginnenden Eisenbahnbau und begann seine zweite Karriere als Eisen-bahnpromotor! Mit Beginn des Bürgerkrieges benötigte die Regierung der Nordstaaten dringend Transport-schiffe und kaufte zu guten Preisen Handelsschiffe auf. Mit seinem Anfang 1860 geschätzten Vermö-gen von ca. 20 Millionen US$ stieg er über Börsenkäufe von Eisenbahnaktien in dieses Ge-schäft ein. Zu Beginn besaß er lediglich eine kleine Eisenbahn, die Staten Island Rail Road, die den Verkehr auf der Insel von der Schiffsanlegestelle Vanderbilt - Landing ausge-hend, besorgte.
Mit einem geschickten Börsencoup machte VanDerbilt sich zum Hauptaktionär der New York and Harlem Rail Road, deren Aktienkurse auf ein Fünftel des normalen Wertes gefallen waren. Vanderbilt kaufte billigst, soviel er konnte, um sich dann selbst in den Verwaltungsrat zu wählen. Danach fing er mit seinem Sohn William daran, die Bahn zu reorganisieren. Die Gleise wurden verdoppelt, mehr Züge eingesetzt und die Einnahmen erhöht, der Aktienkurs stieg in kurzer Zeit wieder über 100. Mit der New York and Harlem hielt er die strategisch wichtigste Linie in der Hand, da die Bahn die Verträge zum Bau und Betrieb der New Yorker Bahnhöfe besaß. Mit dieser Strategie kaufte Vanderbilt weitere Bahnen und krönte sein Werk schließlich mit einem mitten in New York liegenden Kopfbahnhof, der erst kürzlich erfolgreich restaurierten New York Central Station. Das Eisenbahnimperium des Commodore Vanderbilt erstreckte sich bei seinem Tod im Jahre 1877 von New York über Albany und Buffalo bis zu den großen Seen.



THE ILION BANK HERKIMER COUNTY

Certifikate über Shs. 10 zu je $ 100 each;# 6; Ilion (New York), 6. Dezember 1852; Fare: beige, schwarz; Maße: 14 X 23; Originalunterschrift als President der Ilion-Bank: Eliphalet Remington (1793-1861) Waffenproduzent (Remington-Pistolen) und Landmaschinenhersteller.

THE ILION BANK HERKIMER COUNTY Eliphalet Remington (1793-1861)

Eliphalet II wurde am 28. Oktober 1793 als zweites Kind von Eliphalet und Elizabeth Remington geboren. Eliphalet II war der einzige Sohn von später 4 Geschwistern, so kam es, daß er in die Fußstapfen seines Vaters als Schmied trat. Im August 1816 im Alter von 22 Jahren schmiedete er seine erste Gewehrtrommel in der heimischen Schmiede in Herkimer County. Neben der günstigen Lage der Schmiede im Mohawk River Valley, dem östlichen Tor zu den Northwest Territorys und den steigenden Bevölkerungszahlen war vor allem die Qualität der Remington Produkte für ihren beispiellosen Erfolg verantwortlich. Im Jahre 1828 wurde eine neue Schmiede in der Nähe des neu gebauten Erie Kanals und des Mohawk Rivers errichtet. Im Verlaufe dieser Umzugsaktivitäten starb Eliphalets(II) Vater und er übernahm die alleinige Kontrolle über die Firma. Im Jahr 1845 stieg Philo, Remingtons erster Sohn in die Firma ein. Die beiden Brüder, Samuel und Eliphalet III(oder auch jr.) folgten ihm in den nächsten Jahren. Nachdem sich die Firma zunächst auf die Herstellung von Gewehrtrommeln spezialisiert hatte wurde die Produktpalette auf Handfeuerwaffen jeglicher Art erweitert. Die Remington Arms Company ist die am längsten ohne Unterbrechung produzierende Waffenfirma der USA. Als Eliphalet II im Jahr 1861 starb übernahm sein ältester Sohn Philo die Firma. VF Rarität!
Ausruf: € 1.200



STATEN ISLAND RAIL-ROAD COMPANY

Certificate über Shs. 50 # 258 zu je $ 50; 28. März 1854 Farbe: beige, schwarz; Maße: 18 X 24. Originalunterschrift als President: William Henry Vanderbilt (1821-1885) Sohn des Commodore.

STATEN ISLAND RAIL-ROAD COMPANY William Henry Vanderbilt (1821-1885)

William Henry erfuhr einen solide Bankausbildung und arbeitete anfangs an der Wall Street. Gesundheitlich angeschlagen kehrte er nach Staten Island zurück und arbeitete erst als Farmer. Später wurde er Commodore mit der Leitung der Staten Island Railroad beauftragt. In seiner Eigenschaft als President zeichnete er das hier offerierte Aktienzertifikat im Original. Die Staten Island Railroad versorgte, ausgehend von der Schiffsanlegestelle Vanderbilt-Landing, den Verkehr auf der New York vorgelagerten Insel Staten Island. Das hier angebotene Stück zeichnet sich durch eine überdurchschnittliche gute Erhaltung aus, die Strichentwertung wurde nicht im Rautenmuster vorgenommen, sondern sauber und ohne Ausläufer (bis auf eine kleine Stelle rechts unten) als Kreuz gezogen. Die Vignetten werden kaum beeinträchtigt. Federstrichentwertung, EF-VF
Ausruf: € 1.500



