Auktionshaus Reinhild Tschöpe
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27/2001
Emder Häringsfischerei-Actien-Gesellschaft

Preis: DM 850,-

Aktie über Taler. 100; Emden, 19. Juli 1872; Maße: 42 X 26.
Gründeraktie, Vignette mit Abbildung eines Herings-Loggers.!
- Zweck der Gesellschaft war der Seefischfang, insbes. Heringsfang mit eigenen oder gemieteten Schiffen
sowie der Handel mit Seefischen.
Das Grundkapital war eingeteilt in 1.000 Aktien zu je Thaler 100, bis Ende 1872 waren 451 Aktien voll eingezahlt.

Die Anfänge der Emder Heringsfischerei lassen sich bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts zurückverfolgen. Zunächst waren es holländische Fischer, die auf der äußeren Ems und im Dollart Heringsfischerei betrieben. Ab ca. 1600 schickten die Emder selbst ihre ersten Schiffe auf Heringsfang, aber erst ab 1769 erfolgte auf Initiative der preußischen Regierung in Emden die Gründung einer Heringsfischerei, der "Emder Herings-Fischerei-Kompanie".
Im Frühjahr 1806 veränderte sich die wirtschaftliche Lage durch politische Einflüsse entscheidend. England hatte die Mündung der Weser, Elbe und Ems blockiert, sodass die Schiffe nicht auslaufen konnten. Die Blockade führte schließlich 1810 zur Auflösung der Gesellschaft. Als Ostfriesland 1866 erneut preußisch wurde, wandte sich der Reichstagsabgeordnete Wilhelm Freeden, der Ostfriesland im Reichstag des norddeutschen Bundes vertrat, 1870 mit der Anregung einer Neugründung eines Emdener Fischereiunternehmens an die Emder Handelskammer.
Am 2. April 1872 wurde die "Emder Heringsfischerei-Actien-Gesellschaft in Emden" gegründet. An den Vorarbeiten zur Gründung war Wilhelm Freden maßgeblich beteiligt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten entwickelte sich das Unternehmen positiv, die gezahlten Dividenden erreichten mit 25% 1913 ihren Höhepunkt. Weitere Gründungen von Heringsgesellschaften erfolgten 1899 (Heringsfischerei Dollart), 1904 (Großer Kurfürst), an denen die Emder Heringsfischerei AG mit größeren Summen beteiligt war.
Nach der Inflation 1923 wurde das Aktienkapital auf Reichsmark 800.000, begeben in 2.000 Aktien zu je RM 400, herabgesetzt. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Logger der Gesellschaften als Kriegsschiffe eingesetzt. Dabei gingen von 82 Einheiten 20 Schiffe verloren. Im November 1949 war der Rückbau und die Modernisierung der Logger abgeschlossen. Anfang der 1950er Jahre bereiteten die Absatzschwierigkeiten, Importdruck und Preisverfall der Heringsfischerei große Sorge. Um dem zu begegnen, beschlossen die drei Gesellschaften "Emder Heringsfischerei", "Großer Kurfürst" und die "Leerer Heringsfischerei" - die sich zur Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen hatten- am 6. November 1951 die Umwandlung in eine GmbH. Angesichts der aussichtslosen Lage beschloss man am 17. Januar die Liquidation aller drei Gesellschaften. Sehr selten! Kleine Randbeschädigungen zum Teil mit Archivpapier hinterlegt, VF.

 

Preis: DM 850,-


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