Auktionshaus Tschöpe Historische Wertpapiere u. Finanzdokumente
Bruchweg 8, D - 41564 Kaarst Tel. (49) 02131/602756 Telefax (49) 02131/667949 E-Mail: info@tschoepe.de


       


Die 56. Auktion Historischer Wertpapiere und Finanzdokumente ist beendet.

Der Nachverkauf läuft bis einschließlich 10. Januar 2006

Zum Aufruf gelangt ein internationales, ca. 500 Lose umfassendes Angebot mit folgenden Schwerpunkten:

 

John D. Rockefeller, D.M.Harkness und 2X Flagler auf der Standard Oil of Ohio Company;

Leland Stanford signierte als President den Bond der Central Pacific Rail Road Company of California;

Jim Fisk zeichnete auf der Patterson & Newark Railroad Co.;

das Zertifikat der Toledo, Canada Southern and Detroit Railway weist zwei Signaturen des legendären Daniel Drew auf;

Jay Gould sowie sein Sohn George Gould signierten das Zertifikat der Terminal Railroad of East St. Louis;

Russel Sage, Erfinder der noch heute an der New Yorker Stock Exchange gehandelten„puts“ und „calls“

Thomas Alva Edison, (1847 - 1931) Erfinder und Ingenieur, unterschrieb im Original als President die Aktie der Edison Storage Battery Companie

Charles Pathé (1863-1957), erster Tycoon der Filmgeschichte, zeichnete als President die Aktie der Pathe Colorado Exchange Company


Che Guevara Serna, Ernesto,
argentinisch-kubanischer Revolutionär (1928 – 1967)
indossierte in seiner Funktion als Präsident der Nationalbank diese Anleihe der Republica de Cuba.

Auch Albert Einstein kaufte Aktien an der New Yorker Börse und paraphierte das hier offerierte Zertifikat der May Department Stores on verso. Diese Trouvaille war bisher unbekannt und wird nun erstmals in Europa angeboten.


Kaiser Napoleon Bonaparte erfragte im Jahre 1812 von Vitebsk aus per Brief die Summe von 500.000 fF und signierte das Schreiben persönlich

Des Weiteren kommt zum Aufruf: Ein großes, internationales Eisenbahnaktien- und Anleihenangebot mit Schwerpunkt USA und Europa, u.a. aus Frankreich: Chemin de Fer Paris a Sceaux von 1846; aus England ( The Hay Railway von 1811, Liver-pool and Manchester von 1829), aus Deutschland (Niederwald-Eisenbahn,1884, Löbau-Zittauer Eisenbahn, 1847 ); Exponate diverser Branchen von Banken (Pommersch-Ritterschaftliche Privat Bank Stettin, 1856, ) über Bergbau (Phönix AG Düssel-dorf und Duisburg-Ruhrort), Chemie ( Sprengstoffwerke Dr. R. Nahnsen & Co., Hamburg 1908), Nahrung (Schokoladenfab-rik Rhenania AG Köln von 1922, Schokoladen & Zuckerwarenfabrik „Rhein“ AG, Köln 1923), Bekleidungsindustrie, u.a. die bisher einzig bekannte schweizer Textilaktie, die auf Leinen gedruckt wurde, ein Gründerstück der Spinnerei Uznaberg (St. Gallen) von 1877, Zoologische Gärten aus Münster und Berlin, Dekorativa, Exponate des 18.und 19. Jahrhunderts und des Kolonialbereiches, eine Sammlung Stadtanleihen Warschau sowie Händlerkonvolute,auch aus dem DM-Bereich (AG Gerres-heimer Glashüttenwerke, Düsseldorf 1951, 1965, Düsseldorfer Bau-Bank, Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt, 1994 u.v.a.m.) runden unser Angebot ab


Los Nr.:180

CENTRAL PACIFIC RAIL ROAD COMPANY OF CALIFORNIA 6% First Mortgage Gold-Bond # 9535 Ser. G über $ 1.000, 1. Januar 1868; Farbe: siehe Farbabbildung Titelseite; Maße: 30 X 45 cm; Kuponbogen.
Originalunterschrift als Präsident: Leland Stanford (1824-1893) Originalunterschrift rückseitig: Darius Ogden Mills (1825-1910)

Bereits um 1850 wurde über die zwingende Notwendigkeit einer transkontinentalen Eisenbahn diskutiert. Der Landweg durch die Prärien und Wüs-ten bis hin zur Überwindung der Rocky Mountains war ein Abenteuer für sich. Der Seeweg nach Kalifornien, der entweder von New York aus 9.000 km durch die gelbfieberverseuchte Landenge von Panama nach San Francisco führte oder alternativ 22.000 km um das gefürchtete Kap Horn ver-lief, war teuer, zeitaufwendig und voller Gefahren. Die amerikanische Regierung erteilte dann auch den Auftrag für fünf Landvermessungen poten-tieller Streckenführungen. Letztlich folgte später die erste Transkontinentalbahn den Vermessungen des Ingenieurs Theodore Judah (1826-1863).
Mitten im Bürgerkrieg am 1. Juli 1862 unterzeichnete Präsident Abraham Lincoln den Pacific Rail Road Act und gab so den Startschuss für die „größte Ingenieurleistung der Menschheitsgeschichte“.
Durch Kongressakte vom 1.7.1862 und vom 2.7.1864 gewährte die Regierung der Vereinigten Staaten der „Central Pacific“ Subsidien in Staatspapieren und Land „to aid in the construction of a railroad and telegraph line from the Missouri river to the Pacific Ocean and to the Govern-ment the use of the sae for postal, military and other purposes“. Pro fertig gestellte Schienenmeile gewährte der Kongress je nach Geländebeschaf-fenheit 16.000-48.000 $. Die Regierung war somit bereit, die transkontinentale Eisenbahn zu subventionieren, deren Bau an zwei Enden zugleich beginnen sollte. Die Union-Pacific begann in ost-westlicher Richtung und die Central-Pacific in westöstlicher Richtung mit dem Bau.
Hauptpromotoren der Central-Pacific waren das „Kalifornische Quartett“ Collis P. Huntington (1821-1900), Leland Stanford (1824-1893), Ch. Crocker (1822-1888) und Mark Hopkins (1814-1876). Die „Central Pacific“ musste das gesamte Baumaterial per Schiff um das Kap Horn (Süd-amerika) kommen lassen. Zum Bau der Gleisanlagen wurden 10.000 Chinesen gedungen, da andere Arbeiter für den Einsatz in dem schwierigen Gelände nicht aufzutreiben waren.
Am 8. Januar 1863 wurde die Arbeit der Central Pacific aufgenommen. Nachdem Judah an Gelbfieber gestorben war, übernahm Charles Crocker persönlich die Aufsicht. Die Central Pacific wurde von der Regierung beauftragt, einen Teil der Linie von Sacramento aus nach Osten zu bauen. Das Unternehmen hatte dabei die schwierige Aufgabe, die Rocky Mountains zu überwinden. Dazu mussten zahlreiche Sprengungen durchgeführt wer-den, riesige Tunnel wurden durch den Berg gegraben, und gewaltige Brücken wurden errichtet, um die Täler zu überwinden.
Beide Gesellschaften verlegten zusammen ca. 3000 km Schienen durch die USA. Nach sechs Jahren Bauzeit lagen die Kosten bei ca. 181 Millionen Dollar.
Letztlich aber konnte Leland Stanford an die Zeitungen ein Telegramm mit folgendem Wortlaut senden: „Promontory Summit, Utah, 10. Mai 1869: Die letzte Schiene ist gelegt! Der letzte Bolzen versenkt! Die Pazifikbahn ist vollendet. Der Treffpunkt liegt 1086 Meilen westlich des Missouri und 690 Meilen östlich von Sacramento. Leland Stanford“
Am 10.Mai 1869 wurde die Hauptbahn eröffnet. Die erste Lok der „Central Pacific“ wurde nach Governor Stanford benannt, zu Ehren des ersten Präsidenten der Gesellschaft.
Leland Stanford, 1861 als Gouverneur von Kalifornien gewählt, hatte den notwendigen politischen Einfluss gehabt, um der „Central Pacific“ um-fangreiche Landschenkungen zukommen zu lassen. Stanford blieb nach der Fertigstellung der Ost-West-Verbindung Präsident der „Central Pacific“ und kontrollierte später mit der „Southern Pacific“ auch die wichtigste Bahnverbindung im Süden der USA. Er finanzierte mit seinem Vermögen die „Stanford University“, die heute eine der besten Hochschulen Amerikas ist und Kaderschmiede des Technologiemarktes (Silicon Valley) ist. Die Gründer von Intel, Cisco, Appel-Computer etc. sind Absolventen der Stanford-University. Auf der Rückseite des Bonds erscheint die eigenhän-dige Signatur von Darius O. Mills als Trustee.
D. O. Mills, Kaufmann, Banker und Philantroph, zog direkt nach den ersten Goldfunden 1849 nach Kalifornien und gründete eine Bank in Sacra-mento, wo er eines der größten Vermögen im Westen der USA aufbauen konnte. Als Präsident der „Bank of California“ in San Francisco finanzierte er auch die „Central Pacific“. „Darius Ogden Mills was a merchant, banker, and philanthropist who is famous for establishing the "Mill's hotels" which provided accommodations at an affordable cost. Mills made his fortune in California during the Gold Rush. He was a regent and treasurer of the University of California and a contributor to the Metropolitan Museum of Art and the New York Botanical Gardens.”
Die wenigen bis heute erhalten Bonds der Central Pacific von 1868 mit der Unterschrift von Leland Stanford stammen alle aus verschiedenen Emis-sionen und sind allesamt Raritäten.
Als unentwerteter Bond mit Kupons der Ser. G ist das hier angebotene und seit über 15 Jahren bekannte Exponat bis heute ein Unikat! Der Bond wurde an den Knickfalten fachgerecht restauriert, rückseitige Klebestreifen wurden entfernt (Firmenschriftzug Road) ausgebessert. VF
Ausruf € 22.000 ; Zuschlag € 22.000

Originally signed as President by Leland Stanford. Leland Stanford (1824-1893), lawyer, became governor of California in 1861, railroad tycoon and senator of the united states, had the necessary political influence, to get substantial land endowments for the "Central Pacific". On the first of July 1862 during the civil war President Abraham Lincoln signed the Pacific Rail Road Act and thereby gave the starting signal for the “largest engineering achievement in the history of mankind”, a railroad connecting the east and west coast of the united states. The Union Pacific started from east to west and the “Central Pacific” in the opposite direction. Main driving engine of the Central Pacific was the “Californian Quartet” Collis P.
Huntington (1821-1900), Leland Stanford (1824-1893), Ch. Crocker (1822-1888) and Mark Hopkins (1814-1876). The first engine of the „Central Pacific“ was named after governor Stanford, to honour the president of the company. Stanford stayed president of the Central Pacific after the Com-pletion of the East-West connection. Later he also controlled the Southern Pacific and with that the most important railroad connection in the south-ern united states. Stanford financed the Stanford University one of the best universities in the united states. VF Starting up: € 22.000 ; Result: € 22.000