RENSSELAER & SARATOGA RAILROAD COMPANY

Certificate über Shs. 100 zu je $ 100 # 0017; City of Troy, 20. Dezember 1861; Farbe: beige, rot; Maße. 19 X 18.
Eingetragen und on verso im Original unterschrieben von Jay Gould, (1836 - 1892) Railroader, Eisenbahnpromotor

RENSSELAER & SARATOGA RAILROAD COMPANY RENSSELAER & SARATOGA RAILROAD COMPANY

Jay Gould, (1836 - 1892) Jay Gould, (1836 - 1892)
Jay Gould, Sohn eines Farmers, ging nach New York und entwickelte sich alsbald zu einem geschickten und skrupellosen Geschäftsmann. Zusammen mit James Fisk und Daniel Drew bildete er ein Dreigespann, das in der Schlacht um die Herrschaft über die Erie-Railroad gegen Commodore Vanderbilt antrat. Wie die meisten Eisenbahnkönige beschränkte sich Gould nicht nur auf die Führung einer einzelnen Eisenbahn, sondern auf die Politik mehrerer Gesellschaften - z.B. der Denver Pacific, der Central Pacific und der Missouri-Pacific, auf deren Geschickte er entscheidend Einfluss genommen hatte (J. Schmitz: Die amerikanischen Gründer auf Aktien und Anleihen).
Gould war nach dem Bürgerkrieg der "meistgehasste Mann Amerikas" (Warshow) - der "Mephistopheles der Wallstreet", düster, schweigsam, geheimnisumwittert, von "kaltblütiger Skrupellosigkeit" (E.P. Hoyt: The Goulds), nur für Geschäft und Familie da. Andererseits galt er unbestritten als der perfekte Geschäftsmann. "Wenn jemals Napoleon beauftragt worden wäre, das amerikanische Finanzwesen zu verbessern, er wäre in Gestalt von Jay Gould gekommen." (R. 0'Connor: Goulds Million) Steuermarke, aufgeklebter Stub mit Strichentwertung, die rückseitige Unterschrift ist sauber und nicht entwertet. EF Rarität!
Ausruf: € 1.200



ALLEGHENY VALLEY RAIL ROAD

Certificate über Shs 50 # 17;31. Oktober 1861; Farbe: beige, schwarz; Maße: 22 X 33;, Steuermarke,
Im Original 2 X unterschrieben als Transfersignatur von Henry Phipps Jr (1839-1930), Stahlindustrieller und Philantropist, Partner von Andrew Carnegie

ALLEGHENY VALLEY RAIL ROAD Henry Phipps Jr (1839-1930) Unterschrift Henry Phipps Jr (1839-1930)

Die kleine Maschinenfabrik der Brüder Klowman, die sich auf Radachsen spezialisiert hatten, nahmen den jungen Henry Phipps als Partner ihrer Firma auf. Henry Phipps war mit Andrew Carnegie befreundet. Thomas Carnegie machte dann den Vorschlag, die beiden Eisenwerke zusammenzuführen so daß eine neue Gesellschaft, die "Union Eisenmühle-Gesellschaft" entstand. Der große Bürgerkrieg war vorbei und damit begann vor allem der Wiederaufbau, besonders für Eisenbahnprojekte, Brückenbauten.. Henry Phipps machte als finanzieller Regent der Union Eisenwerke häufige Reisen nach Europa, und brachte neue Ideen und Erfindungen mit. Am 1. Dezember 1870 gründeten Klomann, Phipps und Carnegie die Firma Klomann, Carnegie & Co. Ein paar Monate später bereits begannen sie mit dem Bau des berühmten Hochofens "Lucie" an der 59. Straße in Pittsburgh. Die Keimzelle der Carnegie Steel Co. Ltd. entstand aus der Fa. Klomann & Co., Klomann & Phipps, Carnegie Phipps & Co. Ltd. und schließlich Carnegie Steel Co. Ltd, wobei es Carnegie meisterhaft verstand, die Fähigkeiten Henry Phipps zu nutzen. (11344) Äußerst selten! VF
Ausruf: € 800



AUS DEM BANKENBEREICH:

SOCIETE PAR ACTIONS POUR L'INVESTIGATION ET LE DEVELOPMENT D'ENTERPRISES EN RUSSIE
(Aktiengesellschaft für die Exploration und Einrichtung von Unternehmen in Rußland)

SOCIETE PAR ACTIONS POUR L'INVESTIGATION ET LE DEVELOPMENT D'ENTERPRISES EN RUSSIE


Gründeraktie über 1000 Rubel # 373, Moskau 1913; Farbe:, kaminrot, beige, schwarz; Maße: 34 X 26; Kps. + Talon, EF.

