Auktionshaus Reinhild Tschöpe
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0023/2000

COMPAGNIE UNIVERSELLE CANAL INTEROCEANIQUE DE PANAMA

DM 120,-

Aktien über Frcs. 500; Paris, 29. November 1880; Farbe: weiß, grau,blau; Maße: 14 X 20. -
Gründeraktien. Begeben wurden 600.000 Aktien zu je Frcs. 500. Kps. VF.
Faksimile-Unterschrift Ferdinand Maria Vicomte de Lesseps (1805-1894).

Künstliche Wasserwege verbanden im Altertum und im Mittelalter mehrfach das Rote Meer mit dem Nil. Der 1859 - 69 von Ferdinand Lesseps erbaute Suez-Kanal durchschneidet die Landenge zwischen Mittelmeer (Port Said) und Rotem Meer (Suez) an ihrer schmalsten Stelle. 1845 erteilte der ägyptische Vizekönig Said Pascha dem ehemaligen Konsul in Ägypten, Lesseps, die Konzession zum Bau eines Kanals zwischen Port Said und Suez. Lesseps gründete gegen den Widerstand Großbritanniens die "Comp. Universelle du Canal de Suez", die Eigentümerin auf 99 Jahre wurde. Lesseps leitete den Bau unter Benutzung der Pläne des österr. Ingenieurs A. Negrelli. 1869 wurde der Kanal eingeweiht. Mit dem ersten Schiff passierten Kaiserin Eugenie und der Erbauer Ferdinand de Lessseps den Kanal. Die Internationalisierung der Gesellschaft. erfolgte durch die Suez-Konvention 1888; tatsächlich aber kam sie anfangs unter englische. Kontrolle. Von 1936 bis 1956 war die gesamte Kanalzone englische Militärbasis. Die Verstaatlichung durch Nasser löste die Suez-Krise aus, die 1956 durch Uno-Beschluß ihr Ende fand.

Nachdem der Suez-Kanal vollendet war, hatte Lesseps nun das Gefühl, seinen Traum wahrmachen zu können. Als die Pariser Zeitungen meldeten, Ferdinand de Lesseps habe die Leitung der Panama-Gesellschaft übernommen, wurde Frankreich von einem Begeisterungssturm erfaßt. Sogar die kleinen Leute zeigten großes Interesse für dieses Projekt und wollten partizipieren. Aber dieses Mal sollte es nicht die Politik sondern die Technik sein, die dem Erbauer des Suez-Kanals das Leben schwer machte. Bei Zeichnung der ersten Aktien waren es weniger die Banken (wohl bedenkend, welche Problematiken es beim Bau der Eisenbahnlinie, die den Atlantik mit dem Pazifik verband, gegeben hatte), die ihr Geld zur Verfügung stellten, sondern die kleine Leute waren es, die das Startkapital von Frcs. 300,0 Mio. Frcs. aufbrachten. Bevor der erste Spatenstich in Panama getätigt war, hatten bereits klevere Amerikaner das Geld verdient. Lesseps mußte sich die Konzession für den Bau kaufen sowie die Nutzung der Eisenbahnlinie als Nachschubversorgung und die Arbeiterkolonne bezahlen. Nach Lesseps Berechnungen sollte der Kanal nach Fertigstellung in sieben Jahren insges. 800,0 Mio. Frcs. kosten. Dem standen 600,0 Mio. Eigenmittel gegenüber. Die Finanzierung schien solide. Doch wie so oft bei Prestigeobjekten hatte man die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Die Tücken des Urwaldes hatten ihren Preis, und der übersstieg die angesetzten Kosten bei weitem. Lesseps hetzte von einer Vortragsveranstaltung zur anderen, um so für das Projekt zu werben und neue Gelder aufzutreiben.und die Mittel, die nötigen Kapitalien für den Weiterbau aufzutreiben, wurden immer abenteuerlicher. Die Panama-Gesellschaft gab Aktien aus, emittierte Anleihen und warb für Lose mit einem Hauptgewinn von 1,0 Mio. Frcs. Es war eine Frage der Zeit, und das Schuldengebäude fiel zusammen. Gesamtkosten: über 2 Mrd. Frcs., zurück blieb ein grüner, nutzloser Graben, der kleine Sparer aber hatte sein Geld verloren. Neun Jahre später übernahmen die Amerikaner für 40,0 Mio. Dollar die Konzession incl. aller noch vorhandenen Gerätschaften, Pläne und Berechnungen. Mit weiteren 10,0 Mio. $ wurde die Republik Panama abgefunden. Anschließend ging man an die Beseitigung der giftigen Larven und Insekten. Dann erst wurde mit dem Bau eines Schleusenkanales begonnen, wie er Gustav Eiffel bereits 10 Jahre vorher vorschwebte. Im August 1914 konnte das Bauwerk seiner Bestimmung übergeben werden. In der Einweihungsrede wurde der Name Ferdinand de Lesseps mit keinem Wort erwähnt.

DM 120,-


 

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