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LOS NR. 181


TOLEDO, CANADA SOUTHERN AND DETROIT RAILWAY COMPANY Certificate über Shs 75 zu je $ 100; # 150; New York, 27. August 1873; Farbe: beige, braun, grau; Maße: 19,5 X 31; eingetragen auf und sowohl auf der Empfangsquittung als auch rückseitig als Indossant unter-schrieben von Daniel Drew (1797-1879) Viehhändler, Reeder, Bankier, Spekulant, Eisenbahnmagnat , als Präsident der Gesellschaft zeichnete Brigardier General John Stephen (Union Jack) Casement (1829-1909).
Daniel Drew
wurde in New York als Sohn eines Viehhändlers geboren, besuchte nur wenige Jahre die Schule, da sein Vater starb, als er 12 Jahre alt war. Drew ging im Alter von 15 Jahren im Jahre 1812 in den Krieg und arbeitete anschließend als Viehhändler. Schon damals waren seine Methoden umstritten. So wird berichtet, das er seine Viehherden aus dem Umland New Yorks von den Bauern übernahm, ohne zu bezahlen mit dem Verspre-chen, nach dem Verkauf in New York mit viel Geld zurückzukommen, um weitere Rinder zu kaufen. Nur manchmal vergaß er diese Zusage schlichtweg und ward nicht mehr gesehen oder zahlte den Bauern weit weniger, als er versprochen hatte. So musste er notgedrungen seine Ankaufs-reisen immer weiter in die Regionen westlich der Alleghenys ausdehnen, denn bei seinen früheren Kunden durfte er sich zum Teil nicht mehr blicken lassen. Trotzdem schaffte er es immer wieder, neue Herden zusammenstellen und diese nach New York zu treiben. Weiter wird berichtet, das Drew seine Herden tagelang dursten ließ, sie dann kurz vor New York City eine Nacht am Hudson lagern ließ und den Tieren Salz gab, worauf diese sich ordentlich volltranken und am nächsten Tag in New York City ein wesentliches mehr an Gewicht auf die Waage brachten.
Drew arbeitete eng mit dem Bruder John Jakob Astors, Henry Astor zusammen, der eine große Schlachterei in New York betrieb. Natürlich wurde die Gewichtsmanipulation bald entdeckt und es kam zu einer großen Auseinandersetzung zwischen Astor und Drew, der es aber wieder einmal schaffte, weiterhin im Geschäft zu bleiben. In den Folgejahren wurde er sogar finanziell stark von Henry Astor unterstütz. Drews Karriere verlief über die nächsten Jahre in etwa parallel zu der Karriere des noch berühmteren Cornelius (Commodore) Vanderbilt. Bereits ab 1834 gründete er eine Schifffahrtsgesellschaft am Hudson und versuchte, allerdings vergeblich, mit Dumpingpreisen im Kampf gegen den Commodore die Macht über die Dampfschifffahrt auf dem Hudson River zu erringen.
Bereits 1844 begann Drew an der Wall Street zu spekulieren und gründete mit einigen Compagnons die Maklerbank Drew, Robinson & Company. Geschickt die Zeichen der Zeit ausnutzend, spekulierte er im Eisenbahngeschäft. Unter anderem gab er den Eignern der Erie-Railroad Darlehen und übernahm, als diese zahlungsunfähig wurden, im Jahre 1857 die Verwaltung der Erie-Bahn. In den nächsten neun Jahren dirigierte er den Kurs der Aktien nach seinem belieben und trieb die Kurse je nach Bedarf rauf und runter. Die Bahn selber aber wurde so runtergewirtschaftet, dass eine Fahrt mit Ihr bereits eine Gefahr darstellte. Commodore Vanderbilt sah seine Chance, kaufte heimlich alle Erie-Aktien auf und setzte Drew und seine Direktoren 1866 ab. Der legendäre Erie-War zwischen den beiden Giganten begann.
Drew wurde von Vanderbilt, der seine Fähigkeiten durchaus schätzte, wieder eingestellt unter der Bedingung, nur für die Vanderbilt’schen Interessen zu arbeiten. Daraufhin stellte Drew zwei junge, damals noch unbekannte Direktoren, Jay Gould und James Fisk jr., ein, die später als Wallstreet- Duo Finanzgeschichte schrieben. Zusammen mit Jay Gould und James Fisk jr. verstand Drew es, mittels geschickter Aktienmanipulationen, den Erie-War gegen den Commodore siegreich für sich zu entscheiden.
Danach allerdings wendete sich für Daniel Drew das Blatt. Seine Partner verrieten und betrogen ihn und waren bald selbst Eigner der damals zweit-größten Eisenbahn der USA. Die Panik von 1873 führte Drew schließlich in die Armut, seine letzten Jahre bestanden aus Bitterkeit, Einsamkeit und Abhängigkeit von seinem Sohn. Der Zeit seines Lebens fromme Methodist hatte nichtsdestoweniger dem Madison Theological Seminary beträchtli-che Summen gestiftet. Später entwickelte sich das Seminar zur Hochschule, die noch heute Drews Namen trägt.

Brigardier General John Stephen (Union Jack) Casement (1829-1909), der als President das hier offerierte Certificate im Original zeichnete, ging als einer der größten amerikanischen Eisenbahnbauer in die Geschichte ein. Als Autodidakt begann er mit 18 Jahren als Hilfsarbeiter bei der Michigan Central Railroad, arbeitete dann bei der Cleveland, Columbus- und Cincinnati Rr und wurde bei dieser -Dank seiner guten Leistungen- als Angestellter übernommen. Danach wechselte er zur Pittsburgh and Erie Bahn. Mit Ausbruch des Bürgerkrieges meldete er sich beim Militär und verließ dieses im Jahr 1865 als General. Es folgte die Leitung des Bauabschnittes von Omaha nach Ogden der Union Pacific in Zusammenarbeit mit seinem Bruder Daniel Casement. Infolge baute Jack Casement u.a. die Union and Titusville Railroad, die Canada Southern Rr, die Toledo, Canada Southern and Detroit Railway, die Detroit and Butler und die Nickle Plate von Cleveland nach Buffalo. Es folgten diverse Short lines of Railroad in
Indiana, Kentucky, Nebraska, New York, West Virginia und Ohio. Letztlich ging er nach Costa Rica, um dort eine Bahn von San Jose zum Pazifischen Ozean zu bauen. Im Jahre 1903 kehrte er mit seiner Familie zurück und wohnte in Painesville. General Casement starb 80jährig als einer der ganz Großen der amerikanischen Eisenbahn- und Finanzwelt.
Die zweifache Signatur Drews auf Wertpapieren gehört mit zu den absoluten Raritäten der Scripophily. Das hier offerierte Stück mit der Nummer 150 ist abgebildet und beschrieben in dem Buch von Professor Udo Hielscher „Historische Amerikanische Aktien“, Seite 56 XXIII. VF-F
Ausruf: € 4.800, Zuschlag € 5.500 ; Starting up € 4.800, Result: € 5.500
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LOS NR. 182


THE PATERSON & NEWARK RAIL ROAD CO.
Certificate über Shs. 50 zu je $ 50; # 26; Belleville, N.J.,12. November 1868; Farbe: beige, grau; Maße: 13,5 X 24,5; - eingetragen auf und on verso als Indossant unterschrieben von James (Jim) Fisk (1834 - 1872)

Als „Wallstreet-Duo“ haben die Zöglinge von Daniel Drew, Fisk und Gould Finanzgeschichte geschrieben - doch waren ihre Persönlichkeiten voller Gegensätze, introvertiert der Eine, extrovertiert der Andere. „Gould überließ Fisk das Reden und Jim überließ Gould das Denken. Fisk hinter-fragte niemals Goulds Pläne, und Gould äußerte sich niemals zu Fisk persönlichem Lebensstil. Fisk war die „Front“ und Gould das Hirn, und eine bessere Kombination war in der Wall Street kaum zu finden“.(Robert Washow: Jay Gould) Jay Gould, Mephistopheles der Wallstreet genannt, war düster, schweigsam, geheimnisumwittert, von „kaltblütiger Skrupellosigkeit“. (E.P. Hoyt: The Goulds)
„ Jubilee Jim“ war das genaue Gegenteil: sechsspännig durch den Central-Park fahren, flanieren in der papageienhaft - bunten Uniform eines Colo-nels, die schönsten und verrufensten Frauen im Arm, eine eigene Fähre, die größte Amerikas, die er Jim Fisk jr. taufen ließ, 250 Kanarienvögel, von denen jeder den Namen einer seiner Freunde trug und immer eine flotte Story für Journalisten auf den Lippen. Das war Jim Fisk - der Schmierenkomödiant unter den amerikanischen Räuberbaronen des späten 19. Jahrhunderts. „Jim Fisk war nicht jemand, der kleine Dinge machte, besonders, wenn sie auf Kosten anderer gingen.“ (E. Hungerford: Men of Erie). Abrupt und tragikomisch endete sein Leben: Ein eifersüchtiger Nebenbuhler erschoss ihn gerade 37jährig auf den Stufen des New Yorker Grand Central Hotels. Nur fünf Jahre dieses kurzen Lebens erstrahlte sein Stern amHimmel der New Yorker Business- und Society-Welt. Kein Wunder, dass seine Originalunterschrift auf Wertpapieren von extremer Seltenheit geblieben ist. Gould hingegen brachte es immerhin auf 56 freudlose Jahre.

As „Wallstreet-duet“ Gould and Fisk made financial history - but their personalities where full of contrasts. „Fisk was the one who was talking and Gould was the one who was thinking. Fisk never had a doubt about one of Gould`s plans and Gould never said a word to the personnel life-style of James Fisk. Fisk was the „front“ and Gould the brain and a better combination was hard to find on the Wallstreet.“ (Robert Washow: Jay Gould). After the civil war, Gould was the „most hated man in America“ (Warshow) - the „Mephistopheles of the Wallstreet“, gloomy, silent, mysterious, of „cold-blooded unscrupulousness“ (E.P. Hoyt: The Goulds), only available for business and his family. On the other hand he had the reputation of the perfect business-man. „If someone would have had the idea of commissioning Napoleon to improve the American financial market, he would have appeared in the figure of Jay Gould.“ (R. O`Connor: Goulds Millions).
Jubilee Jim“ was the exact reverse: he was driving with a coach with 6 horses through the Central -Park, he was sauntering in the colourful uni-form of a colonel , the most beautiful and wicked women in his arms, he had his own ferry, the largest in America, which he called Jim Fisk Jr., he owned 250 canaries, of which every single one had the name of one of his friends and he always had a interesting story for the journalists. That was Jim Fisk - the barnstormer under the American robber-barons of the late 19th century. „Jim Fisk wasn’t a person for the small things in life, espe-cially when they went at the cost of other people.“ (E. Hungerford: Men of Erie). His life ended suddenly and tragicomically: A jealous rival shot him - at the age of 37 - on the stairs of the New York Grand Central Hotel.
Diese Zweiglinie der Erie Railway mit einer Gleislänge von 12 Meilen verband die Städte Paterson und Newark im Bundesstaat New Jersey, der auch als Gartenstaat, zwischen New York City und Philadelphia gelegen, bezeichnet wird. Leichte Bräunung im Mittelteil, die feingliedrige Signatur von Fisk on verso kaum betreffend, ansonsten eher EF. Rarität! (10937) Ausruf: € 9.500, Zuschlag: € 9.500 ; Starting up € 9.500, Result: € 9.500
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LOS NR. 183