Diese Gesellschaft ist eine historisch bedeutsame Gründung deutscher Kaufleute in Russland. Initiator war der Konzern Wogau & Co. unter Beteiligung des Handelshauses Ludwig Knoop& Co. in Moskau. Diese beiden Firmen waren die reichsten Moskauer Handelshäuser zur Zarenzeit (siehe Aufsätze von Erik Meyer im HP-Magazin 9 und 10/2000 sowie 9/1999).
Die damals in Westeuropa gebräuchliche Bezeichnung der Gesellschaft war "STUDORUSS", gebildet aus den Wortstämmen "study/studies" und "Russia".
Treibende Kraft und Initiator für diese Gesellschaft war Hugo Marc, Schwiegersohn des geschäftsführenden Inhabers Hugo von Wogau. Die Idee seiner Gründung war, unter Akquisition westeuropäischen Kapitals die unermesslichen Bodenschätze Russlands einer gewinnbringenden wirtschaftlichen Verwendung zuzuführen, insbesondere neue Bergbauunternehmen zu errichten oder vorhandene zu übernehmen und auf Vordermann zu bringen.
Daneben gab es Pläne die reichen landwirtschaftlichen Produkte Sibiriens auf internationalen Märkten anzubieten. Wogau & Co. hatte schon mit viel Mühen versucht, sibirische Butter nach Westeuropa zu exportieren, aber es gab weder Kühlhäuser noch Kühlwaggons, um sie ohne Einbuße in Qualität zu transportieren. Solche Lager- und Transporteinrichtungen sollte die Gesellschaft aufbauen.
Welchen enormen Nutzen hätte diese Gesellschaft dem rückständigen Sibirien bringen können, wenn nicht der erste Weltkrieg ausgebrochen wäre. Die Studoruss blieb dadurch die allerletzte der vielen Gesellschaften, die das deutsche Handelshaus Wogau & Co in ihren 75 russischen Jahren gegründet hat.
Die russische Regierungskommission, die 1916 eingesetzt wurde, um den ("feindlichen" deutschen) Wogau Konzern zu liquidieren, stellte zur Gesellschaft "Studoruss" fest: "...gegen die Liquidierung sprach sich das Außenministerium aus, wegen der bedeutenden Beteiligung (über 40 %) von Aktionären aus den mit Rußland befreundeten bzw. neutralen Mächten..."
Mit der kommunistischen Revolution und der Vertreibung der Familie Wogau aus Russland war das Schicksal der Gesellschaft "Studoruss" endgültig besiegelt.
Die angebotene Aktie ist unterschrieben seitens des Hauses Wogau & Co. durch den geschäftsführenden Gesellschafter Hugo Marc, den Prokuristen Ferdinand Berg sowie seitens des Hauses Knoop von deren Teilhaber Rudolf Prowe.
Bisher sind auf dem Sammlermarkt nur ca. 3 - 4 Zertifikate der Studoruss registriert worden, die auf die "Société Générale de Belgique" ausgestellt sind.
Von den insgesamt 400 ausgegebenen Zertifikaten hatte die "Société Générale" ursprünglich 20 Stücke gezeichnet, die deutschen Bankiers Bethmann 19 Stücke, weitere rund 200 Stücke aus der Emission waren bei einzelnen risikofreudigen Anlegern aus Deutschland, England, Frankreich und den USA untergebracht worden. 48 Aktien hatte Wogau & Co. im eigenen Portefeuille gehalten. Äußerst selten!
Ausruf: € 500



BANK IN BASEL

Namenaktie Fr. 5000.-; Nr. 331; Basel 2.9.1855; rot, blau; Originalunterschrift Johann Jakob Speiser (1813-1856) - Banker und Bähnler

Bank in Basel Johann Jakob Speiser Johann Jakob Speiser

Der Schöpfer des Schweizer Frankens von 1850, Johann Jakob Speiser, flog in seiner Heimatstadt Basel vom Gymnasium. Als lernwilliger und unternehmungslustiger Selfmademan sammelte er in Frankreich und in England kaufmännische Berufserfahrung. Nach seiner Rückkehr war er Hauptinitiator bei der Gründung der "Bank in Basel". Der geschätzte Fachmann inspirierte als Berater manch weitere Bankgründung in allen Ecken der Schweiz. Für den Bund managte er nicht nur die Währungsreform, sondern er erarbeitete auch die Grundsätze zur Führung einer eidgenössischen Staatsrechnung. Außerdem trat er als bahnpolitischer Pionier auf und übernahm die Leitung der 1852 gegründeten Schweizerischen Centralbahn. Im Jahre 1843 hat der weitgereiste Johann Jakob Speiser die Giro- und Depositenbank in Basel gegründet. Das Geschäft verlief nicht den Vorstellungen der Gründer, so dass das Institut bereits 10. März 1845 liquidiert wurde und die Verantwortlichen gleichentags die Bank in Basel mit einem Kapital von Fr. 0.5 Mio, eingeteilt in 100 Aktien, ins Leben gerufen haben. Bereits am 15. September 1845 wurden die ersten Banknoten in Gesamthöhe von Fr. 0.5 Mio. emittiert. 1846 erfolgte eine weitere Kapitalerhöhung durch Ausgabe von 100 Aktien zu Fr. 5000. Im Jahre 1855 wurde das Kapital nochmals auf Fr. 2 Mio. durch Ausgabe von 200 Aktien erhöht. Nach Gründung der Schweizerischen Nationalbank verlor die Bank in Basel ihr angestammtes Geschäft. 1907 hat der Schweizerische Bankverein ein Übernahmeangebot unterbreitet und nach deren Zustandekommen wurde die Bank in Basel liquidiert. Das angebotene Stück wurde von J. J. Speiser als Bankdirektor und Wilhelm Burckhardt-Forcart als Präsident im Original unterschrieben. Ein bedeutendes Wirtschaftsdokument aus Basel. Aktien von privaten Notenbanken aus der Schweiz werden sehr selten angeboten. Der damalige Liquidationserlös wurde durch Übergabe des Aktientitels ausbezahlt und es sind zur Zeit bislang nur zwei Stücke bekannt
Rarität!
Ausruf: € 7.000