UNION DEPOT GROUNDS Übertragbare Einzahlungsbestätigung (evicente of Titel), zur Errichtung der Union Depot Grounds über US$ 4.600 ist datiert auf den 15. März 1882; Farbe: weiß, schwarz; Maße: 14,9 X 24,2; Trockensiegel mit Firmenlogo; ausgestellt auf den berühmt-berüchtigten Spekulanten von Wall Street Jay Gould (1836-1892) und von ihm vorderseitig eigenhändig unterzeichnet.
Die Mittel sollten zum Ankauf von Grundstücken und deren Ausbau zu Eisenbahndepots in St. Louis dienen. Alle aus dem Dokument resultierenden Rechte übertrug Jay Gould rückseitig mit eigenhändigem Indossament auf seine Holding für alle Eisenbahnaktivitäten in St. Louis, die Terminal association of St. Louis. Auf der Rückseite befindet sich zusätzlich als Bestätigung die eigenhändige Unterschrift seines Sohnes und späteren Universalerben George J. Gould(1864-1923). Die damaligen 4.600 $ sind heute vergleichbar mit ca. 0,75 Mio. €.
Jay Gould, (1836 - 1892) Industrialist und Eisenbahnpromotor, wurde in Delaware, New York, geboren. Sein Vater war ein armer Farmer, der den Jungen nicht auf die Schule schicken konnte. Erzogen wurde Jay Gould von einem Hufschmied gegen Dienstleistungen. Diese kollidierten mit seinem Schulbesuch nicht. Mit fünfzehn Jahren wurde er Kommis in einem Kramladen, eine Beschäftigung, die ihn, wie er erzählte, von morgens
sechs bis abends zehn Uhr in Anspruch nahm. Es wird ferner erzählt, dass er drei Jahre lang morgens um drei Uhr aufstand und Mathematik lernte und dadurch die Grundlagen der Verwaltung kennen lernte.
Nach Goulds eigener Erzählung engagierte ihn ein Ingenieur, der eine Karte des Bezirks Ulster aufnahm, als Assistenten gegen 20 Dollar monatlich und Beköstigung. Dies Engagement aber verlief unbefriedigend . Gould sah sich gezwungen, seinen Lebensunterhalt zu verdienen, indem er die Grenzregelungen für Farmen erledigte. Mit dem verdienten Geld gründete er eine Gerberei (Gouldboro-Gerberei) in Pennsylvania, mit Hilfe von Zadoc Pratt, einem New Yorker Kaufmann, Politiker und Kongressabgeordneten, der ihm das nötige Startkapital von 120 000 Dollar gab.
Als erste Eisenbahn-Obligationen kaufte er Certificates der Rutland- und Washington-Eisenbahn - eine kleine Bahn, 62 Meilen lang, die von Troy in New York nach Rutland in Vermont fuhr. Diese Obligationen, die er mit 10 Prozent kaufte, verschafften ihm die Oberhand bei dieser bankrotten Eisenbahn. Er engagierte Leute mit Verwaltungstalent, ließ die Eisenbahn von ihnen verbessern und konsolidierte sie dann mit anderen kleinen Eisenbahnen, deren Aktien er angekauft hatte.
Als die Krise von 1857 vorbei war und die ungeheure Korruption der Bürgerkriegsperiode eintrat, konnte Gould allerlei Manipulationen mit seinen Obligationen und Aktien machen, bis sie einen ansehnlichen Umfang erreicht hatten. Mit einem Teil des Spekulationsgewinns aus den Obligationen der Rutland- und Washington-Eisenbahn kaufte er so viel Aktien der Cleveland- und Pittsburg-Eisenbahn, dass er die Majorität in Händen hielt. Diese behielt er, bis ihr Kurs erheblich stieg, dann verkaufte er die Linie an die Pennsylvania- Eisenbahngesellschaft.
Gould war nach dem Bürgerkrieg der „meistgehasste Mann Amerikas“ (Warshow) -, er war nur für Geschäft und Familie da. Andererseits galt er unbestritten als der perfekte Geschäftsmann.
„ Wenn jemals Napoleon beauftragt worden wäre, das amerikanische Finanzwesen zu verbessern, er wäre in Gestalt von Jay Gould gekommen.“ (R. 0’Connor: Goulds Millions).
Zusammen mit Fisk und Drew begann Gould den Kampf gegen Commodore Vanderbilt um die Erie-Eisenbahn, dem berühmt berüchtigten Erie-War. Bereits 1868 sah es zunächst so aus, als könnte das Trio Commodore Vanderbilt überlisten, letztlich bekam Cornelius Vanderbilt aber sein Geld zurück Als Initiatoren der katastrophalen Goldpanik von 1869 überstanden Gould und Fisk den Schwarzen Freitag vom 24. September 1869 als Einzige mit Riesengewinnen. Nach Fisks Tod plünderte Gould noch zahlreiche, größere Eisenbahnen, u.a. die legendäre Union Pacific bis zum Bankrott, wobei er sich zur Absicherung seiner Geschäfte ungerührt der Bestechung von Richtern, Politikern und ganzer Parlamente bediente.
Den Kern des Gould-Imperiums bildete schließlich um 1890 das Missouri Pacific-System mit rund 5.300 Meilen Streckenlänge, komplettiert durch die Texas & Pacific RR, die St. Louis Southwestern RR und die International & Great Northern RR. Hinzu kam noch die Wabash RR von Kansas City am Mississippi nach Toledo am Erie See, die ihrerseits über eine Anbindung an die Lake Shore and Michigan Southern RW und damit an das Vanderbilt-System verfügte. Insgesamt kamen somit nochmals gut 5.000 Meilen zusammen, so dass Gould über mehr als 1.000 Meilen Streckenlän-ge gebot. Die ausgeklügelten Schachzüge und die Fähigkeit Goulds, für andere undurchschaubare, komplexe Strukturen zu schaffen, veranschauli-chen die hier angebotenenTitel seiner Terminal Railroad Association of St. Louis.
Ab Beginn der 1880er Jahre entwickelte Gould systematisch die Stadt St. Louis am Mississippi zum zentralen östlichen Knotenpunkt seines entste-henden Missouri Pacific Systems. Dieses brachte ihm bald die totale und gewinnträchtige Kontrolle über den gesamten Eisenbahnverkehr in, von und nach St. Louis ein. Dieses bekamen Kaufleute und andere Eisenbahngesellschaften alsbald zu spüren. Exzessive Benutzungs- und Transferge-bühren für Goulds Einrichtungen wie Gleisanlagen, Brücken, Tunnel, Terminals, Depots u.ä. galt es zu beklagen. Fremde Eisenbahnen z.B. mussten ihre eigenen Lokomotiven von den Waggons abkoppeln, um diese dann, natürlich gegen Entgelt, von Goulds Lokomotiven über Goulds Brücken zu Goulds Depots usw. ziehen zu lassen. Kontrolliert wurde das St. Louis-System zum Abkassieren von der Terminal-Railroad Association of St. Louis, die ihrerseits wiederum 15 Tochtergesellschaften und 6 Enkelgesellschaften besaß, u.a. auch die Terminal Railroad of East St. Louis und die Union RW and Transit Co. VF Rarität!
Ausruf € 1.400, Zuschlag € 1.400
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LOS NR. 191


STANDARD OIL COMPANY Certificate über Shs. 51 # 159 zu je $ 100; Cleveland, Ohio, 29. April 1878; Farbe: beige, schwarz; Maße: 16,5 X 27,5; eingetragen auf und rückseitig im Original unterschrieben von Daniel M. Harkness; Originalunterschriften von John Davison Rockefeller (1839-1937) als Präsident und 2 X Henry Morrison Flagler (1830-1913) als Secretary und auf dem Stub.
Am 10 Februar 1870 wurde die Firma Rockefeller, Andrews and Flagler mit einem Grundkapital von $ 1,0 Mio. in die heute schon legendäre Stan-dard Oil Company umgewandelt. Ihre fünf Gründer waren John D. Rockefeller, sein Bruder William Rockefeller, Henry M. Flagler, Stephen Van-denburg Harkness und der Chemiker Samuel Andrews.
John D. Rockefeller stieg 22 jährig mit einer kleinen Firma aus dem Raffinier-, Transport- und Verkaufssektor in das Ölgeschäft ein und erreichte durch den Bau von Pipelines und zahlreichen Ankäufen und Übernahmen eine mächtige Monopolstellung. Gemäß der Gründungskonzessionen durfte die Standard Oil Company außerhalb Ohios weder Anlagen erwerben noch betreiben. Um weiter expandieren zu können, entschied sich Ro-ckefeller für eine neue Unternehmensform, aus welcher 1882 der Standard Oil Trust entstand. Sämtliche Anteile der Standard Oil Company (of Ohio) wurden im Verhältnis 1:20 (jeweils 100 $) auf den Trust übertragen, zusätzlich wurden weitere Rockefeller-Gesellschaften dem Trust einver-leibt. Bereits 1892 gehörten neben der Standard Oil of Ohio, der S.O. of New York, der S.O. of New Jersey, der S.O. of Kentucky und der S.O. of
Indiana noch diverse weitere Rockefeller-Gesellschaften (u.a. die Anglo-American Oil Co. Ltd. (mit 14 Untergesellschaften, darunter die Deutsch-Amerikanische Petroleumgesellschaft und die amerikanische National Storage), die Atlantic Refining Co., die National Transit Co.(größte der Un-tergesellschaften)) u.v.a.m. zum Trust. Diese gewaltige Machtballung war dann für den amerikanischen Präsidenten Theodore Roosevelt der Anlass, Anti-Trust-Gesetze zu erlassen. Anlässlich eines Gerichtsbeschlusses musste der Standard Oil Trust ab 1892 neu organisiert werden, und wurde schließlich ab 1899 unter dem Dach der Standard Oil of New Jersey als Holding geführt. In der Folgezeit beschäftigten allein bis 1907 sieben Bun-desprozesse und sieben weitere im Namen von sieben Einzelstaaten die Standard Oil. Schließlich befahl der Oberste Gerichtshof 1911 die Auflösung der Standard Oil Trust.
Zu dieser Zeit besaß die Gesellschaft bereits die Kontrolle über 62 Gesellschaften, die ihrerseits wiederum 53 andere Unternehmungen in verschie-denen Ländern beherrschte. Die Großaktionäre (Rockefeller-Gruppe) hatten jedoch, wie aus den angegebenen Besitzofferten hervorging, einen weit-reichenden Einfluss auch bei den Tochtergesellschaften behalten, da sie eine, ihrem Besitz an Standard Oil-Aktien entsprechende, Quote an Aktien der Tochtergesellschaften erhielten.
Henry Morrison Flagler engagierte sich mit zunehmenden Alter in Florida. Er baute Hotels und Vergnügungsparks und plante die notwendigen Veränderungen der Infrastruktur. Die von ihm erbaute legendäre Florida East Coast Railway war die erste Bahnlinie , die die größeren Orte an der
Ostküste miteinander verbanden. Erst durch diese Aktivitäten wurde Florida für den Tourismus erschlossen. Flagler starb schließlich hochverehrt als Founder of Florida in West Palm Beach, wo sein Wohnhaus heute als Museum besichtigt werden kann.