BANK OF DELAWARE

Certificate über eine Aktie, eingetragen auf den Trustee der Gesellschaft zur Errichtung von Schulen im Staate Delaware., # 440; Bank of Delaware, 25. Oktober 1797; Farbe: beige, braun; Druck auf Bütten mit Wasserzeichen; großes Trockensiegel mit Abbildung eines Seeglers; Ganzkupferstich; Maße: 14,5 X 28;

BANK OF DELAWARE

Originalunterschrift des ersten Cassierer der Bank John Hayes, der sein Amt bis 1810 bekleidete und einen Monatslohn von $ 600 erhielt. Das Institut wurde 1795 in Wilmington gegründet und im Jahre 1865 umgewandelt in "The National Bank of Delaware". Erster President wurde Joseph Tatnall, der dieses Amt bis zum Jahre 1802 innehatte.
Im Jahre 1989 wurde diese altehrwürdige Bank von der PNC-Financial Group mit Sitz in Pittsburgh übernommen.
Sehr frühe Bankaktie der USA, ausgegeben nur vier Jahre nach Gründung der "Bank of the United States of America". VF Rarität!
Ausruf: € 1.200



VERSICHERUNGEN

FRIEDRICH WILHLEM PREUSSISCHE LEBENS- UND GARANTIE-VERSICHERUNGS-ACTIEN-GESELLSCHAFT ZU BERLIN

Aktie über M 1.500; # 2487; Berlin, 6. September 1901; Farbe: gelb, schwarz, grau; Maße: 35 X 31.

FRIEDRICH WILHLEM PREUSSISCHE LEBENS- UND GARANTIE-VERSICHERUNGS-ACTIEN-GESELLSCHAFT ZU BERLIN

Die Gesellschaft wurde 1865 gegründet. 1913 erfolgte die Umfirmierung in "Friedrich Wilhelm Lebensversicherung Aktiengesellschaft". 1922 schloss sich die Gesellschaft dem Gerling-Konzern an. 1954 wurde die Firmierung geändert in "Friedrich Wilhelm Magdeburger Lebens
versicherungs -Aktiengesellschaft", 1962 dann Umfirmierung in "Gerling Konzern Friedrich Wilhelm Lebensversicherungs Aktiengesellschaft". 1901 wurden 2.000 Aktien zu je M 1.500 begeben. Faksimileunterschrift als Präsident des Kuratoriums: Victor Herzog von Ratibor. EF-VF, Äußerst selten!
Ausruf: € 1.200



THE ALLIANCE BRITISH & FOREIGN LIFE & FIRE ASSURANCE COMPANY

Sammelzertifikat über 20 Aktien zu je L 100; # 11.803 - 11822; Farbe: beige, schwarz; Maße: 32 X 20, Doppelblatt mit innenseitigen Statuten, Druck auf Bütten mit Wasserzeichen; Originalunterschrift in seiner Funktion als einer der vier Präsidenten der Gesellschaft: Nathan M. Rothschild, (1777 - 1836) Bankier, und Gründer des Londoner Hauses Rothschild.

THE ALLIANCE BRITISH & FOREIGN LIFE & FIRE ASSURANCE COMPANY Nathan M. Rothschild, (1777 - 1836) Nathan M. Rothschild, (1777 - 1836)

Mit Ausgang des 17. Jahrhundert entstanden in England die ersten Versicherungsgesellschaften der Geschichte, beginnend mit der Seefahrtsversicherung über die Feuerversicherung bis hin zur Lebensversicherung, so daß England als Mutterland der Versicherungsgeschichte gilt und die Grundlagen des modernen Versicherungswesens legte. Die Alliance British and Foreign Life and Fire Assurance Company wurde mit einem Kapital von L 5,0 Mio. Sterling gegründet. Geschäftsbereich: Lebens- und Feuerversicherung im In- und Ausland. Das Präsidium wurde geleitet von John Irving und weiteren vier namhaften Anteilseignern : Francis Baring, Samuel Gurney, N. M. Rothschild, der die Versicherung gründete und lange Jahre leitete und Moses Montefiore, Schwager N. M. Rothschilds. Francis Baring war Begründer der Weltfirma Bearing in London. Der zweitälteste Sohn Alexander Bearing ging nach seiner Ausbildung im Haus Hope, Amsterdam nach Nordamerika, wo er sich mit der Tochter William Binghams, der damals zu den reichsten Männern Amerikas zählte und seiner Tochter eine Mitgift von 900.000 Dollar mitgab, vermählte. Nach dem Tod des Vaters trat er an der Spitze des Hauses Baring und war somit neben Nathan M. Rothschild Anteilseigner der Alliance. Beide auf dem europäischen Geldmarkt Rivalen, aber klug genug, ihre Kraft nicht in nutzlosen Kämpfen zu zersplittern. Bezeichnete Richelieu noch 1818 die Baring & Comp. als sechste Großmacht Europas, so war zwei Jahre später unbestritten Rothschild an diese Stelle gerückt. Was der alte Meier Amschel Rothschild in Frankfurt seit 1770 mit seinem kleinen Wechsel- und Tuchgeschäft verdiente, fand in London unter Nathan M. Rothschild den richtigen Boden und war seit 1820 auf dem Weltmarkt zu einem ausschlaggebendem Faktor geworden. VF-EF
Rarität!
Ausruf: € 1.200


 

HOLLANDSCHE BRAND- EN LEVENS-VERZEKERING SOCIETEIT

HOLLANDSCHE BRAND- EN LEVENS-VERZEKERING SOCIETEIT

Namens-Aktie über Gulden 2.000 # 60, eingetragen auf Johannes Ameshoff; Amsterdam, 24. December 1808; Farbe: beige, schwarz, Doppelblatt, Druck auf Bütten mit Wasserzeichen, Trockensiegel mit Königskrone; Originalunterschriften der Direktion. Maße: 45 X 28, Knickfalten, Einrisse am rechten Rand, kein Papierverlust. Indossamente bis 1923, zuletzt übertragen auf die englische Sun Insurance, gegr. 1719 in London am 10. März 1923. Gründerstück, es wurden 250 Aktien zu je Gulden 2000 begeben. Sehr frühes, holländisches Versicherung-Stück, nicht gelistet, Rarität! Kps. + Talon VF
Ausruf: € 850


 

BERGBAU-UND HÜTTENGESELLSCHAFTEN


Von den Anfängen der Hannover-Braunschweigischen Groß-Eisenindustrie zur Peine-Salzgitter-AG
Als am Beginn des 19. Jahrhunderts ein Bauer bei Peine einen meterhohen Schmelzofen mit Eisenresten aus spätrömischer Zeit entdeckte, ahnte man noch nicht, daß sich zwischen Peine und Salzgitter unter fruchtbarem Lößboden, auf dem Zuckerrübe und Weizen gediehen, die weitaus größte deutsche Eisenerzlagerstätte mit einem Roherzvorrat von rund 2 Mio. Tonnen befand. Die in der Tiefe liegenden Schätze blieben vorerst unbeachtet, weil eine rationelle Verhüttung der "sauren" Eisenerze mit einem Eisenanteil von 30 bis 32 % technisch noch nicht möglich war.
Die deutsche Schwerindustrie an Rhein, Ruhr und Saar hatte ihre Entwicklung mit den üblichen Anlaufschwierigkeiten bereits hinter sich, als im Hannoverschen im Jahre 1856 die "Georgs- Marien- Hütte" bei Osnabrück und die kurzlebige Hostmannsche Bergbau- und Hütten- Gesellschaft zu Peine, aus der 1858 die "Ilseder Hütte" hervorging, gegründet wurden.
Der Celler Bankier Carl Hostmann und der aus Linden stammende Fabrikant Fritz Hurtzig schürften 1853 in Oberg nach Kohle. Sie beantragten bei der Regierung in Braunschweig und Hannover das Recht auf Bergbau für die Gemeinden Adenstedt, Klein- und Großbülten, Gadenstedt, Münstedt, Schmedenstedt u. Groß Ilsede; die erblichen Konzessionen erhielt Hostmann im Dezember 1856. Inzwischen hatte Hostmann die Statuten der geplanten Aktiengesellschaft, die den Namen "Welfen Berg- und Hütten- Gesellschaft" erhalten sollte, was aber vom welfischen Königshaus abgelehnt wurde und so unter der Benennung "Bergbau- und Hütten- Gesellschaft zu Peine" prospektiert wurde, festgelegt. Geplant waren 6 Hochöfen, Schmelz-, Puddel-, Walz-, Gießerei- und Maschinenwerke etc. und dafür benötigte er Geld.
Das Grundkapital von 5,0 Mio Tlr. war im Frühjahr 1857 auf 334.000 Tlr. eingezahlt und ein belgisches Unternehmen begann in Groß Ilsede mit der Errichtung des Hüttenwerkes. Die Platzierung der Aktien erwies sich jedoch als schwierig, die Gelder reichten nicht aus und Anfang 1858 mussten die Bauarbeiten eingestellt werden. Am 21 Januar 1858 endete Hostmann durch Freitod.
Hurtzig und der Schwiegersohn Hostmanns kauften den Hüttenplatz aus der Konkursmasse und gründeten am 6. September 1858 die Aktiengesellschaft "Ilseder Hütte", deren Aktien sie den Aktionären der Bergbau und Hüttengesellschaft zu Peine, die bereits Zahlungen geleistet hatten, zum Tausch anboten.
Im Jahre 1868 etablierte sich im Raum Salzgitter die vom Kommerzienrat Friedrich von Voigtländer in Braunschweig, J. C. Godeffroy in Hamburg und Carl Ruetz in Dortmund ins Leben gerufene "Actien- Gesellschaft Eisenwerke Salzgitter", die um die Jahrhundertwende vier Hochöfen, Kokereien und Gießhallen in Betrieb hatte.
Der Entschluss der nationalsozialistischen Reichsregierung im Jahr 1937, auf der Grundlage der Eisenerzvorkommen im Salzgitter- Höhenzug das größte Hüttenwerk Europas, die Reichswerke A.G. für Erzbergbau und Eisenhütten Hermann Göring zu errichten, führte 1942 nach Zusammenlegen von 28 ländlichen Gemeinden des Regierungsbezirkes Braunschweig zur Gründung der Großstadt Salzgitter.
Hier sollte nach Plänen des Amerikaners Brassert ein "zweites Ruhrgebiet" entstehen. Nach dem Krieg mussten auf Anordnung der alliierten Siegermächte die noch funktionsfähigen Hochöfen und das Walzwerk demontiert werden. Für den Wiederaufbau sorgte der Salzgitter- Konzern als Nachfolger der Reichswerke. Er entwickelte sich nach dem Zusammenschluss mit der "Ilseder Hütte" und dem "Stahlwerk Peine" im Jahr 1970 zum drittgrößten Stahlproduzenten der BRD unter Umfirmierung in Stahlwerke Peine-Salzgitter. Der staatseigene Salzgitter- Konzern wurde Ende 1989 von der Preussag übernommen. 1998 wird die Preussag Stahl AG wieder selbständig als Salzgitter AG-Stahl und Technologie. Im Jahr 2.000 erfolgte die Übernahme der Mannesmannröhren-Werke AG, Mülheim/ Ruhr. 2001 wurde dann die Umsetzung der neuen Organisationsstrukturen des Salzgitter-Konzern durchgeführt, auf deren oberster Ebene die Salzgitter AG als Management-Holding steht.