Daniel M. Harkness, ein Halbbruder von Henry M Flagler, arbeitete mit diesem in der Firma L.G. Harkness and Company in Bellevue, Ohio. Im Jahre 1852 wurden die beiden zu Partnern der Firma Harkness & Company. Flagler heiratete 1853 eine Cousine von Daniel M Harkness. Steven V. Harkness war ein erfolgreicher Getreide- und Wiskeyhändler mit eigener Distillerie und gründete 1860 eine Bank. 1867 investierte Harkness 100.000 Dollar in die Rockefeller-Firma. Dafür erhielt er einen Anteil von 30%; Harkness setzte Flagler als Manager bei Rockefeller ein, der ab 1867 als rechte Hand Rockefellers galt und ab 1882 einen 9%igen Anteil am Konzern hatte. VF Die Unterschriften von Rockefeller und Flagler sind mit roter Tinte strichentwertet. (10937)


Standard Oil Company of Ohio, certificate for 51 shares of 100 Dollars each, #159, Cleveland, Ohio, 29rd of April, 1878, 17 X 39 cm, embossed seal, originally hand-signed by John D. Rockefeller as President of the company, and twice Henry Morrison Flagler as Secretary and on the stub (signing also on verso as transfer to Standard Oil Trust Dan M.. Harkness on 20th Februar, 1882).
The famous Standard Oil Company originated from the former company of Rockefeller, Andrews, Harkness and Flagler on the 10th February 1870. Within a couple of years it reached a market share of almost 95 % in world oil business and gained direct or indirect control over more than a hun-dred companies until it was broken up and dissolved following provisions of U.S. Antitrust law in 1911. Many companies like Exxon, Mobil-Oil, Standard Oil of California and Standard Oil of Indiana originated from Rockefeller‘s giant Standard Oil.
The Standard Oil Company made John D. Rockefeller (1839-1937) the richest man in modern times and enabled him to spend huge parts of his enormous private wealth for the common good, particularly for scientific purposes like the University of Chicago and the „Rockefeller Foundation“. Henry M. Flagler (1830-1913) in his later years mainly engaged in tourismus and infrastructure in Florida, building hotels, amusement parks and his legendary Florida East Coast Railway, dying highly respected as the true „Founder of Florida“ in West Palm Beach where his home can still be visited as a museum. An interesting combination of the signatures of both men on this outstanding share certificate, though cancalled by red ink, very clear and in excellent condition
VF Ausruf/ starting up € 4.200 ; Zuschlag/Result: € 4.900
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LOS NR. 202


THE MAY DEPARTMENT STORES COMPANY Certificate über Shs. 60 zu je $ 5; # C 0857; 23. August 1945; Farbe: hellrot, beige, grau; Maße: 20,5 X 29,5 cm.
Eingetragen auf und rückseitig auf dem Transferzertifikat eigenhändig indossiert von Albert Einstein.
Seine Unterschrift wurde zusätzlich beglaubigt von der Princeton Bank & Trust Company sowie in New York von Dan Witter & Co.

Der Physiker Einstein arbeitete von 1902-09 am Patentamt in Bern, erhielt danach eine Professur für theoretische Physik in Zürich und Prag und wurde 1914 an die Preußische Akademie der Wissenschaften und als Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physik nach Berlin berufen. Vor allem wegen seiner jüdischen Abstammung emigrierte er im Jahre 1933 in die USA, wo er weiter seinen Forschungen nachging.
Einstein wurde durch die Ausarbeitung der speziellen (1905) und der allgemeinen (1910) Relativitätstheorie zum Begründer eines neuen physikalischen Weltbildes und eines alle bisherigen Grenzen sprengenden naturwissenschaftlichen Denkens. Mit der berühmte Formel E=mc² bringt er einen Nachtrag zur Relativitätstheorie: Die Energie eines Körpers ist demnach das Produkt aus seiner Masse und dem Quadrat der Lichtge schwindigkeit. 1921 erhielt Albert Einstein den Nobelpreis für Physik für seine Arbeiten zur Quantentheorie. Vor 100 Jahren erschienen seine ersten bahnbrechenden Veröffentlichungen. Aus diesem Anlass wurde das Jahr 2005 von der Unesco zum “World Year of Physics“ erklärt. Die Ausrichtung des Einsteinjahrs der Bundesrepublik Deutschland in Zusammenarbeit mit Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur ist ein Beitrag hierzu.
Zu Ehren Einsteins wurde eine Gedenkmünze geprägt und eine Sonderbriefmarke herausgegeben.

Und die Scripophilisten? Wir kennen und honorieren neben den Wirtschaftsgrößen Goethe und Nobel; die uns ihre Paraphen auf Wertpapieren hinterlassen haben und durch die Scripophilie zu neuem Leben erwachen. Aber Einstein auf Aktien?? In über 25 Jahren noch nie gehört geschweige denn gesehen.
Und nun die große Überraschung: Passend zum Einsteinjahr und erstmalig in der weit über 25jährigen Geschichte der Scripophilie wird eine Einsteinsignatur auf einem Wertpapier angeboten. Somit stellte sich auch direkt die Frage: Hat er Gewinn gemacht mit seinem Börsenengagement, oder nicht? Welchem Unternehmen hat er sein Geld anvertraut??

Albert Einstein zeichnete am 23. August 1945 60 Aktien zu je $ 5 des amerikanischen Kaufhauskonzerns The May Department Stores, dokumentiert auf diesem Sammelzertifkat. Der Kursmittelwert für die May Departmentaktien lag im Sommer 1945 im Verhältnis $ 35-$ 48.
Zur Geschichte der The May Department Stores: Im Jahre 1877 eröffnete David May den ersten Store. Aus diesem wurde „The May Department Stores Company“ (Kaufhaus) in der Silberstadt Leadville, Colorado. Die erste Firmenübernahme erfolgte 1892. In diesem Jahr kaufte er mit drei Schwagern „The Famous Clothing Store in St. Louis“. Nach weiteren Firmenübernahmen wurde der Hauptsitz 1905 nach St. Louise verlegt. 1910 erfolgte die Umwandlung in eine AG; der Ertrag lag in diesem Jahr bei 1 Million US$. Im folgenden Jahr wurde der Börsengang vollzogen, die Listung fand an der New York Stock Exchange statt. In den nächsten Jahren wurden diverse Kaufhäuser sowie eine Merchandising Firma aufgekauft. Bis zum Jahr 1939 konnte May damit seinen Jahresumsatz auf 100 Millionen US$ steigern. Und die Erfolgsstory ging weiter, bis zum Jahre 1951 vollzog May fünf Aktiensplittings und kaufte weitere Firmen auf. Auch in den Folgejahren prosperierte das Unternehmen, weitere Firmenüber-nahmen waren die Folge. 1967 erreichte der Jahresumsatz 1 Milliarden US$, 1977 lag der Ertrag bei 100 Millionen US$. Dies alles wurde 1981 übertroffen durch einen Jahresumsatz von 3 Billionen US$. Diese Vorgehensweise setzt sich auch in den nachfolgenden Jahren fort: weitere Übernahmen, u. a., Wanamaker’s in Philadelphia und Marshall Field’s Stores in Columbus, Ohio. Aber es kommen nun schlechte Zahlen hinzu: Dies führt dazu, dass May (gelistet im S&P 500) im Frühjahr 2005 nun selber übernommen wurde, und zwar von dem großen Konkurrenten „Federated Department Stores, Inc.“ (Muttergesellschaft von Macy's and Bloomingdale's). Die Übernahme kostet Federated elf Milliarden US$ in bar und Aktien. Ebenso wurden sechs Milliarden US$ Schulden übernommen. Der neu entstandene Konzern verfügt über knapp 1.000 Filialen landesweit und einem Konzernumsatz von mehr als 30 Milliarden US$. Die May Kaufhäuser sollen 2006 in Macy’s umbenannt werden.
Albert Einstein investierte also mit sicherem Instinkt in einen Konzern, der mehr als 100 Jahre prosperierte. Seine 60 Aktien behielt Einstein 6 Jahre bis zum 30. November 1951. May Department führte im Sommer 1951 ein Aktiensplitting im Verhältnis 2:1 durch, die Kurse haben sich danach im Schnitt bei ca. 47 $ (+ / -) pro Aktie eingependelt. Somit hat Einstein, als er am 30. November 1951 seine Aktien verkaufte, einen Erlös von rund 5.500 Dollar erzielt. Diese Summe würde heute gemäß Prof. Dr. Hielscher’s VBX- (US-Vermögensbewertungsindex 1800-2000) vergleichbar mit rund 100.000 Dollar sein. Fazit: Auch mit seinem Börsenengagement war Albert Einstein erfolgreich ,und eigentlich war auch nichts anderes zu erwarten. (235) VF
Ausruf: € 13.000, Zuschlag: € 24.000

THE MAY DEPARTMENT STORES COMPANY Certificate of Shs. 60 $ 5 each; # C 0857; 23. August 1945; Color: brightred, beige, grey; Measurements: 20,5 X 29,5 cm.
Made out to and signed on the transfer certificate by Albert Einstein.
His signature was additionally certified by the Princeton Bank & Trust Company as well as by Dan Witter & Co. New York

Einstein worked in the patent office of the town of Bern, after which he became a Professor for theoretical Physics in Zurich and Prag. In 1914 he was called to the Preussian Academie of Sience and became Dean of the Kaiser Wilhelm Institute for Physics in Berlin. Mainly because of his jewish heritage he imigrated to the United States in 1933 where he continued his research.
Einstein became the “founder” of a new type of Physics when he wrote his special (1905) and common Theory of Relativity (1910). With these Theories he expanded greatly the boundarys of sience of his age. With his famous formula E=mc2 he gave an addition to his Common Theory of Relativity: The Energy of a body can be described by his mass times the speed of light square.
In 1921 Albert Einstein received the Noble Price for Physics for his works on the Quantum Theory. About 100 years ago his first revolutionary theory was published. Due to this fact the year 2005 was declared the world year of physics by the UNESCO. The year of Albert Einstein celebra-tions in germany are part of this event. In Einsteins honor a coin and a stamp were released.

And the Scripohily? We know, next to important people of the financial and economic area, people like Goethe and Nobel who left us their signa-tures on stock certificates and thereby giving new life to the Scripophily. But Einstein on a stock certificate? That is something unheard and even more unseen in 25 years. And now the surprise just in time for the Einstein year for the first time his signature on a stock certificate. This leaves us with a few interesting questions. Whos enterprise did he entrust with his money? Did he make money or did he loose it?

On the 23rd of August 1945 Albert Einstein signed 60 stock 5$ each of the american Department store company “The May Department Stores” documented on this certificate. The value of these shares in the summer of 1945 was in the range of $35 to $48.