BERGBAU- UND HÜTTEN-GESELLSCHAFT ZU PEINE

Aktie über Thaler 500 Courant; Peine, 2. Januar 1857; # 6063; Farbe: siehe Farbtafel; Maße: 30,5 X 39; Gründeraktie! Das Zertifikat weist die Originalunterschriften der beiden Gründer Carl August Ferdinand Hostmann und Fritz Hurtzig auf, die Firmierung läuft im Unterdruck als Wasserzeichen durch das gesamte Druckbild.

Bergbau Peine Fritz Hurtzig Carl August Ferdinand Hostmann

Ab Anfang der 1980er Jahre als eines der Prunkstücke der Sammlung des Braunschweigers Manfred Denecke bekannt und veröffentlicht als Titelseite seines Buches "Deutsche Wirtschaft und Finanzgeschichte aus der Sicht eines Sammlers Historischer Wertpapiere", wechselte dieses Stück im Jahre 1992 den Besitzer und ist bis heute im Markt ein Einzelstück, das nun erneut aufgerufen wird. Kleine Randverfärbung durch Rahmung, Knickfalten, VF
Rarität!
Ausruf: € 9.000



EISENERZBERGWERK BISMARCK

EISENERZBERGWERK BISMARCK

Kuxschein # 1-84 der in 100 Kuxen eingeteilten Gewerkschaft, eingetragen auf den Grubenvorstand und Gewerken Heinrich E. Weber aus Düsseldorf. Die Eisenerzgrube lag in den Gemeinden Nauheim, Waldgirmes und Blasbach des Kreises Wetzlar a.d. Lahn. Düsseldorf, 20. Juli 1912; Farbe: hellblau, beige; Historismusrahmen; Originalunterschrift des Grubenvorstandes Weber. Die Grube gehörte zum Mannesmannkonzern. Rarität aus Privatbesitz! EF

Ausruf: € 800



HARPENER BERGBAU ACTIEN-GESELLSCHAFT

Aktie über Thaler Preussisch Courant 200; Blankette; Dortmund, den 1. Januar 1858; Farbe: beige, braun, gelb, weiß; Maße: 28,9 X 39,7;
Gründeraktie.