Regarding the history of The May Department Stores:In the year 1877 David May opened his first store which later became “The May Depart-ment Stores Company” in Silberstadt Leadville, Colorado. The first takeover came in the year 1892 when he and 3 of his brothers in law bought „The Famous Clothing Store in St. Louis“. After additional takeovers the seat of the company was moved to St.Louis in 1905. In 1910 the company type was changed to a stock based company, the profit in this year reached 1 Mio.$. In the following year the stocks were issued at the New York Stock Exchange. In the following years other Depatment Stores and Merchandising Companies were take over. By the year of 1939 the business reached 100 Mio. $. And the success continued until the year 1951 May had split his stocks 5 times and continued to take over other companies. 1967 May did business for 1 Billion $ and in 1977 the profit reached 100 Mio. $. This all was topped in 1981 when the business reached 3 Billion $. The principle continued with more takeovers like Wanamaker’s in Philadelphia and Marshall Field’s Stores in Columbus, Ohio.
Some less strong years lead to the takeover of May (listed in the S&P 500) in the spring of 2005 by ist largest opponent „Federated Department Stores, Inc.“ (including among others Macy's and Bloomingdale's). The price of the takover was 11 Billion $ in cash and stock as well as the take-over of 6 Billion $ debts. The new company now operates 1.000 stores all over the country and did business for 30 Billion $. The May stores shall be renamed in Macy´s in 2006.
Albert Einstein invested in a company that succeded for more than 100 years. He held his 60 stocks for 6 years till the 30th of November 1951. The stocks were split in the summer of 1951 with a ratio of 2:1. The value of tha stock ranged average 47$ (+/-) per stock. So Einstein made a profit of about 100%, total sales revenue 5.500$ when he sold his stock. According to Professor Hielschers VBX (Real Estate Index 1800-2000) this would represent the value of 100.000.$ today.
So it can be said that Albert Einsteins financial excurses were very succesfull.
VF Ausruf: € 13.000, Result: € 24.000


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LOS NR. 204


NAPOLEON BONAPARTE KAISER DER FRANZOSEN 1769-1821
Brief an L.S. „N“ Mollien, den Schatzmeister; Witebsk, 11. August 1812;
Farbe: beige, Maße: 23 X 18;
Aus dem Inhalt: „Ich sehe, dass wir ein Defizit von 500.000 francs in der Kasse des Zahlers der Kriegsinvaliden der Marine in Antwerpen haben“…, schreibt der Kaiser; der Erklärungen zu diesem Thema wünscht.“ Führen Sie nicht die Zahlungen für die Kriegsinvaliden aus?“ Darunter die Paraphe Napoleons.
Der Brief wurde dokumentenecht gerahmt incl. zusätzlich der mit Schreibmaschine getippte Wortlaut des Briefes in französischer Sprache. Passepartout, goldfarbener Rahmen. VF

Napoleon, Sohn des Advokaten Bonaparte, dessen Familie im 13. Jahrhundert von Florenz nach Korsika übergesiedelt war, genoss eine militärische Ausbildung. Von hoher Intelligenz und ausgesprochen ehrgeizig erklomm er rasch die Karriereleiter, war General in der französischen Revolutions-armee und von 1799 bis 1804 Erster Konsul der Französischen Republik (durch Selbsternennung), von 1804-1815 (ebenfalls durch Selbsternennung) mit kurzer Unterbrechung Kaiser der Franzosen, 1805 König von Italien und 1806 Protektor des Rheinbundes.
Napoleon Bonaparte gilt als einer der fähigsten militärischen Führer aller Zeiten. Es gelang ihm in kurzer Zeit, fast ganz Europa unter seine direkte oder indirekte Kontrolle zu bringen. Er selbst machte sich zum Kaiser von Frankreich und Verwandte und Vertraute zu Königen und Fürsten der eroberten Länder. Er hat vermutlich als erster europäischer Feldherr die Lehren Sunzis studiert und befolgt, dessen Buch Die Kunst des Krieges erst im Jahre 1782 in die französische Sprache übersetzt worden war. Nicht minder bedeutsam ist Napoleons staatsmännische Aufbauleistung in der Zeit nach der Französischen Revolution. Sein Gesetzbuch Code Civil gilt in Frankreich bis heute und hatte seit seiner Veröffentlichung im Jahre 1804 einen nachhaltigen Einfluss auf die Entwicklung des bürgerlichen Rechts.
Von seinen Soldaten vergöttert besiegte er die Österreicher und Russen bei Austerlitz, die Preussen bei Jena und Auerstedt und stand nach der Beset-zung Portugals, Spaniens, Dalmatiens, Hollands und Westdeutschlands auf dem Höhepunkt seiner Macht. Großbritannien wollte er durch die Konti-nentalsperre in die Knie zwingen. Als jedoch der russische Zar Alexander aus wirtschaftlichen Erwägungen die Blockade durchbrach, kam es zu Napoleons Russlandfeldzug.
Im Juli 1812 ist Witebsk von den Truppen Napoleon Bonapartes erobert worden und von hier aus schrieb er diesen Brief.
Kaum ein Feldzug der Napoleonischen Kriege ist so bekannt geworden, wie der Feldzug in Russland. Selbst literarische Werke, wie Tolstois ”Krieg und Frieden”, nahmen sich der Thematik des gigantisch anmutenden Planes Napoleons an, Russland auf dessen eigenem Boden zu besiegen. Der russische Winter forderte hohe Verluste und zwang ihn schließlich, den Rückzug anzutreten. In der Völkerschlacht bei Leipzig schlugen ihn die Alliierten, verfolgten ihn bis nach Paris und entmachteten ihn. 1814 wurde er mit dem Fürstentum Elba abgefunden, kehrte nochmals durch einen Staatsstreich zurück und musste sich nach der Schlacht bei Waterloo gegen England und Preussen endgültig geschlagen geben.
Ausruf € 1.400, Zuschlag: € 1.400
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LOS NR. 203


REPUBLICA DE CUBA
4% Staatsanleihe über 6 Millionen Pesos, # M009, La Habana, 07.02.1961, Laufzeit bis 1980, Emission de Bonos de Consolidacion Parcial de La Deuda Publica, Farbe: orange, schwarz,
Originalunterschrift: „Che“ Guevara Serna, Ernesto,
argentinisch-kubanischer Revolutionär (1928 – 1967)
in seiner Funktion als Präsident der Banco National de Cuba.
„Che“ ist kein Name, sondern eine in Argentinien gebräuchliche Redewendung, die soviel heißt wie „hör mal!“ oder „pass auf!“. Dass die kubani-schen Partisanen dem jungen Argentinier diesen Namen gaben, ist typisch für das, was der am 14. Juni 1928 in Rosario/ Argentinien geborene Ernes-to Guevara Serna für die kubanische Freiheitsbewegung war. Dem ehemaligen Arzt und späteren Vorkämpfer für den lateinamerikanischen Marxis-mus gaben die Kubaner als dem Erklärendem, Aufmunternden und Vorwärtstreibenden den ihnen unbekannten Ausdruck als Spitznamen zurück. „El Che“ hat diesen Namen behalten, als kämpfender Lehrer der Bewegung und des ganzen Volkes. Guevara schloss sich 1955 in Mexiko mit dem damals 28 jährigen Fidel Castro zusammen und gehörte zu der kleinen Gruppe, die im Dezember 1956 mit der Yacht „Granma“ in Cuba landete. Nur Fidel und Raul Castro, Guevara und neun andere überlebten die Landung, die an die Batista-Truppen verraten worden war. Drei Jahre später leitete Che eine der beiden Stoßtruppen, die siegreich auf Havanna marschierten. Nach dem Sieg der Revolution und dem Sturz von Staatspräsident Fulgencio Batista, war Che Guevara von 1959-61 Präsident der kubanischen Nationalbank und anschließend Industrieminister. Nach einem Kongoeinsatz wollte er ab 1966 mit der Mobilisierung der indianischen Landbevölkerung den Umsturz in Bolivien herbeiführen; er wurde dabei von Regierungstruppen gefangen genommen und am 9. Oktober 1967 in Higueras, Bolivien erschossen. Guevara verfasste unter anderem ein Handbuch des Guerillakrieges („Guerilla-Theorie und Methode“, dt. 1968). Er selbst wurde zur Symbolfigur der revolutionären Jugend in der westlichen Welt und in Lateinamerika. EF, Lochentwertung, Stempelaufdruck cancelled. Das größte europäische Autographenauktionshaus Stargard in Berlin konnte lediglich ein einziges Mal einen Che Guevara – Brief mit Signatur überhaupt anbieten (siehe Abbildung). In den letzten Jahren wurden weniger als 10 Exemplare dieses Bonds der Nationalbank von Cuba entdeckt. Rarität Ausruf: € 5.500


Banco Nacional de Cuba, provisional certificate of 4.5 % bond, issued by the National Institute of Saving, 1959-1979, La Habana, Cuba, 1st May 1963, 28 X 35 cm, hand-signed by Ernesto „Che“ Guevara, revolutioneer (1928-1967) in his function as President of the National Bank of Cuba.
Being one of the most charismatic leaders of the Cuban revolution, Ernesto „Che“ Guevara, a former physician and marxist book author from Argen-tina, friend and companion of Fidel Castro, soon after the communists‘ victory over the regime of Fulgencio Batista was appointed President of the National Bank of Cuba and Minister of Industry. He was assassinated during a subversive mission in Bolivia in October 1967 and has since then been regarded as one of the most outstanding symbolic figures of youth protest and revolutionary movements all over the world. Recently, less then 10 copies of this bond, hand-signed by Che Guevara, have been discovered.
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LOS NR. 22


POMMERSCHE-RITTERSCHAFTLICHE
PRIVAT- BANK ZU STETTIN Namens-Aktie über Thaler Pr. Crt. 500; #1130; Stettin, den 19. September 1856; Farbe: beige, braun, hellbraun, schwarz; Maße: 36,7 X 24,9; Trockensiegel mit Firmenlogo; Das Institut wurde bereits 1824 mit dem Privileg Banknoten auszugeben gegründet. Das Grundkapital war in 4.000 Aktien zu je Thaler 500,- eingeteilt. Bereits 1833 und auch 1849 mußte die Gesellschaft reorganisiert werden und erhielt neue Statuten. So ging die Haftung der Aktionäre über den Betrag der Aktien hinaus. Sie hafteten vielmehr noch so lange subsidarisch für die von der Bank in Höhe von Thalern 1 Mio. ausgegebenen Banknoten, bis ein entsprechender Garantiefond von der Bank angesammelt war. Da im Hinblick auf das Recht der Notenausgabe auf das Grundkapital eine besondere Garantiefunktion zukam, war im revidierten Statut von 1849 ein Verbot des Rückkaufs eigener Aktien eingebracht.
Eine Ausnahme in der Liquidation bildete diese Gesellschaft auch. Sogar noch im revidierten Statut von 1849 hieß es: Die Auflösung der Gesellschaft muss durch einhelligen Beschluss aller stimmberechtigten Mitglieder erfolgen. Ein Beispiel sollte die Gesellschaft auch für die Tatsache sein, daß zuweilen mit außerordentlicher Hartnäckigkeit versucht wurde, einen Gesellschaftszweck trotz widriger Umstände fortzusetzen.
Bei der Pommerschen-Ritterschaftlichen Privat-Bank war infolge Illiquidität die Suspensierung der Noteneinlösung notwendig. Es wurde eine neue Gesellschaft konzessioniert, die alle diejenigen Aktien übernahm, auf die keine Verluste zu befürchten waren. Die zur Übernahme ungeeigneten Aktien verblieben der alten Gesellschaft zur Abwicklung.

Die Aktionäre führten trotz erheblicher Verluste das Unternehmen weiter. Innenseitige Indossamente, Originalunterschriften der Direktion! EF-VF
Rarität!
Ausruf: € 3600 Zuschlag € 3.6000
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LOS NR. 33


SOCIÉTÉ ANONYME COMPTOIRE
RYCKAERT Inhaberaktie über BF 500,-; # 23; Brüssel; 20. Mai 1900; Farbe: blau, marine, beige; Maße:37,0X30,1; -
Gründerstück!
Es wurden 1.200 Aktien zu je BF 500 begeben. Am 10. März 1921 änderte die Bank- und Börsenmakler-Gesellschaft ihre Firmierung in „Comptoir de la Chronique de la Bourse“.
Die Aktiengestaltung im Historismus stammt von Emile Reenders, in der Druckplatte signiert. Mercator blickt, auf seinen Waren sitzend, sor-genvoll auf das Meer, wohl in Erwartung eines Schiffes, während seine Begleiterin bereits aus dem Füllhorn Geld verliert.
Originalunterschriften des Vorstandes. EF
Ausruf: € 580 ; Zuschlag: € 580



LOS NR. 40


LA CAISSE D'EPARGNES ET DE BIENFAISANCE DU SIEUR LAFARGE 6 Aktien über livres 90 # 161918-161927; Paris, 3. März 1792; Farbe: beige, schwarz, Druck auf Bütten; Maße: 29 x 22; Vignette mit der Inschrift L’Economic est La seconde Providence du Genre Humain. VF
Originalunterschrift Lafarge Rarität!
Anteilschein der ältesten französischen Bank, der Sparkasse Lafarge!
Ausruf: € 280


LOS NR. 63


EIDGENOESSISCHE BANK AKTIENGESELLSCHAFT Inhaberaktie über 500 Franken; # 141536; Zürich 02. März 1929; Farbe: beige, braun, schwarz; Maße 29 x 41; zweisprachig: deutsch und französisch; Das schweizerische Bankwesen hatte bis zum Eisenbahnbau keine große volkswirtschaftliche Bedeutung, da die meisten Investitionen in der Privatwirtschaft aus persönlichen Ersparnissen oder durch Privatkredite finan-ziert wurden. Erst nach 1860 finanzierte man den Eisenbahnbau und Industriebetriebe über Anleihen. Es kam vermehrt zu Gründungen von Handels- oder Geschäftsbanken, welche im großen Stil Kapital entgegennahmen und an Grossbetriebe oder Bahnprojekte ausliehen. Dazu zählte die 1863 in Bern gegründete Eidgenössische Bank, deren Präsident der aus dem Bundesrat zurückgetretene Jakob Stämpfli (1820-1879) wurde. In dieser Funk-tion führte er den Konkurrenzkampf gegen seinen Zürcher Gegenspieler Alfred Escher (1819-1882) weiter, den die beiden vorher bereits auf politi-scher Ebene ausfochten. Diverse Krisen der folgenden Jahre überstand die Eidgenössische Bank unbeschadet und prosperierte zur Großbank. Der Firmensitz wurde nach Zürich verlegt. Filialen wurden in Basel, Genf, Chaux de Fonds, Lausanne, St. Gallen und Vervey betrieben. Das Aktienkapi-tal hatte sich von1906 bis März 1929 auf Franken 100,0 Mio erhöht. 1934 erfolgte eine Kapitalherabsetzung um Franken 25,0 Mio. Ende des Zwei-ten Weltkrieges aber war die Eidgenössische Bank zahlungsunfähig und wurde von der Schweizerische Bankgesellschaft (UBS) übernommen. EF-VF, Lochentwertung. Ausruf: € 2.000 ; Zuschlag: € 2.000
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LOS NR. 118

PHOENIX AG FÜR BERGBAU UND HÜTTENBETRIEB Inhaberaktie über 1.200 Mark; Aktie A Blankette; Duisburg-Ruhrort 29. Oktober 1906; Farbe: beige, schwarz; Maße 32,4 x 22; Faksimileunterschrift als Aufsichtsrat: Alfred Freiherr von Oppenheim.
Die Gründung der Gesellschaft, die ihre Konzession lt. Cabinets-Ordre Sr. Majestät des Königs von Preußen am 10. November 1852 erhielt, erfolgte auf die Initiative Aachener und Kölner Bankkreise sowie französischer Kapitalgeber, wobei hier, wie auch bei diversen anderen Gründungen jener Zeit, das Bankhaus Sal. Oppenheim jr. & Cie unter Führung von Abraham und Simon Oppenheim stark beteiligt war. Abraham Oppenheim gehörte zwar nur im Hintergrund zu den Vätern des Unternehmens, 1853 beteiligte er sich aber bereits mit einer Einlage von 400.000 Talern, wäh-rend Simon Oppenheim die kaufmännische Leitung übernahm und bis 1880 behielt. Die Eintragung unter der Firmierung „Phoenix, Anonyme Gesellschaft für Bergbau und Hüttenbetrieb“ erfolgte am 16. September 1852 mit einem Grundkapital von vorerst 1,5 Mill. Taler =4,5 Mill. Mark. Zweck war die Übernahme der Firma TH. Michiels & Cie. in Eschweiler-Aue
und deren Eisensteingruben in Nassau, der Bergbau auf eigenen und gepachteten Gruben, Verhüttung oder Verwertung selbstgewonnener oder ge-kaufter Erze, die Errichtung von Hochöfen etc. Der Firmensitz war vorerst Eschweiler, die erteilte Erlaubnis zum Betrieb des Bergbaus wurde neben Bonn 1855 auch auf den Oberbergamtsbezirk Dortmund ausgedehnt. Die Übernahme der Fa. Michiels erfolgte 1853, infolge wurden in Essen-Kupferdreh zwei Hochöfen errichtet, 1855 das Hochofen- und Hüttenwerk Detillieux in Essen-Borbeck mit den Feldern Rheinelbe und Alma ange-gliedert, die aber später an die Gelsenkirchener Kohlegrubengesellschaft verkauft wurden. Der Erlös wurde in den weiteren Ausbau der eigenen Hochöfen und Hüttenwerke gesteckt. Im gleichen Jahr erfolgte die erste genehmigte Kapitalerhöhung auf 6,0 Mill. Taler, aus der auch das hier angebotene Stück stammt, begeben in nun 60.000 Aktien zu je Tlr. 100. Das Unternehmen entwickelte sich zum Mischkonzern und übernahm infolge 1871 die Minett-Felder in Lothringen, 1896 die Grube Westende in Meiderich, 1898 die „Westfälische Union, Aktiengesellschaft für Bergbau, Eisen- und Drahtindustrie in Hamm“; 1906 erfolgte die Verschmelzung mit dem Hörder Bergwerks- und Hüttenverein in Hörde und mit der Aktiengesellschaft Steinkohlenbergwerk Nordstern. Mit diesen Angliederungen war der Phönix in die Reihe der größten und bedeutendsten Montankonzerne des Reviers getreten. 1920 übernahm der Phönix von der Familie Haniel gegen Tausch von Phönix-Aktien sämtliche Kuxe des Zollvereins. Am 5. Mai 1926 wurden die Verträge zwischen der neugegründeten Stahlwerke AG und ihren Gründungsgesellschaften unterzeichnet, wobei der Phönix als einer der Gründer außer seinen Hochöfen und Hüttenwerken die nachstehenden Steinkohlenbergwerke einbrachte: Westende bei Meiderich-Ruhrort; Graf Moltke bei Gladbeck; Nordstern in Horst; Zollverein in Katernberg; Holland in Wattenscheid und Vereinigtes Hörder Kohlenwerk in Hörde. Einzelstück aus einer Privatsammlung. Rarität! (10560) Ausruf: € 380 ; Zuschlag: € 440


LOS NR. 119


PHOENIX AG FÜR BERGBAU UND HÜTTENBETRIEB DÜSSELDORF Inhaber Genussrechtsurkunde über 100 RM (Höchstsatz der Verzin-sung 4½ %); Teil-Blankette; Düsseldorf 02. Januar 1926; Farbe: beige, ocker, grün, schwarz; Maße 29,7 x 21; Trockensiegel (10560) Ausruf: € 380 ; Zuschlag: € 380
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LOS NR. 129


MINES DE CHARBON
COMPAGNIE DE
MM. THOUVENEL ET PYRON

Interimsschein über 300 livres aus dem Jahr 1787; # 45; Farbe: schwarz/weiß; Maße: 36 X 24; Druck auf Bütten; EF
Rarität!!
Zur Zeit der Französischen Revolution zeigte der Kohlenbergbau schon alle Wesenszüge einer kapitalistischen Großindustrie. Ein Beispiel dafür ist dieses 1785 gegründete
Unternehmen. Die Gesellschaft besaß eine Konzession zur Ausbeutung von Kohlevorkommen in einem Gebiet um Paris, das in etwa der heutigen Ile de France entspricht.
Das Wertpapier ist ausgestellt auf einen berühmten Namen: auf den Marquis de Montesquieu. EF-VF
Ausruf € 900


LOS NR. 319


FRIEDRICH WILHELMS NORDBAHN
Aktie über Tlr. 100 # 79996; Cassel, 1. Februar 1849; Farbe: grün, beige; Maße. 12 X 24,5; Druck: von H. Hotop in Cassel;
Erste kurhessische Eisenbahn von 1848, konzessioniert 1844 durch Friedrich Wilhelm, letzter Kurfürst von Hessen. Am 30. März 1848 startete die erste kurhessische Eisenbahn zu ihrer Jungfernfahrt von Karlshafen nach Grebenstein. Einen weitere Strecke von Grebenstein nach Kassel wurde bis zum 18. August 1848 ausgebaut, die am 8. November 1848 befahrbar war. Die Gesamtstrecke der "Friedrich-Wilhelms-Nordbahn" wurde erst am 25. September 1949 von Karlshafen über Kassel bis nach Gerstungen in Thüringen fertig gestellt. Von 1848 bis 1875 führte die Eisenbahnlinie auf einem aufgeschüttetem Bahndamm mitten durch die Grebensteiner Unterstadt. Nach einem Eisenbahnunglück im Jahr 1872 in der Nähe des Bahn-hofs in Grebenstein wurde die Strecke auf die heutige Trasse verlegt und ein neuer Bahnhof gebaut. Der noch teilweise erhaltene alte Bahndamm, ein Viadukt über die Esse und weitere kleine Bauwerke sind in Grebenstein Zeitzeugen der ersten kurhessischen Eisenbahn. Rariät! Es wurden lediglich fünf Titel bei einem New Yorker Antiquariat entdeckt, die mittlerweile in Sammlungen liegen. Dieses Exemplar weist im unteren Druck-bild einen stärkeren Rostfleck mit Durchbruch auf, der fachmännisch restauriert wurde. Am rechten Rand leichter Feuchtigkeitsfleck.
Ausruf € 1.800 ; Zuschlag: € 2.000


LOS NR. 323


LOEBAU-ZITTAUER EISENBAHN-GESELLSCHAFT Aktie über Thaler 25 Lit B # 822; Zittau, 31. Dezember 1847; Farbe: hellgrün, schwarz, beige; Maße: 29 X 23; kleiner Abriss am unteren rechten Eckrand, sonst eher EF.
Durch die Sächsisch-Schlesische Eisenbahn-Gesellschaft und den Bau der Strecke Dresden-Görlitz erhielt die Stadt Löbau am 23.Dezember 1846 ihren Eisenbahnanschluss.
Nach der Vollendung der Strecke hatte die Gesellschaft vom sächsischen Staat die Auflage erhalten, eine Bahn zwischen Löbau und Zittau zu bauen.
Die eingleisige Strecke ist 4,51 Meilen lang und hatte auf Grund ihres schwierigen Geländes einen Kostenaufwand von 616.759 Thaler pro Meile. Sie führt über Herrnhut, Oberoderwitz und Mittelherwigsdorf nach Zittau. In der kürzesten Verbindung von Hamburg nach Triest über Berlin, Görlitz und Wien erlangte sie große Bedeutung.
1860 kam die Löbau-Zittauer Bahn unter die Verwaltung der Staatsbahn Direction Dresden. Später erfolgte die Verstaatlichung im Zuge derer die Aktien umgewandelt wurden in eine 4%-ige Schuldforderung an die Staatskasse. 1920 wurde die Schuld vom Reich übernommen. (91)
Ä ußerst selten!