HARPENER BERGBAU ACTIEN-GESELLSCHAFT

Die Gesellschaft wurde im Januar 1856 auf 12 in der Nähe von Harpen unweit Bochums gemieteten Kohlenfeldern mit einem Kapital von 1,1 Mio. Tlr. gegründet. 1859 wurde mit der regelmäßigen Förderung begonnen. 1926 Erwerb der Zeche "Massen" durch die Gewerkschaft "Siebenplaneten" von der Buderus-Eisenwerke AG Wetzlar. Es folgte die Errichtung einer Zentralkokereianlage auf der Zeche "Gneisenau". 1936 beteiligte die Ges. an der Gründung der "Steinkohlen-Elektrizitäts AG Essen". 1940 Übergang der Zechen-Gruppe Herne sowie der Zeche Victoria mit der Gew. "Victoria Fortsetzung" auf die "Reichswerke Hermann Göring" gegen Gewährung von Aktien der "Anhaltischen Kohlenwerke". In den Jahren 1960-1969 erfolgten diverse Stillegungen von Zechen, Kokereien und Gewerkschaften. Harpen erhielt dafür einen Einbringungsanspruch, der über 20 Jahre getilgt werden sollte. 1970 Umfirmierung in "Harpener Aktiengesellschaft". Der Tätigkeitsbereich der RWE-Tochter ist die Erzeugung elektrischer Energie, der Vertrieb von Mineralölen, die Binnenschifffahrt, der Handel mit Baustoffen, der Umschlag und die Lagerung von Gütern aller Art, Spedition und LKW-Nah- und Fernverkehr sowie die Verwaltung von Grundstücken einschließlich ihrer Bebauung. Vor gut vier Monaten hatte der Versorgungskonzern RWE nun verkündet, er wolle seine Tochter vollständig übernehmen. Mehr als 95 Prozent der Aktien waren bereits im Besitz von RWE. Somit wurde das Ende der Börsennotierung der Harpen AG eingeläutet. Das frühere Bergbau-Unternehmen Harpen erzielte zuletzt mit knapp 700 Beschäftigten einen Umsatz in Höhe von 264 Millionen.
Die vielfarbige Aktie wurde von einem der hervorragenden Illustratoren der Düsseldorfer Malerschule, Johann Baptist Sonderland, (1805-1878) gestaltet. Das eigentliche Aktienpapier stellt er als Pergamentrolle mit eingerollten Ecken dar. Spätgotisches Blattwerk, Wein- und Blütengirlanden, Minerva, Merkur, Putten, Mutter Natur mit Füllhorn sowie die Zechenbauten "Prinz von Preussen" und "Heinrich Gustav" schmücken die Aktie, die man als graphische Kostbarkeit bezeichnen kann. Äußerst selten!
Ausruf: € 2.800


 

METALLGESELLSCHAFTEN

DEUTSCHE FACHSCHULE FÜR BLECHARBEITER

Sammelzertifikat über 2 Antheile zu je Mark 10; Leipzig; 4. Februar 1878; #2519 und # 2520; Farbe: braun, grau, beige; Maße: 39,9 x 28,6; -

DEUTSCHE FACHSCHULE FÜR BLECHARBEITER Die Bearbeitung von Eisen und Stahl erhielt mit dem Beginn der Industrieperiode neue, größere Bedeutung, die damit die Herstellung von Maschinen durch Maschinen, also die Notwendigkeit des Baus von Werkzeugmaschinen, initiierte. Erfinderische und willensstarke Männer wie Erdmann Kircheis, Johann von Zimmermann (Zylinderkupplung), Wilhelm von Pittler (Revolverdrehbank als Prototyp einer Universal-Metallbearbeitungsmaschine ) und Rudolph Sack (Universalpflüge) gehören zu den Bahnbrechern des deutschen Werkzeugmaschinenbaus, die damit der umfassenden Industrialisierung Sachsens, seinem Kraft- und Arbeitsmaschinenbau die Tür aufstießen.
Die Bearbeitung von Grauguß entwickelte sich im sächsischen Lauchhammer und ist dem Pionier der Industrialisierung Graf Detlef Carl von Einsiedel sowie den durch ihn engagierten Bildhauern Wiskopil und Mattenberger zu danken. Sie führten ab 1784 den sächsischen Kunstguss zur Blüte.
1872 Einführung der Gewerbefreiheit in Deutschland dadurch engerer Zusammenschluss zwischen den Angehörigen des deutschen Blecharbeitergewerbes
Erdmann Kircheis, 1830 - 1894, Erfinder und Unternehmer, wurde mit einer Vielzahl von ihm erarbeiteter Grundlagenpatente zum Begründer des Baus von Blechbearbeitungsmaschinen. In seiner 1861 gegründeten Erdmann Kircheis Maschinenfabrik Aue entstanden Pressen und Blechverpackungsmaschinen, die für die später folgende einschlägige Industrie in der Welt Vorbild waren.
Erdmann Kircheis erfand die industriemäßige Herstellung von Sicken und Emballagen. Seinem Wirken ist die Gründung der Fachschule für Klempner und Blecharbeiter 1878 in Aue zu danken, Im Oktober 1877 erfolgte Eröffnung der Höheren Deutschen Fachschule für Metallbearbeitung und Installation; angeboten wurde theoretischer und praktischer Unterricht für junge Gewerbetreibende aus der Blechindustrie Gelehrt wurde in den folgenden Fächern: Deutsch, Arithmetik, Geometrie, Physik, Technologie, Buchführung, Modellierung, Kunstgeschichte, Zeichnen ; praktische Fächer : kunstgewerbliche Arbeiten, Erlernen der Techniken des Klempnergewerbes in der Be- und Verarbeitung der Metallbleche ;1890 Einführung des Werkstattunterrichtes der Gas- und Wasserinstallation.
Ab 1926 bestehen folgende Abteilungen : Massenfabrikationen von Metallwaren Schnitte und Stanzenbau Elektroinstallation Bauklempnerei und Installation Heizungs- und Lüftungstechnik.
Ab 1946 Fachschule für Klempner und Installateure (Schule bleibt während den Kriegsjahren in Betrieb) 1949 Umbenennung der Fabrik in "Werk 512" durch Übernahme des "HiLo"-Betriebes; erweitertes Produktionsprofil (Reparatur, Neuanfertigung, ) 1950 Namensänderung der Schule in Gewerbliche Berufsschule II; die Berufsausbildung für Klempner, Friseure und Bauberufe beginnt;
1960 Umbenennung in Betriebsberufsschule "Geschwister Scholl"; Profiländerung: Ausbildung von Begleitungsfacharbeitern, Nähmaschinenmechanikern, Täschnern und Handschuhmachern; 1968 Änderung des Fabriknamens von "Werk 512" in "Betrieb für Bergbauausrüstung" (BBA); 1990 Begin der Rekonstruktion der vorhandenen Berufsschule und Planung des neuen Beruflichen Schulzentrums für Technik Aue
1990 Schließung des "Betriebes für Bergbauausrüstung" nach jahrelanger Existenz auch auf dem internationalen Markt ;Juni 1996: Endgültige Fertigstellung aller neuen Gebäude und somit Erweiterung der Schülerzahl auf über 1500 .
Kleinere Einrisse an den Knickfalten rechts und links bzw. oben und unten jeweils mit Archivpapier hinterlegt;
Rarität! VF
Ausruf: € 700