Ausruf € 1.200 ; Zuschlag: € 1.900
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LOS NR. 324


NIEDERWALD-BAHN-GESELLSCHAFT Inhaberaktie über 500 Reichsmark; # 2100; Berlin 01. Juli 1884; Farbe: schwarz, beige; Maße 35 x 22,1; Coupons und Talon; Trockensiegel;
Die Gesellschaft erhielt zum Bau und Betrieb einer Eisenbahn von Rüdesheim zum Niederwalddenkmal über Assmannshausen 1882 die Genehmigung. Die Bauarbeiten wurden der Firma KG Soentrop & Co., Berlin übertragen. Diese entschloss sich, eine Zahnradbahn zu bauen.
Kein geringerer als der Erfinder des Zahnradbahnsystems Nikolaus Riggenbach überwachte den Bau der Bahn. Im Mai 1884 nahm er an der landespolizeilichen Abnahme als Sachverständiger teil. Bei ihrer Gründung bestand die Bahn aus zwei Linien von Rüdesheim zum Niederwalddenkmal und von Assmannshausen zum Niederwald Jagdschloss. Bereits 1886 beschloss man, die Aktien der Assmannshausener Bahn zu erwerben.
1890 erfolgte dann die Verschmelzung beider Gesellschaften. Das Aktienkapital war nunmehr in 2.400 Aktien zu je 500 Mark eingeteilt. Die Assmannshausener hatte sich von Anfang an nicht rentiert, so wurde die Bahn 1917 stillgelegt.
1920 beschloss die HV, die dauernde Stilllegung der Assmannshausener Strecke. 1922 wurde mit den Abbrucharbeiten begonnen. Einen schweren wirtschaftlichen Schaden erlitt die Gesellschaft 1911 als durch betrügerische Manipulation die Hausbank der Gesellschaft in Konkurs ging.
Die Bahngesellschaft verlor 70.000 Mark. 1917 wurde die Strecke Rüdesheim-Niederwald eingestellt und die Gesellschaft 1921 liquidiert. Die Stadt Rüdesheim und ihre Bürger erworben die Gesellschaft günstig und ließen den Bahnbetrieb wieder aufleben. 1939 wurde auch dieser endgültig eingestellt. Rarität
Ausruf: € 1.200 Zuschlag € 1.200


LOS NR. 331


THE HAY RAILWAY COMPANY Namensaktie # 338; 18. Juli 1811; kalligraphierter Aktientext; Maße 28,5 x 35 mit großem rotemLack-siegel; Die Hay Railway Company zählt zu den ältesten englischen Eisenbahngesellschaften aus dem frühen 19. Jahrhundert. Sie wurde 1811 in Wales gegründet und 1816 in Betrieb genommen. 1812 erfolgte die Eröffnung eines regelmäßigen Lokomotivbetriebes in der Middleton-Kohlengrube bei Leeds. Der Antrieb erfolgte bis 1835 über Zahnräder. Die Gesellschaft bestand bis 1862 als Betreiber einer Pferdebahn und wurde dann von Brecon & Myrther RW übernommen. Weitere Informationen zu diesem und den nachfolgenden Titeln finden sich in dem Buch „Die Ent-stehung der Eisenbahn in England“ v. Prof. Dr. Udo Hielscher VF Rarität!
Ausruf: € 650 ; Zuschlag: € 950
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LOS NR. 332


LIVERPOOL AND MANCHESTER RAILWAY COMPANY
1. Personendampfeisenbahn der Welt!
Anteilschein über £ 25 vom 1 Juni 1829; # 7135 ; Farbe: schwarz, beige; Maße: 11,7 X 21; Druck auf Tierhaut, roséfarbenes, papiergedecktes Sie-gel. EF-VF
Die wohl berühmteste aller Eisenbahnen ist die Liverpool & Manchester Railway Comp. Kaufleute, Industrielle und Bankiers, vorwiegend aus den Regionen Liverpool und Manchester, an ihrer Spitze der Marquis of Stafford, gründeten 1826 die Eisenbahngesellschaft, um die Warentransporte zwischen dem Textilzentrum Manchester und dem Hafen Liverpool zu verbilligen und zu beschleunigen, gleichzeitig aber auch, um den Personen-transport aufzunehmen. Die Strecke war ein kühnes Unterfangen: Sie führte über 63 Brücken, über einen 180m hohen Viadukt mit neun Bögen und durch einen 180m tiefen Durchstich.
Der Sohn George Stephensons, Robert, konstruierte für diese Bahnlinie seine berühmte Lokomotive, die „ Rocket“, die die für damalige Vorstellun-gen verblüffende Geschwindigkeit von 40 km pro Stunde erreichte. Die Eröffnung der Strecke am 15. September 1830 gilt historisch als Durchbruch für den mit Dampf betriebenen Personenzug. (Schmitz)
Die Popularität der Liverpool & Manchester schürte das Eisenbahnfieber, das alsbald ganz England ergriff. Auch die Aktionäre konnten sich die Hände reiben: Die Dividende flossen reichlich, und die Aktien wurden in den Folgejahren vergleichsweise lebhaft gehandelt. „Da sich die Gesamt-kosten im Mai 1831 auf 820.00. £ summierten, erfolgten bis 1831 weitere gesetzliche Genehmigungen zur Nachfinanzierung“ (Hielscher). Insgesamt vier Aktienemissionen lassen sich bis zu diesem Jahr belegen. Der hier abgebildete, auf Pergament gedruckte Anteilschein der Liverpool & Man-chester Railway Comp. entstammt der dritten Aktienemission aus dem Jahre 1829. Rarität! Ausruf € 900 ; Zuschlag: € 900
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LOS NR. 372


SOUTH WESTERN RAIL ROAD COMPANY, GEORGIA 7% Bond über 1.000 $; # 440; Macon 01. Januar 1861; Farbe: schwarz; Maße 21,5 x 28; Coupons; die Hauptstrecke dieser Bahn lief von Macon nach Albany, 106,1 Meilen; die Nebenstrecken versorgten im Bürgerkrieg mehrere. Fort’s t, Schnittentwertung; Rarität!
Ausruf: € 600 ; Zuschlag: € 700


LOS NR. 362


SAINT LOUIS & IRON MOUNTAIN RAILROAD STATE BOND 6% Bond über 1.000 $; # 2929; Jefferson 11. Dezember 1857; Farbe: schwarz; Maße 26 x 35; Coupons; zwei Trockensiegel; Lochentwertung; die Gesellschaft plante eine Linie von St. Louis nach Belmont, insgesamt 192 Meilen, im Jahre 1875 war die Strecke fertig gestellt incl. aller Nebenstrecken waren 210,75 Meilen. Randabschnitt oben und rechts, die große Vignette nicht beeinträchtigend. Äußerst selten! F
Ausruf: € 160 ; Zuschlag: € 200

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LOS NR. 396


DIE AKTIENGESELLSCHAFT DER SPINNEREI AM UZNABERG BEI UZNACH C!S! GALLEN Namensaktie über Schwei-zer Franken 5.000 # 144; eingetragen auf Heinrich Hürlimann-Pohl in Richtersweil; Uznach, 1. Januar 1877; Farbe: beige, grün, schwarz; große Vignette mit Abbildung der Firmengebäude; Maße: 27,5 X 37; -
Besonderheit: Gedruckt wurde diese Aktie auf einem Leinen/Baumwollgemisch; rückseitige Indossamente bis 1933; Gründerstück!
Die Schweiz gehört zu den am frühesten industrialisierten Ländern. Wie in England begann die Industrialisierung bei der Textilherstellung, deren Mechanisierung führte zum Aufbau der Maschinenindustrie und der Chemischen Industrie .
In der Region St. Gallen wurde der Anbau von Flachs in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts ausgedehnt, und verbesserte Webstühle mit Pedalantrieb und Riemen zur Kraftübertragung beschleuigten den Webvorgang erheblich. Die Herstellung von Leinen aus einheimischem Flachs nahm zu und wurde für die Stadt St. Gallen zu einer wichtigen Erwerbsquelle. 1336
wird erstmals Fernhandel mit Leinwand aus St. Gallen erwähnt, Die einst blühende Schweizer Leinwandherstellung wurde ab 1820 von der indus-triellen Verarbeitung von Baumwolle, Seide und Wolle verdrängt. Die Textilkaufleute mussten die Umstellung gegen den Widerstand der Weber-zünfte erzwingen. Bereits die Herstellung von Barchent, einem Mischgewebe aus Leinen und Baumwolle, durch den Tuchhändler Peter Bion 1721 hatte Opposition erweckt. Aber die Produzenten konnten den Erfolg der neuen Produkte ebensowenig verhindern wie 1750 die Einführung von feiner Mousseline. 1801 führte der Waadtländer Marc-Antoine Pellis in der Spinnerei - Aktiengesellschaft St. Gallen die erste Spinnmaschine in der Schweiz ein, eine "mule-jenny" des britischen Erfinders Samuel Crompton.
Die Spinnerei Gesellschaft am Uznaberg wurde bereits 1830 gemeinschaftlich von der Textilfabrikantenfamilien Hürliman und den Brüdern Bränd-lin errichtet, aber erst im Jahre 1877 in eine AG umgewandelt. Zur Gründung wurden lediglich 300 Aktien zu je Franken 5.000 begeben. Das Un-ternehmen prosperierte über viele Jahre. In diesem Jahr jedoch wurde die Fabrik für immer geschlossen, die Gesellschaft verwaltet heute lediglich noch die ihr gehörenden Immobilien.
Originalunterschrift als Präsident der Betriebskommission: Hr. Brändlin-Pohl. Das hier erstmals angebotenen Stück stammt aus einer alten Samm-lung und ist bis heute ein Einzelstück. Rarität! Ausruf: € 2.800 ; Zuschlag: € 2.900

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LOS NR. 397


LA COMPANIA REAL DE TOLEDO UNIDA A LA DE EXTRAMDURA Aktie über Reales de Vellon 3.000 # 1222; Ciudad de Toledo, 15. April 1748; Farbe: beige, schwarz; Kupferstich auf Tierhaut; Maße: 30 X 42; Bedeutendes Dokument der Wirtschaftsgeschichte des 18. Jahrhunderts! Die beiden in dieser Emission vereinigten Gesellschaften Toledo und Extremadura waren kurz vor der Jahrhundertmitte gegründet worden. Die Toledo-Extremadura war zunächst eine Handelsgesellschaft (Waffen, Wolle, Gold- und Silberstoffe).
Um die Gründung der Maulbeerbaumplantagen zur Seidengewinnung zu finanzieren, wurden neue Aktien begeben. Die Gesellschaft fand während der französischen Revolution ihr Ende, da es zu dieser Zeit für Luxusgegenstände keine Nachfrage mehr gab. EF, sehr gut erhaltenes papiergedecktes Siegel, handschriftliche Eintragungen und zahlreiche Originalunterschriften.
Ausruf: € 1.800


LOS NR. 401


REAL COMPANIA DE FILIPINAS
Aktie über 50 Pesos zu 50 Reales de Vellon # 15271; 15. Juli 1785; Farbe: beige, schwarz; Kupferstich auf Büttenpapier, Kipfer: Typ I, E 85-2.
Künstler: C. Acuna, Stecher: Fernando Selma.
Gründeraktie! Zweck dieser spanischen Handelsgesellschaft war es, den Export von verschiedenen Gütern zu den Kolonien zu bewältigen und im Tausch gediegenes Silber mitzubringen.
Das Unternehmen erhielt auch die Freihandelslizenz für Indien und China, damit möglichst viele Importe aus diesen Ländern die leeren Staatskassen füllen sollten. Den Todesstoß erhielt die Compania de Filipinas mit dem Erlass vom September 1789 über die Handelsfreiheit für ausländische Texti-lien, die Entscheidung fiel zu Lasten des Monopols der Gesellschaft.
Die Zeiten wurden schlechter und man dachte schon an eine Auflösung der Gesellschaft. Allerdings konnte eine solche wegen Widerstand der Aktionäre nicht durchgeführt werden.
Die Gesellschaft existierte noch- mehr schlecht als recht- bis 1834, dann erlosch sie durch Konkurs. F, fachgerecht restauriert, Randfehlstücke oben ersetzt, Erhaltung im Ausruf berücksichtigt. Rückseitig handschriftliche Indossamente, die letzte Eintragung erfolgte 1834. (12542 )
Sehr selten!
Ausruf: € 600,-
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LOS NR. 412


WESTFÄLISCHER ZOOLOGISCHER GARTEN ZU MÜNSTER
Aktie über Tlr preuss.Crt. 10 # 540; Münster 1.Februar 1874; Farbe: schwarz , grau, beige; Maße: 36,5 X 27,8; - Für die Direktion unterschrieben Professor Dr. H. Landois, (Zoologe der königlichen Akademie in Münster), Freiherr von Schellersheim und Freiherr Ferdinand von Droste (Präsident der deutschen Ornitologen-Gesellschaft). Die Lithographie stammt von E. Treue, signiert in der Druckplatte. Gegründet wurde die Gesellschaft am 1. Februar 1874 mit einem Kapital von Tlr. 30.000, begeben in 3.000 Aktien zu je Tlr. 10. Nach den Stuten hatten die Aktionäre freien Eintritt. Inhaber von mehreren Aktien erhielten für die übrigen Familienmitglieder ein Abonnement zu ermäßigten Preisen. Mitte der 1960er Jahre wurde der Zoologische Garten, errichtet am Stadtrand auf dem Grundstück "Insel", verlegt auf die Sentruper Höhe, auf dem alten Zoogelände errichtete die Westdeutsche Landesbank Münster ihr Bankgebäude. Auf der Sentruper Höhe entstand nun ein nach modernen zoologischen Erkenntnissen geplanter neuer Tiergarten. 1985 erfolgte die Umwandlung der Ges. in eine GmbH. Äusserst selten!.
Ausführliche Geschichte (Denecke, Manfred HP 92/4 u. Buch) liegt dem Los bei.
EF-VF;
Ausruf € 1.800 ; Zuschlag: € 1.900


Amerikanischer Bürgerkrieg, Sezessionskrieg (1861 bis 1865)

Obwohl 1807 vom amerikanischen Kongress untersagt wurde, weiter Sklaven ins Land zu bringen, arbeiteten weiterhin 1,5 Millionen schwarze Sklaven auf den Plantagen der Südstaaten. In den Nordstaaten konnte die Petition einfacher umgesetzt werden, da dort hauptsächlich Handel betrie-ben wurde und Industrie angesiedelt war. Aber trotzdem waren zunehmend mehr Amerikaner für die Sklavenbefreiung und konstituierten 1854 die Republikanische Partei, um gegen die 1828 gegründete Demokratische Partei anzutreten, deren Mehrheit die Sklaverei behalten wollte. 1860 wurde der Republikaner Abraham Lincoln als sechzehnter US Präsident vereidigt. Daraufhin sagte sich South Carolina am 20. Dezember 1860 von den USA los. Diesem Beispiel folgten in den nächsten Wochen sechs weitere Staaten. Sie wählten im Februar 1861 Jefferson Davis als Präsidenten der „Confederates States of America“. Bis Mai schlossen sich vier weitere Staaten an. Der bis 1865 andauernde Bürgerkrieg wurde am 12. und 13. April begonnen, als die Südstaatler die im Fort Sumter (South Carolina) stationierten US Truppen angriffen. Am 09. April 1865 kapitulierte General Lee in Appomattox und der Krieg war damit für die Südstaaten verloren; am 24. April 1865 wurden die „Confederates States of America“ aufgelöst. Dieses Ereignis konnte Präsident Lincoln nicht mehr mit erleben, da er am 14. April 1865 von einem Südstaatler im Washingtoner Ford Theater erschossen wurde.
Die Anleihen der „Confederates States of America“ wurden ausgegeben, um den Sezessionskrieg mit den Nordstaaten zu finanzieren. Die Nordstaa-ten hatten das deutlich größere Wirtschaftspotential.

LOS NR. 216
CONFEDERATE STATES OF AMERICA
Act of June 13th, 1864; Redemption Date: 01. Juli 1874; 8% Coupon Bond über 500 $; # 748; Richmond 01. Juli 1864; Farbe: schwarz; Maße 24,5 x 36; Coupons; Vignette: Soldat gelehnt an Baumwollballen mit Konföderierten Flagge in der Hand; Lith. F. Geese. Druck: Evans & Cogswell Lito. Columbia S.C.; ausgegebene Anteile: 73; ; (Criswell 164. Rarity 11.)
Ausruf: € 300 Zuschlag € 300
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LOS NR. 206


CONFEDERATE STATES OF AMERICA Loan, Act of May 16th, 1861; Redemption Date September 1st 1872; 8% Coupon Bond über 1.000 $; # 763; Richmond 01. Januar 1862; Farbe: schwarz; Maße 20,5 x 35,5; Coupons; Vignette mit einem mit Baumwolle beladenem Wagen, zu jeder Seite eine weitere mit Schiff; im linken Bildrand befindet sich ein Indianer, zur Rechten die Göttin Minerva; Druck: Hoyer & Ludwig, Richmond, Va.; ausgegebene Anteile: 799; (Criswell 13. Rarity 7.) VF Ausruf: € 210 ; Zuschlag: € 310


LOS NR. 287


STADT WARSCHAU, GROSSE SAMMLUNG UNTER RUSSISCHER BESETZUNG LOS NR. 287 A) MIASTA WARSZAWY 4,5% Obligation über R. 1.000; Serie 1, Anleihe 1; # 28872; War-schau, 14. Oktober 1896; Farbe: beige/rot/schwarz; Maße: 27,5 x 33,3; B) MIASTA WARS-ZAWY 4,5% Obligation über R. 100; Anleihe 6; # 39171; Warschau, 13. Oktober 1899; Farbe: beige/braun/schwarz; Maße: 27,9 x 34,5; C) MIASTA WARSZAWY 4,5% Obligation über R. 500; Serie 1, Anleihe 5; # 31703; Warschau, 13. Oktober 1896; Farbe: beige/blau/schwarz; Ma-ße: 27 x 33,3; D) MIASTA WARSZAWY 4,5% Obligation über R. 100; Serie 7; Anleihe 5;# 33510; Warschau, 13. Oktober 1896; Farbe: beige/braun/schwarz;Maße: 27 x 33,2; E) MIASTA WARSZAWY 4,5% Obligation über R. 100;Anleihe 7; #172956; Warschau, 14. Oktober 1903; Farbe: beige/braun/schwarz; Maße: 38,2 x 35,2; Tal. + Kps.; F) MIASTA WARSZAWY 4,5% Obligation über R. 100; Serie 2; Anleihe 5; # 42131; Warschau, 14. April 1901; Farbe: beige/braun/schwarz; Maße: 27,5x 33; G) MIASTA WARSZAWY 4,5% Obligation über R. 100; Serie 2, Anleihe 5; # 00000 Teilblankette; War-schau, 14. April 1901; Farbe: beige/braun/schwarz; Maße: 26,9 x 33; H) MIASTA WARS-ZAWY 4,5% Obligation über R. 300; Anleihe 7; # 85371; Warschau, 14. Oktober 1903; Farbe: beige/grün/schwarz; Maße: 29 x 35,4; Tal. + Kps. I) LIST ZASTAWNY WARSZAWA Certi-ficate über Aktie über Silberrubel 150; Serie C # 72,192; Beschluss des Generaldirektors # 99438; Warschau, 24. Mai 1857; Farbe: Beige/grün/schwarz; Maße: 21,2 x 22,9; gedruckt auf Tierhaut (12548) VF-F gesamt: 9 Stücke (12625)
Ausruf: € 555 ; Zuschlag € 555


LOS NR. 5


BAU-KREDIT-BANK AKTIENGESELLSCHAFT BKB KONVOLUT Namensaktien über 100 DM; Düsseldorf, im Juni 1966; Farbe: beige, grün, dunkelgrün, grau; Maße: 21 X 29,7 Kps. + Talon; Druck: R. Oldenbourg, München. 139 Stücke, EF Ausruf zusammen € 770 ; Zuschlag: € 770

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Wir würden uns freuen, Sie am 10.12.2005 im Auktionssaal persönlich begrüßen zu dürfen. Sie können allerdings auch schriftlich, per FAX, per e-mail bzw. nach Anmeldung telefonisch bieten. Katalogbestellungen erbitten wir unter o. g. Adresse per Post, FAX, e-mail oder Telefon. Der Katalog umfaßt rd. 500 Lose, mit überwiegender, teils ganzseitiger Abbildung und ausführlicher Firmenbeschreibung. Schutzgebühr incl. Ergebnisliste: € 10, Europa: € 15, Übersee: € 25
Sollten Sie Fragen haben, beantworten wir Ihnen diese auch gerne am Telefon


Erhaltungshinweise (international)

UNC = UNICIRCULATED (ausgabefrisch, sauber, glatt)
EF = EXTREMELY FINE (kleine Faltspuren oder geringe Flecken)
VF = VERY FINE (Umlaufspuren, jedoch das Druckbild unbeschädigt)
F = FINE (Faltspuren oder kleine Einrisse)
VG = VERY GOOD (starke Umlaufspuren, evtl. Fehlstücke an Ecken und Rändern)
G = GOOD (Wie VG, jedoch evtl. fehlende Stücke im Druckbild)


Sollten Sie Fragen haben, beantworten wir Ihnen diese auch gerne am Telefon, rufen Sie an.


Auktions- und Handelshaus Reinhild Tschöpe
gegründet 1978

Historische Wertpapiere und Finanzdokumente

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