EISEN UND METALL AKTIENGESELLSCHAFT ESSEN

EISEN UND METALL AKTIENGESELLSCHAFT ESSEN

Aktien-Urkunde über RM 1.080.000,- # 2161-3240 zu je RM 1.000; Essen, den 8. Oktober 1942; Farbe: beige, schwarz; Maße: 21 X 30. Originalunterschriften Winkhaus und Lehr als Aufsichtsrat bzw. Vorstand.
Das kalligraphierte Aktienzertifikat ist dem Bauhausstil nachempfunden. Aktie mit einem der höchsten Reichsmarknominal auf einem Zertifikat. Es wurden insgesamt drei Aktien zu je RM 1.080.000 begeben. Hervorgegangen ist die Firma aus dem 1876 vom Kaufmann Moses Stern gegründeten Rohproduktengeschäft. Sie wurde nach 3 Jahren in eine OHG mit einem Schrottgroßhandels- und Lagerbetrieb umgewandelt. Beheimatet war sie in der Sophienstraße in Gelsenkirchen. Die Bedeutung der Gesellschaft liegt in ihrer Pionierfunktion im Zusammenhang mit der Wiederverwertung von Schrott. Erst die Geburtsstunde des Siemens-Martin-Verfahrens ermöglichte, Schrott in jeder beliebigen Menge einzuschmelzen. Damit war die Grundlage geschaffen, einen rentablen Grundstock mit diesem Material aufbauen zu können.
Der bis 1915 bestehende Lagerbetrieb für Metallabfälle wurde durch den Bau von Bearbeitungsanlagen zu einem industriellen Rohstoffverarbeitungs- und Veredelungsbetrieb erweitert. Als das Eigenkapital den Werksaufbau nicht mehr verkraftete, wurde am 21. Dezember 1921 die Umwandlung in die M. Stern Aktiengesellschaft mit einem Grundkapital von Mark 10 Mio. vorgenommen. Die Werksleitung blieb in den Händen der Söhne und eines Schwiegersohnes des Gründers, der selber den Vorsitz des Aufsichtsrates übernahm. Im Jahre 1921 erfolgte die Umstellung auf RM 3 Mio.. 1928 brachte eine organisatorische Neugliederung, verbunden mit einer Aufteilung und Verlegung der Hauptverwaltung. Bereits 1934 wurde die Firmenverwaltung in Essen, Kruppstraße 10 (Ärenberghaus) erneut vereint. An dieser Stelle blieb sie bis 1944.
Der Geschäftsverlauf war in diesen Jahren alles andere als zufriedenstellend, so dass 1935 das Grundkapital auf RM 2,7 Mio. durch Einziehung eigener Aktien herabgesetzt wurde. Das Unternehmen blieb weiterhin in Schwierigkeiten exogener Natur, die sich im Jahre. 1937 weiter verschlechterten, so dass die Gesellschaft in Liquidation zu geraten drohte. In dieser Situation schalteten sich die Hoesch AG, die Mannesmannröhren-Werke und die Rheinmetall AG ein, die Anfang 1938 zu jeweils 1/3 die Aktien der M. Stern AG erwarben. Im November 1938 schloss sich eine Firmenänderung gemäß heutiger Bezeichnung Eisen und Metall an. Der Einstieg der Großkonzerne, die ihre Tochter finanziell und technisch wirkungsvoll unterstützten, ermöglichte u.a. den Ausbau der Rohstoffgewinnung und den Aufbau von Metallschmelzen. Im Jahre 1942 wurde auf Beschluss des Aufsichtsrates vom 31. August eine Kapitalberichtigung um 20 % (= RM 540.000,-) auf RM 3,24 Mio. mit Wirkung ab dem 1. Januar 1942 mittels Zuschreibung zum Anlagever